In Lukas 16,27–31 erzählt Jesus ein Gleichnis über einen reichen Mann und einen armen Bettler namens Lazarus. Nach ihrem Tod bittet der reiche Mann Vater Abraham, Lazarus zurück zur Erde zu schicken, um seine fünf Brüder vor dem Ort der Qual zu warnen, den er nun erlebt. Abraham antwortet:
„Sie haben Mose und die Propheten; auf sie sollen sie hören.“
Der reiche Mann beharrt, dass, wenn jemand von den Toten wiederkäme, seine Brüder umkehren würden. Doch Abraham entgegnet:
„Wenn sie Mose und die Propheten nicht hören, werden sie auch nicht überzeugt, wenn jemand von den Toten auferstünde.“
Aus dieser Stelle wird deutlich: Gott gestattet nicht, dass Tote zurückkommen, um mit den Lebenden zu sprechen, zu predigen oder sie zu beeinflussen. Gott hat der Menschheit bereits den ausreichenden Zeugen der Schrift und der prophetischen Offenbarung gegeben.
In 1. Samuel 28,3–25 suchen wir jedoch eine Szene, in der König Saul eine Medium (die „Hexe von Endor“) aufsucht, um den verstorbenen Propheten Samuel heraufzubeschwören.
Der Text beschreibt, wie die Frau plötzlich „Samuel“ sieht und Saul mitteilt:
„Ich sah einen Geist, der aus der Erde aufstieg … ein alter Mann in einem Mantel.“
Daraufhin erkennt Saul – oder glaubt zu erkennen – dass es Samuel sei.
Dies wirft eine wichtige Frage auf: Wie konnte Samuel scheinbar zu Saul sprechen, wenn im Gleichnis in Lukas erklärt wird, dass die Toten nicht zurückkehren können?
Die Bibel widerspricht sich nicht. Diese beiden Passagen sprechen über grundsätzlich unterschiedliche geistliche Situationen. Um das zu verstehen, müssen wir uns die biblische Lehre über die Toten, das Jenseits und geistliche Kommunikation ansehen.
Das Gleichnis in Lukas 16 ist kein historischer Bericht, sondern eine Lehrparabel Jesu, die echte geistliche Prinzipien über das Leben nach dem Tod veranschaulicht:
Jesus betont hier die Ausreichendheit der Schrift und die Endgültigkeit des Todes.
Das Ereignis in 1. Samuel 28 ist keine göttlich angeordnete Auferstehung oder geistliche Erscheinung. Vielmehr ist es ein Bericht über Sauls Ungehorsam, weil er Gottes Gebot missachtet:
Gott sagt ausdrücklich, dass niemand in Israel ein Medium oder Wahrsager oder jemand, der die Toten heraufbeschwört, haben darf.
Saul hatte zuvor alle Medien aus dem Land entfernt, doch in seiner Not sucht er genau so jemanden auf. Dies war ein offener Akt des Ungehorsams.
Mehrere Hinweise in der Erzählung lassen Zweifel aufkommen:
Es gibt drei Hauptansichten unter Theologen:
Viele glauben, dass der „Samuel“, der erschien, in Wirklichkeit ein bekannter Geist oder Dämon war, der Samuel imitierte, um Saul zu täuschen. Satan kann sich als etwas darstellen, das er nicht ist, und Menschen in verbotene Praktiken locken.
Einige wenige argumentieren, Gott habe aus Gerichtsamkeit die wahre Gestalt Samuels zugelassen, um Saul zu richten. Diese Sicht ist jedoch umstritten, weil sie zu nahelegt, Gott reagiere auf eine Séance, was seinem Charakter und seinen Geboten widerspricht.
Eine Minderheit sieht Saul als psychologisch beeinträchtigt – durch Angst und Schuld – und die Frau hat ihn in seiner Wahrnehmung beeinflusst, sodass er glaubte, Samuel zu sehen.
Im Gleichnis bat der reiche Mann darum, dass Lazarus leiblich von den Toten zurückkehrt, um zu sprechen – etwas, das allein Gott hätte bewirken können und was Er ausdrücklich ablehnte.
Im Gegensatz dazu war das Ereignis in 1. Samuel 28:
Nein. Auf keinen Fall.
Nach der Auferstehung Jesu erklärt Christus: Er ist der, der lebt, der tot war und nun für immer lebt. Nur Jesus Christus hat Autorität über den Tod. Weder Menschen noch Dämonen haben Zugang zu den Seelen der Verstorbenen. Alles, was heute als Kontakt mit den Toten dargestellt wird, ist entweder:
Paulus warnt davor, Gemeinschaft mit Dämonen zu haben und zu praktizieren, was die Heiden als Opfer darbringen – und er macht klar, dass dies nicht Gottes Wege sind.
„Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch Christus Jesus.“
Christus allein hat den Tod besiegt und ist die einzige Stimme, der wir vertrauen sollten. Vermeide alle Formen des Okkultismus. Vertraue der Schrift. Folge Christus.
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