In Markus 13,32–37 gibt Jesus eine eindringliche Warnung und zugleich einen klaren Ruf zur Verantwortung:
„Von jenem Tag aber oder von jener Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater. Seht euch vor, wachet! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.“(Markus 13,32–33)
Jesus vergleicht seine Wiederkunft mit einem Mann, der auf Reisen geht. Er verlässt sein Haus, überträgt seinen Knechten die Verantwortung und gibt jedem seine Aufgabe. Dem Türhüter befiehlt er besonders, wachsam zu sein. Die Botschaft ist eindeutig: Auch wenn Jesus zum Vater gegangen ist, wird er wiederkommen – und dann erwartet er, dass wir treu das tun, was er uns aufgetragen hat.
Das „Haus“ in diesem Gleichnis steht für Gottes Haus, also die Gemeinde. Doch die Gemeinde ist kein Gebäude – sie besteht aus den Menschen Gottes. In Kolosser 1,13 heißt es, dass die Gläubigen diejenigen sind, die „aus der Macht der Finsternis errettet und in das Reich seines lieben Sohnes versetzt“ wurden. Wir sind aus der Sünde herausgerufen und in eine Beziehung mit Christus hineingenommen worden – dadurch gehören wir zu Gottes Haus (Epheser 2,19–22).
Wenn Jesus sagt, dass der Hausherr „jedem sein Werk gab“ (Markus 13,34), macht er deutlich: Jeder Gläubige hat eine Aufgabe im Reich Gottes. Gott beruft niemanden zur Untätigkeit. Wie in einer Familie oder an einem Arbeitsplatz hat jeder eine Funktion – und jede Aufgabe ist wichtig.
„Wir haben verschiedene Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist …“(Römer 12,6)
Ob dein Dienst Predigen, Beten, Putzen, Lehren, Ermutigen, Wachen oder Geben ist – deine Treue ist Gott wichtig. Wenn deine Aufgabe darin besteht, für Sauberkeit im Haus Gottes zu sorgen, dann tue es mit Freude und Beständigkeit. Wenn du berufen bist zu wachen und zu schützen, dann sei geistlich wachsam.
Wir dürfen nie vergessen: Geistliche Gaben sind nicht zu unserer eigenen Ehre da. Ein Wachmann erhält Uniform und Ausrüstung nicht zum Angeben, sondern zum Schutz. Genauso gibt Gott uns Gaben – ob Prophetie, Lehre oder eine Stimme zum Singen – nicht, damit wir stolz oder überlegen werden, sondern damit wir einander in Liebe dienen (1. Petrus 4,10).
„Durch einen jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller.“(1. Korinther 12,7)
Wenn Gott dir also eine schöne Singstimme gegeben hat, dann nicht, um dich über andere zu erheben oder berühmt zu machen. Sondern damit du Menschen in die Anbetung, zur Buße und in eine tiefere Beziehung zu Gott führst. Wenn du singst, werden andere erbaut und Gott wird verherrlicht – das ist der Sinn deiner Gabe.
Jesus erwartet, dass er uns bei seiner Wiederkunft treu im Dienst findet:
„Es ist wie bei einem Menschen, der außer Landes ging, sein Haus verließ und seinen Knechten Vollmacht gab, einem jeden seine Arbeit …“(Markus 13,34)
Das bedeutet: Unsere Treue wird geprüft. Gott sieht, wie wir mit dem umgehen, was er uns anvertraut hat – unsere Zeit, unsere Kraft, unsere Begabungen und unsere Möglichkeiten.
Jesus erinnert uns auch daran, dass er bald kommt – und dass er Belohnung mitbringt:
„Siehe, ich komme bald, und mein Lohn mit mir, einem jeden zu geben, wie sein Werk ist.“(Offenbarung 22,12)
Jetzt ist nicht die Zeit, leichtfertig mit unserer Berufung umzugehen oder die empfangene Gnade zu verschwenden. Die Zeit ist kurz, und das Werk ist dringend. Es ist nicht die Zeit zu sagen: „Ich bereue morgen“ oder „Ich diene Gott später“. Die richtige Zeit ist jetzt (2. Korinther 6,2).
Und wenn du dein Leben Jesus noch nicht übergeben hast, kannst du ihm auch nicht dienen. Man kann nicht für ein Unternehmen arbeiten, dem man nicht angehört. Wenn du dich Christus hingibst, wirst du geistlich in sein Reich aufgenommen – als Kind Gottes angenommen (Johannes 1,12). Der Heilige Geist wird dich dann in deine Berufung führen und dir Gaben zum Dienen geben.
Wenn du bereit bist, dein Leben Jesus zu übergeben, warte nicht. Tu aufrichtig Buße, kehre von deiner Sünde um und nimm Jesus als Herrn und Retter an. Wenn du dabei Hilfe brauchst, melde dich – wir sind bereit, diesen Weg mit dir zu gehen.
Wenn du bereits gerettet bist, aber deine Gabe oder Berufung noch nicht kennst, helfen wir dir ebenfalls gern dabei, die Gnade zu entdecken, die Gott in dein Leben gelegt hat.
Zum Schluss erinnere dich an Jesu Worte aus Lukas 9,23:
„Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz täglich auf sich und folge mir nach.“
Jesus nachzufolgen ist keine einmalige Entscheidung, sondern eine tägliche Hingabe – ein Lebensstil aus Glauben, Selbstverleugnung und Dienst.
Also: Tust du Gottes Werk?Wird er dich bei seiner Wiederkunft treu an deinem Platz finden?
Möge der Herr uns die Gnade schenken, wachsam zu bleiben, treu zu dienen und den Lauf gut zu vollenden.
Gott segne dich.
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