JE GERECHTER DU WIRST, DESTO WENIGER NIMMST DU DICH SELBST WAHR.

JE GERECHTER DU WIRST, DESTO WENIGER NIMMST DU DICH SELBST WAHR.

 


JE GERECHTER DU WIRST, DESTO WENIGER NIMMST DU DICH SELBST WAHR

Entgegen dem, was wir oft denken — nämlich dass wir, je mehr wir geistlich wachsen oder Schritte mit Gott gehen, uns selbst stärker wahrnehmen würden — ist das häufig nicht der Fall. Es fällt uns schwer, unser eigenes geistliches Wachstum wirklich zu erkennen. Meist sind es andere, die uns wahrnehmen.

Das Beispiel Mose als geistliches Vorbild

Als Mose vom Berg Sinai herabstieg, nachdem er 40 Tage und Nächte auf dem Berg in der Gegenwart Gottes verbracht hatte (dort empfing er die Gesetzestafeln), bemerkte er selbst nicht, was geschehen war. 

Laut Lutherbibel 2017 erschien „sein Angesicht leuchtend“ (“die Haut seines Angesichts glänzte”), weil er mit Gott geredet hatte. 

Die Glorie, die Mose empfing, war ein sichtbares Zeichen, aber er selbst nahm sie nicht wahr — sie blieb ihm verborgen. 

Theologisch kann dieses Leuchten verstanden werden als ein „Abglanz“ der göttlichen Herrlichkeit, der durch Gemeinschaft mit Gott auf Mose überging. Manche Ausleger vergleichen das hebräische Wort „karan“ mit „glänzen“ oder bildlich sogar mit „gehörnt“ — was in früherer Kunst zu Fehlinterpretationen führte .

Das lehrt uns Folgendes: Selbst wenn wir geistlich wachsen, Gnade und Nähe zu Gott empfangen — wir merken es nicht immer sofort. Gottes Wirken und Herrlichkeit sind oft subtil, innerlich und unsichtbar für uns selbst.

Wachstum im Glauben geschieht oft unbemerkt — Markusevangelium 4:26–29 als geistliches Gleichnis

Jesus Christus verglich das Reich Gottes mit einem Mann, der Samen aufs Land wirft, und zeigte, dass das Wachstum des Reiches — und damit geistliches Wachstum im Leben der Gläubigen — nicht unbedingt sichtbar oder „spürbar“ beginnt:

„Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft. Und schläft und steht auf, Nacht und Tag; und der Same wächst — er weiß nicht wie. Die Erde bringt von selbst Frucht hervor.“ 

Dieses Gleichnis lehrt mehrere wichtige theologische Punkte:

Das Reich Gottes kommt oft unscheinbar und unmerklich. Der Ausgangspunkt — ein Samen — scheint klein und unbedeutend. Doch Gottes Kraft lässt Wachstum geschehen, oft ohne dass der Mensch „mithelfen“ kann oder den genauen Prozess versteht. 

Unsere Seele kann man vergleichen mit dem „Ackerboden“: Wenn wir unser Herz durch Gebet, Buße und ein demütiges Leben vorbereiten, wird der „Samen des Wortes Gottes“ Raum haben, zu wachsen und Frucht zu bringen. 

Das Wachstum endet nicht unbedingt in dramatischen Erfahrungen — häufig ist Ernte (Frucht) zeitversetzt: Was heute unscheinbar beginnt, kann in der Zukunft reifes, bleibendes Zeugnis bringen. 

Schlussfolgerung: Bleib treu — auch wenn du selbst keine Veränderung spürst

Deshalb ermutige ich dich:

Verharre im Gebet, auch wenn du keine „spürbare Wirkung“ erlebst.

Bezeuge anderen den Glauben, selbst wenn du keine sofortige Resonanz erlebst.

Bleibe treu im Gottesdienst, im Geben, im Dienst — auch wenn du keine sichtbaren Früchte siehst.

Vertraue auf Gottes Wirken, nicht auf deine Gefühle oder Wahrnehmung. Denn oft ist Gottes Wirken leise — aber dauerhaft und fruchtbar.

So wie bei Mose — Gottes Herrlichkeit wirkte, aber er spürte sie kaum — so kann Gottes Veränderung in deinem Leben geschehen, auch wenn du sie nicht bewusst wahrnimmst.

Am Ende kann dein Leben dann leuchten und sichtbar Frucht tragen — und andere werden deine Hingabe, deine Nähe zu Gott und die Veränderung erkennen.

Der Herr segne dich.

 

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Über den Autor

Dorcas Kulwa editor

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