Welche Sandalen sollte Mose ausziehen – äußere oder innere?

Welche Sandalen sollte Mose ausziehen – äußere oder innere?

 


Welche Sandalen sollte Mose ausziehen – äußere oder innere?

(2. Mose 3,5)

Lesen wir zunächst den Text:

2. Mose 3,5
„Da sprach er: Komm nicht näher heran; zieh deine Sandalen von deinen Füßen, denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliger Boden.“

Die Sandalen, die Mose ausziehen sollte, waren tatsächliche, physische Sandalen – keine symbolischen oder „geistlichen“. Das bestätigt auch eine weitere Begebenheit in der Bibel: Josua erhielt eine ganz ähnliche Anweisung, als er der Gegenwart Gottes begegnete (Josua 5,15: „Zieh deine Sandalen aus, denn der Ort, an dem du stehst, ist heilig“).

Im Alten Testament war Reinheit vor Gott eng mit äußeren Handlungen verbunden. Waschungen, rituelle Reinigungen und auch das Ausziehen der Schuhe gehörten dazu. So wuschen Juden vor dem Essen ihre Hände; wer dies unterließ, galt als zeremoniell unrein (Markus 7,2–4).

Diese Praktiken waren Ausdruck des Bundes Gottes mit seinem Volk. Sie machten deutlich: Wer in Gottes Gegenwart tritt, soll rein sein. Deshalb zog Mose seine Sandalen aus. Sandalen stehen für den ständigen Kontakt mit dem Schmutz der Welt – Staub, Schlamm und Unrat. In diesem Sinn galten sie als unrein und mussten abgelegt werden.

Doch stellt sich die Frage: Gilt das auch heute noch?
Müssen wir uns äußerlich reinigen oder bestimmte Rituale erfüllen, um Gott zu nahen?

Die Antwort lautet eindeutig: Nein.

Im Neuen Bund entscheidet nicht mehr das Äußere über unsere Annahme vor Gott. Jesus selbst macht das unmissverständlich klar:

Matthäus 15,16–20
Jesus sagte: „Begreift ihr immer noch nicht? Alles, was in den Mund hineingeht, gelangt in den Magen und wird wieder ausgeschieden. Was aber aus dem Mund herauskommt, kommt aus dem Herzen – und das macht den Menschen unrein. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken: Mord, Ehebruch, sexuelle Unmoral, Diebstahl, falsches Zeugnis und Lästerung. Das sind die Dinge, die den Menschen unrein machen. Mit ungewaschenen Händen zu essen macht ihn nicht unrein.“

Hier verlagert Jesus den Schwerpunkt deutlich: Nicht äußerer Schmutz macht uns vor Gott unrein, sondern die Sünde im Herzen.

Theologische Einordnung

Alter Bund und Neuer Bund

Im Alten Bund hatten äußere Rituale eine wichtige Funktion. Sie waren Schattenbilder und Hinweise auf eine tiefere, innere Wirklichkeit (vgl. Hebräer 9,9–10). Sie sollten auf eine Reinheit hinweisen, die nicht nur äußerlich, sondern vor allem innerlich sein musste.

Im Neuen Bund ruft Gott seine Kinder zu einer Heiligkeit des Herzens. Diese zeigt sich im Leben, entspringt aber nicht Ritualen, sondern einer erneuerten Beziehung zu Gott (1. Petrus 1,15–16).

Die „Sandalen des Herzens“

Die Sandalen in 2. Mose können auch sinnbildlich verstanden werden: Sie stehen für das, was wir geistlich mit uns tragen. So wie Sandalen den Schmutz des Weges aufnehmen, kann unser Herz durch Sünde belastet sein – durch Lüge, Neid, sexuelle Unmoral, Stolz, Diebstahl oder Unvergebenheit.

Diese „Sandalen“ abzulegen bedeutet: Buße tun, Sünde bekennen und sich durch das Blut Jesu reinigen lassen (1. Johannes 1,7).

Gott heute begegnen

Heute treten wir nicht durch äußere Reinigungen in Gottes Gegenwart, sondern durch den Glauben an Jesus Christus. Gott sucht Menschen mit einem reinen Herzen und einem demütigen Geist (Psalm 24,3–4).

Zum Nachdenken

Hast du Jesus angenommen?
Ist dein Herz durch sein Blut gereinigt?
Hast du die „Sandalen“ der Sünde abgelegt?

Das ist es, was uns heilig und Gott wohlgefällig macht – nicht äußere Rituale, sondern ein erneuertes Herz.

Jesus ist nahe. Lasst uns ihm mit aufrichtigem Herzen begegnen, bereit zu dienen und ihn anzubeten.

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Über den Autor

Dorcas Kulwa editor

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