Title Juli 2022

Was können wir von Johanna und Manahen lernen?

Wenn du denkst, dass dein Umfeld dich davon entschuldigt, Jesus nachzufolgen  dann denk noch einmal nach.

Viele Menschen glauben, dass ihre Lebensumstände sie daran hindern, wahre Jünger Christi zu werden. Vielleicht sagst du:

„Ich bin in einer Religion aufgewachsen, die sich gegen das Christentum stellt. Wie soll ich ein Nachfolger Jesu werden — und dann auch noch täglich mich selbst verleugnen, um Ihm zu folgen?

Ich bin mit jemandem verheiratet, der Christus ablehnt. Meine ganze Familie glaubt nicht an Jesus und respektiert den christlichen Glauben nicht einmal. Ist es für mich überhaupt möglich, in die Gemeinde zu gehen, Gott zu dienen und als treuer Gläubiger zu leben?“

Die Antwort lautet: JA.

Es ist vollkommen möglich — wenn du bereit bist, dich selbst zu verleugnen, dein Kreuz auf dich zu nehmen und Jesus zu folgen (Lukas 9,23).

Du bist nicht der Erste, der in einem feindlichen Umfeld lebt. In der Bibel begegnen uns viele Menschen, die noch schwierigere Situationen hatten als du. Einige überwanden sie — und andere nicht. Schauen wir uns beides an.

1. Diejenigen, die nicht offen nachfolgten

Johannes 12,42:

„Doch glaubten sogar von den Obersten viele an ihn; aber wegen der Pharisäer bekannten sie es nicht, damit sie nicht aus der Synagoge ausgeschlossen würden.“

Hier sehen wir jüdische Leiter, die wirklich an Jesus glaubten — und dennoch schwiegen. Sie fürchteten, ausgeschlossen und abgelehnt zu werden. Ihr geheimer Glaube brachte keine Frucht, weil sie Christus nicht öffentlich bekennen wollten.

Jesus warnte ausdrücklich davor:

Matthäus 10,32–33:

„Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will auch ich bekennen vor meinem Vater im Himmel.

Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will auch ich verleugnen vor meinem Vater im Himmel.“

Menschenfurcht hielt sie davon ab, Jesus ganz zu gehören. Das ist eine ernste Warnung für alle, die wegen Druck von außen schweigen wollen.

2. Diejenigen, die dem Druck standhielten

Gott sei Dank zeigt uns die Bibel auch Beispiele von Männern und Frauen, die in sehr schwierigen Umständen lebten — und dennoch entschlossen Jesus nachfolgten. Zwei davon sind:

  • Johanna, die Frau des Chuzas, eines Verwalters im Hof des Herodes,
  • Manahen, ein Freund und Pflegebruder des Herodes.

Johanna: Eine mutige Jüngerin im Palast eines Tyrannen

Johanna war mit Chuzas verheiratet, dem Haushalter König Herodes. Die Herodes-Dynastie war bekannt dafür, Gottes Volk zu verfolgen:

  • Herodes der Große versuchte, das Jesuskind zu töten (Matthäus 2,16).
  • Herodes Antipas ließ Johannes den Täufer enthaupten (Matthäus 14,10).
  • Herodes Agrippa ließ Jakobus töten und wollte auch Petrus hinrichten (Apostelgeschichte 12,1–3).

Wer zum Haus Herodes gehörte, lebte mitten in Feindschaft gegen das Evangelium. Und doch entschied sich Johanna — trotz der Gefahr — eine Jüngerin Jesu zu werden. Nicht im Verborgenen, sondern offen.

Lukas 8,1–3:

„Und es begab sich, danach zog er durch Städte und Dörfer und verkündigte und predigte das Evangelium vom Reich Gottes; und die Zwölf waren mit ihm,

dazu etliche Frauen … darunter Johanna, die Frau des Chuzas, eines Verwalters Herodes, und Susanna und viele andere, die ihm mit ihrer Habe dienten.“

Johanna unterstützte Jesu Dienst — geistlich und finanziell. Sie riskierte Ruf, Stellung und sogar ihr Leben.

Ihr Beispiel zeigt: Jüngerschaft kostet uns manchmal Sicherheit, Ansehen und Beziehungen — aber sie führt zu ewiger Herrlichkeit.

Manahen: Ein Prophet aus dem Palast

Apostelgeschichte 13,1:

„In der Gemeinde zu Antiochia waren Propheten und Lehrer: Barnabas, Simeon mit dem Beinamen Niger, Lucius von Kyrene, Manahen, ein Jugendgefährte des Herodes, und Saulus.“

Manahen wuchs Seite an Seite mit Herodes Antipas auf. Gleiche Umgebung — gleicher Einfluss — derselbe Palast.

Doch als er das Evangelium hörte, traf er eine andere Entscheidung. Er stellte sich auf die Seite Christi — und wurde ein angesehener Prophet und Lehrer der Gemeinde.

Das ist ein starkes Zeugnis:

Zwei Männer unter demselben Dach —

der eine verfolgt Gottes Diener,

der andere dient dem lebendigen Gott.

Manahen zeigt: Dein Hintergrund bestimmt nicht deine Zukunft.

Gott kann jeden berufen — auch aus den unwahrscheinlichsten Orten — wenn er bereit ist, Ihm ganz zu folgen.

Schluss: Was hält dich noch zurück?

Wenn Johanna und Manahen Jesus folgen konnten — mitten im Haus Herodes, einer Familie, die Christus bekämpfte — welche Entschuldigung bleibt uns dann?

Diese beiden werden im Gericht gegen jene zeugen, die sagten: „Meine Situation ist zu schwierig“ (vgl. Matthäus 12,41–42).

Wenn du mit einem Ungläubigen verheiratet bist, oder in einem Haus lebst, in dem Christus abgelehnt wird:

Schäme dich nicht.

Bekenne deinen Glauben.

Folge Jesus.

Verleugne dich selbst.

Sei mutig.

Matthäus 16,25:

„Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden.“

So wie Johanna und Manahen — wähle Christus, auch wenn es dich alles kostet.

Denn Gott ehrt die, die Ihn ehren (1. Samuel 2,30).

Maranatha — Komm, Herr Jesus!

Print this post

Und alles Volk stand früh auf und ging in den Tempel

 


 

Gepriesen sei der Name unseres Herrn Jesus Christus!
Lasst uns gemeinsam das Wort Gottes betrachten.

Lukas 21,37–38 (LUT 2017)

„Des Tages aber lehrte er im Tempel; des Nachts aber ging er hinaus und blieb an dem Berge, den man Ölberg nennt. Und alles Volk machte sich früh auf zu ihm, ihn im Tempel zu hören.“

Hast du dich schon einmal gefragt, warum Jesus in den letzten Tagen seines Dienstes in Jerusalem nicht in einem Haus übernachtete, sondern auf dem Ölberg schlief?

Es war keineswegs, weil er keinen Ort zum Übernachten gehabt hätte oder niemand ihn aufnehmen wollte. Im Gegenteil: Jesus hatte viele Jünger und Freunde, einige davon wohlhabend und angesehen, die ihn gerne beherbergt hätten.

Ein Beispiel ist Josef von Arimathäa  ein reicher Mann und heimlicher Jünger Jesu. Nach der Kreuzigung ging er mutig zu Pilatus, bat um den Leib Jesu und legte ihn in sein eigenes neues Grab.

Matthäus 27,57–58 (LUT 2017)

„Am Abend aber kam ein reicher Mann aus Arimathäa, der hieß Josef und war auch ein Jünger Jesu. Der ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, man sollte ihm ihn geben.“

Ein weiteres Beispiel ist der Hausbesitzer, der den Oberraum für das Passahmahl zur Verfügung stellte. Die Schrift beschreibt ihn als geräumig und gut ausgestattet  also ganz offensichtlich das Haus eines wohlhabenden Mannes.

Markus 14,13–15 (LUT 2017)

„Und er sandte zwei seiner Jünger und sprach zu ihnen: Geht hin in die Stadt, und es wird euch ein Mensch begegnen, der einen Wasserkrug trägt; folgt ihm, und wo er hineingeht, da sprecht zum Hausherrn: Der Meister lässt dir sagen: Wo ist das Gastzimmer, in dem ich das Passa mit meinen Jüngern essen kann? Und er wird euch einen großen Saal zeigen, der mit Polstern versehen und fertig ist; dort bereitet es für uns zu.“

Warum also zog es Jesus vor, unter freiem Himmel auf dem Ölberg zu schlafen, statt bei seinen Jüngern in Jerusalem zu übernachten?

Die Schrift zeigt uns zwei klare Gründe:


1. Um in der Stille zu beten

Jesus war ein Mann des Gebets.
Gebet war für ihn nicht nur eine Gewohnheit  es war der Atem seines Dienstes.
Oft zog er sich zurück, um allein mit dem Vater Gemeinschaft zu haben.
Der Ölberg, still und abgeschieden östlich von Jerusalem gelegen, war der ideale Ort dafür.

Lukas 22,39 (LUT 2017)

„Und er ging hinaus und begab sich, wie er gewohnt war, an den Ölberg; es folgten ihm aber auch die Jünger.“

Er suchte einen Ort frei von Ablenkungen – kein geschäftiges Haus, keine Pflichten, kein Lärm.
Er wusste: Wahres Gebet braucht Stille.
Das lehrt auch uns heute: Wenn wir beten wollen, müssen wir bewusst Raum schaffen, in dem unsere Gedanken zur Ruhe kommen können.
Unsere Umgebung hat Einfluss auf die Tiefe unserer Gemeinschaft mit Gott.

Selbst in Gethsemane, am Fuß des Ölbergs, rang er im Gebet, kurz bevor er verhaftet wurde (vgl. Lukas 22,44).
Sein Aufenthalt dort war kein Zufall  es war Ausdruck seines geistlichen Lebensrhythmus: Gewohnheit, Nähe und Hingabe.


2. Um früh im Tempel zu sein

Ein weiterer Grund war seine Hingabe an seinen Auftrag.
Er wollte früh im Tempel sein, um die Menschen täglich zu lehren.
Er lebte mit einem tiefen Bewusstsein für Zeit und Aufgabe.
Wäre er in Häusern geblieben, hätte ihn das leicht aufgehalten  durch Mahlzeiten, Gespräche oder andere häusliche Ablenkungen.

Denken wir an die Begebenheit mit Martha und Maria:

Lukas 10,38–40 (LUT 2017)

„Und es begab sich, als sie weiterzogen, dass er in ein Dorf kam; und eine Frau mit Namen Martha nahm ihn auf. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu. Martha aber machte sich viel zu schaffen mit der Bedienung; und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester allein dienen lässt? Sage ihr doch, dass sie mir helfe!“

Jesus wusste, dass solche gut gemeinten Ablenkungen den geistlichen Fokus stören konnten.
Auf dem Ölberg aber konnte er früh aufstehen, sich waschen und in wenigen Minuten hinüber zum Tempel gehen  bereit, zu lehren.
Der Ölberg liegt nur wenige hundert Meter vom Tempelberg entfernt  ein strategisch günstiger Ort.

Er war ein Vorbild an geistlicher Disziplin.
Die Menschen sahen seine Hingabe  und sie folgten seinem Beispiel.

Lukas 21,38 (LUT 2017)

„Und alles Volk machte sich früh auf zu ihm, ihn im Tempel zu hören.“

Sein Eifer weckte Eifer in anderen.
Sie standen immer früher auf, um seine Lehre nicht zu verpassen.
Er predigte nicht nur mit Worten  er predigte mit seinem Leben.


Geistliche Lehre für uns heute

Auch heute „steht der Herr früh auf“, um in seinem Haus denen zu begegnen, die ihn lieben.
Wer ihn wirklich sucht, tut das nicht schläfrig oder halbherzig  er steht auf, er macht sich auf den Weg, er hat Hunger nach Gott.

Doch zwei Dinge lähmen heute viele Gläubige: Schlaf und Gleichgültigkeit.

Zu viel Schlaf und geistliche Trägheit gehören zu den häufigsten Gründen, warum Christen zu spät zum Gottesdienst kommen oder ihn ganz versäumen.
Diese beiden Feinde betäuben unseren Geist und rauben uns Begegnungen mit Gott.

Markus 13,35–37 (LUT 2017)

„Darum wachet; denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob am Abend oder zu Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder am Morgen, damit er euch nicht schlafend finde, wenn er plötzlich kommt. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wachet!“

Und Jesus sprach zu seinen Jüngern:

Lukas 22,46 (LUT 2017)

„Und er sprach zu ihnen: Was schlaft ihr? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt!“

Es gibt kein Gebet, das Faulheit vertreibt  nur Entscheidung und Disziplin.
Als Jesus Petrus, Jakobus und Johannes schlafend fand, trieb er keinen Dämon aus; er sagte schlicht:

„Konntet ihr nicht eine Stunde mit mir wachen?“ (vgl. Matthäus 26,40–41)

Darum gilt auch uns:
Triff eine bewusste Entscheidung.
Steh früh auf.
Geh in das Haus Gottes.
Suche sein Angesicht mit wachem Herzen.

Wenn deine Gemeinde weit entfernt ist, plane im Voraus.
Übernachte in der Nähe oder nimm an einer Gebetsnacht teil  aber sei früh da, bereit zu hören und zu empfangen.

Wer aus Trägheit zu spät kommt oder ohne Hunger nach Gott erscheint, entehrt den Herrn.
An solchen Tagen ist es manchmal besser, zu Hause zu bleiben  denn ohne Bereitschaft empfängt man nichts.


Schlusswort

Verwirf den Geist der Schläfrigkeit.
Verwirf geistliche Bequemlichkeit.
Steh früh auf.
Geh in die Gemeinde.
Zeig dem Herrn, dass du sein Wort und seine Gegenwart liebst.

Denn wer ihn früh sucht, der wird ihn finden.

Sprüche 8,17 (LUT 2017)

„Ich liebe, die mich lieben, und die mich suchen, finden mich.“

Maranatha! Der Herr kommt bald.
Möge er uns wach, eifrig und suchend finden, wenn er wiederkommt.

Der Herr segne uns alle.


 

Print this post

Besondere Unterweisung für Neubekehrte

Teil Eins: Schreien und Ernähren

Gnade und Friede sei mit euch im mächtigen und wunderbaren Namen unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus. Ihm sei alle Ehre und Anbetung – jetzt und in Ewigkeit. Amen.

Dies ist der erste Teil einer Lehrreihe, die speziell für diejenigen vorbereitet wurde, die vor Kurzem zum Glauben an Christus gekommen sind. Wenn du ein neuer Gläubiger bist – oder wenn jemand in deinem Umfeld Jesus als Herrn und Erlöser angenommen hat – dann werden dir diese Lehren zur Stärkung und Ermutigung dienen.

Was bedeutet es, gerettet zu sein?

Wenn wir von „gerettet“ sprechen, meinen wir damit die Wiedergeburt – jene geistliche Neugeburt, von der Jesus in Johannes 3,3 spricht:

„Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“

 Johannes 3,3

Diese Neugeburt umfasst mehrere grundlegende Schritte:

  • Aufrichtige Buße und völlige Abkehr vom sündigen Lebensstil (Apostelgeschichte 3,19).

  • Die Taufe durch Untertauchen, als öffentliches Bekenntnis des Glaubens und Gehorsams gegenüber Christus (Johannes 3,23; Römer 6,4).

  • Empfangen des Heiligen Geistes (Apostelgeschichte 2,38), der im Gläubigen

    wohnt und ihn stärkt.

Wer diesen Weg gegangen ist, hat die geistliche Neugeburt erfahren. Doch das ist nur der Anfang des Glaubensweges.

Die Errettung ist der Anfang – nicht das Ende

Viele neue Gläubige denken irrtümlich, ihr geistliches Wachstum sei abgeschlossen, sobald sie Buße getan und sich taufen lassen haben. Sie bleiben stehen – ohne zu erkennen, dass die Neugeburt sie zu geistlichen Säuglingen macht: lebendig, ja, aber auf Pflege und Wachstum angewiesen.

Man kann wiedergeboren sein und dennoch geistlich unreif – oder sogar geistlich schwach und lebensarm – bleiben, wenn man nicht wächst.

So wie ein neugeborenes Kind zerbrechlich und abhängig ist, gilt das auch für die geistlich Neugeborenen. Und wie körperliche Babys müssen auch geistliche Säuglinge zwei Zeichen des Lebens zeigen:

  1. Sie müssen schreien.
  2. Sie müssen sich ernähren.

Schauen wir uns diese beiden Lebenszeichen an:

1. Schreien – Das erste Zeichen geistlichen Lebens

Wenn ein Kind geboren wird, reizt die Hebamme oder der Arzt es oft leicht, damit es schreit. Dieses Schreien ist wichtig – es zeigt, dass das Kind lebt und atmet. Stille ist ein Warnzeichen, Schreien ein Beweis für Leben.

Genauso ist es im Geistlichen.

Wer wirklich wiedergeboren ist, trägt ein inneres „Schreien“ in sich – ein Sehnen nach Gott, ein Hunger zu verstehen, ein Verlangen, den kennenzulernen, der rettet. Der Neubekehrte versteht dieses innere Rufen vielleicht nicht ganz – aber reife Christen erkennen es.

Dieses geistliche „Schreien“ zeigt sich durch:

  • Den Wunsch, regelmäßig den Gottesdienst zu besuchen.
  • Eine innere Unruhe, bis man gelernt hat zu beten.
  • Das Verlangen, die Bibel zu verstehen.
  • Den Wunsch nach Gemeinschaft und geistlicher Anleitung.

Geistliche Mütter und Väter müssen diesen Schrei erkennen – und darauf reagieren, wie eine Mutter auf ihr weinendes Kind reagiert.

2. Ernähren – Die Notwendigkeit geistlicher Nahrung

Nach dem Schreien kommt das Ernähren. Ein Säugling weiß instinktiv, wie er saugen soll. Niemand muss es ihm beibringen – es ist angeboren. Ebenso hat der neue Gläubige einen natürlichen Hunger nach Gottes Wort. Die Bibel nennt es „geistliche Milch“.

„Seid als neugeborene Kinder begierig nach der vernünftigen, unverfälschten Milch, damit ihr durch sie wachset zur Seligkeit.“

 1. Petrus 2,2 

Diese Nahrung ist unverzichtbar. Ohne sie kann der Gläubige nicht wachsen. Ein Baby, das nicht trinkt, wird schwach und gefährdet. Genauso verhält es sich im Geistlichen: Wer das Wort Gottes, Gebet und Gemeinschaft vernachlässigt, wird anfällig für Versuchung, Verwirrung und geistliche Täuschung.

Ein biblisches Beispiel dafür finden wir in der Geschichte des kleinen Mose.

Biblische Veranschaulichung: Der Schrei des Mose

In 2. Mose 2,6 lesen wir von Mose, der von seiner Mutter verborgen wurde, um ihn vor dem Erlass des Pharao zu schützen. Als sie ihn nicht länger verstecken konnte, setzte sie ihn in einem Korb auf dem Nil aus. Die Tochter des Pharao fand ihn – und etwas Entscheidendes geschah:

„Und als sie ihn öffnete, sah sie das Kind, und siehe, der Knabe weinte. Da erbarmte sie sich seiner und sprach: Das ist eines der hebräischen Kinder.“

 2. Mose 2,6 

Der Kleine schrie – und dieser Schrei rettete ihm das Leben. Er bewegte das Herz der Prinzessin, die dann Mose’ eigene Mutter als Amme anstellte. So wurde Mose ernährt, bewahrt und für Gottes große Aufgabe vorbereitet.

Wäre er still geblieben, hätte er vielleicht nicht überlebt. Aber weil er schrie, wurde er gepflegt und großgezogen.

Ein Wort der Warnung für Neubekehrte

Wenn du behauptest, wiedergeboren zu sein, aber:

  • kein Interesse an Gottes Dingen,
  • kein Verlangen nach Gebet,
  • keinen Hunger nach der Bibel,
  • keine Sehnsucht nach Gemeinschaft

hast, dann bist du vielleicht geistlich tot – oder gefährlich eingeschlafen.

Isoliere dich nicht. Ziehe dich nicht von deinen geistlichen Leitern oder deiner Gemeinde zurück. Lass nicht Tage oder Wochen vergehen, ohne geistliche Nahrung zu suchen oder deinen geistlichen Zustand mitzuteilen. Widerstehe der Passivität.

Du bist eine neue Schöpfung (2. Korinther 5,17) – beginne auch so zu leben.

Sei begierig nach der reinen Milch des Wortes Gottes. Warte nicht darauf, dass andere dir nachlaufen. So wie niemand einem Baby beibringt zu schreien oder zu trinken, so sollte auch dein geistlicher Instinkt dich zu Gott hinziehen.

„Wer im Wort unterrichtet wird, der gebe dem, der ihn unterrichtet, Anteil an allen Gütern.“

 Galater 6,6 

Ermutigung zum Schluss

Erinnere dich, lieber Neubekehrter, an diese zwei entscheidenden Zeichen geistlichen Lebens:

Schreien und Ernähren.

Sehne dich nach Gott. Suche sein Wort. Halte dich an deine geistliche Familie.

Das sind die ersten Schritte zu einem starken, fruchtbaren und reifen Christenleben.

Der Herr stärke und leite dich auf deinem Weg des Wachstums.

Schalom.

Print this post

WAS DENKST DU JETZT ÜBER DAS HIMMELREICH?

Was denkst du im Moment über das Reich Gottes?

Hast du jemals innegehalten, um über den geistlichen Zustand derer nachzudenken, die nach uns kommen? Wie wird es den kommenden Generationen geistlich ergehen – besonders wenn die heutige Generation die nächsten 20 Jahre nicht übersteht? Angesichts des schnellen moralischen Verfalls um uns herum: Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, welche Schritte du heute unternimmst, damit die zukünftigen Generationen nicht ohne das Brot des Lebens bleiben?

Wir gehören zu einer Generation, die täglich verfällt. Hast du darüber nachgedacht, wie die Dinge in zehn Jahren sein könnten? Wenn du erwartest, dass die Zukunft schlimmer sein könnte als die Gegenwart, dann frage dich auch: Was tue ich heute, damit Satan in jener Zeit keinen Angriffspunkt findet?

Denk daran: Wenn du heute deine Zeit, deinen Verstand und deine Kraft nicht investierst, um für das Reich der Himmel zu denken und zu handeln, wird Gott trotzdem durch andere wirken, denn Sein Werk muss weitergehen. Doch indem du dich nicht beteiligst, riskierst du, ewigen Lohn zu verlieren.

Zwei biblische Beispiele: Daniel und Joseph

Um Inspiration und Weisheit für den Aufbau des Reiches Gottes zu gewinnen, betrachten wir zwei Männer in der Bibel: Daniel und Joseph. Beide hatten die Gabe, Träume zu deuten, doch jeder ging seinen Auftrag auf unterschiedliche Weise an.

Daniel

Nebukadnezar, der König von Babylon, hatte einst einen beunruhigenden Traum, dessen Inhalt er vergessen hatte. Daniel betete ernstlich, und Gott offenbarte ihm sowohl den Traum als auch die Deutung. Daniel erklärte dem König mutig alles, und alles erfüllte sich genau wie vorausgesagt. Der König ehrte Daniel sehr – doch nicht in dem Maße wie Joseph.

Joseph

Der Pharao von Ägypten träumte ebenfalls – doch im Gegensatz zu Nebukadnezar erinnerte er sich an seine Träume sehr genau. Joseph deutete die Träume nicht nur, sondern gab auch einen strategischen Plan. Er wusste, dass viele falsche Deuter irreführende Antworten geben würden, und so geschah es auch. Doch Josephs Deutung war einzigartig, weil sie mit Weisheit und praktischen Schritten verbunden war.

Das Geheimnis hinter Josephs anerkannter Deutung

Joseph sagte nicht nur sieben Jahre des Überflusses und sieben Jahre der Hungersnot voraus – er legte auch fest, wie man sich darauf vorbereiten sollte:

1. Mose 41,28–40 

„Das ist nun, was ich zu dem Pharao gesagt habe: Gott hat dem Pharao kundgetan, was er vorhat. Siehe, sieben Jahre kommen, da großer Überfluss in ganz Ägyptenland sein wird. Und nach ihnen werden sieben Jahre der Hungersnot kommen …

So sehe der Pharao nun nach einem verständigen und weisen Mann, den er über Ägyptenland setze, und bestelle Amtleute über das Land und nehme den Fünften in Ägyptenland in den sieben reichen Jahren … Und die Nahrung sei dem Land aufbewahrt für die sieben Jahre der Hungersnot …

Da sprach der Pharao zu seinen Großen: Können wir einen solchen Mann finden, in dem der Geist Gottes ist? … Du sollst über mein Haus sein, und deinem Wort soll all mein Volk gehorsam sein.“

Josephs Weisheit lag darin, Offenbarung mit praktischer, vorausschauender Handlung zu verbinden. Selbst wenn die Hungersnot nicht gekommen wäre, wäre es dennoch klug gewesen, in Zeiten des Überflusses Vorräte anzulegen. Diese Weitsicht verschaffte Joseph unvergleichliche Gunst vor dem Pharao – größer als die Ehre, die Daniel von Nebukadnezar erhielt.

Anwendung: Was bedeutet das für uns heute?

Wünschst du dir Gottes Gunst wie Joseph?

Dann beginne jetzt, ernsthaft über das Evangelium Christi und seine Zukunft nachzudenken.

  • Wenn du Prediger bist: Investiere in kommende Generationen, indem du treu predigst und Jünger machst.
  • Wenn du Unterstützer bist: Gib großzügig, damit sich das Evangelium ausbreitet und Kinder, die heranwachsen, nicht mehr Diskotheken und Bars als Gemeinden vorfinden.
  • Lass nicht zu, dass Banden und finstere Gruppen zahlreicher werden als jene, die das wahre Evangelium suchen.

Satan hat längst begonnen, nicht nur diese Generation zu zerstören, sondern viele kommende. Wie sollen wir, die wir uns zu Christus bekennen, darauf reagieren? Wenn du das wahre Evangelium empfangen hast, mache es verständlich und zugänglich für die, die nach uns kommen. So schenkt dir Gott Gunst.

Sprüche 13,22 

„Der Gute vererbt auf Kindeskinder …“

Lasst uns von Joseph lernen und danach streben, Gottes Gunst zu empfangen, indem wir ein bleibendes geistliches Erbe hinterlassen.

Schlussgedanke

Das Reich Gottes ist nicht nur eine zukünftige Hoffnung, sondern eine gegenwärtige Verantwortung. Es ruft uns zu kluger Haushalterschaft über Zeit, Ressourcen und Einfluss auf.

Sei wie Joseph – ein Mensch mit Offenbarung und praktischer Weisheit. Baue das Reich Gottes heute, damit die kommenden Generationen vom Brot des Lebens essen können.

Maranatha!

Print this post

WAS MÜSSEN WIR TUN, DAMIT WIR REIN VOR GOTT ERSCHEINEN?


Gepriesen sei unser Herr Jesus Christus – für immer und ewig. Ehre und Lob gehören Ihm allein, zu jeder Zeit!

Die Bibel zeigt uns, dass alles, was im Alten Bund geschrieben wurde, ein Schatten des Neuen, geistlichen Bundes war. Viele Anweisungen im Alten Testament, die sich auf das Fleischliche bezogen, waren lediglich ein Vorgeschmack auf den besseren Neuen Bund im Geist.

Es ist wie bei einem Kind im Kindergarten, das gerade erst beginnt, das Rechnen zu lernen. Man kann ihm nicht einfach 5 – 3 = 2 aufschreiben und erwarten, dass es das versteht. Für dich mag das einfach erscheinen, weil du das Konzept bereits verstehst – aber für ein Kind braucht es greifbare Mittel wie Stöckchen oder Steine. Es zählt bis fünf, nimmt dann drei weg und sieht, dass zwei übrig bleiben. In seinem Kopf bedeutet Rechnen dann: Stöcke und Steine. Aber mit der Zeit wird es diese Hilfsmittel nicht mehr brauchen.

Genauso war es mit dem Alten Testament: Es war eine Einführung, ein erster Schritt, um den besseren geistlichen Bund zu verstehen. (vgl. Hebräer 10,1 und Kolosser 2,16–17)

Zurück zu unserem Thema:

Was müssen wir tun, damit wir rein vor Gott erscheinen?

In der Tora hat Gott alle Tiere in zwei Hauptgruppen unterteilt:

  • Reine Tiere
  • Unreine Tiere

Damit ein Tier als rein galt, musste es drei klare Merkmale erfüllen:

  1. Es musste wiederkäuen
  2. Es musste gespaltene Hufe haben
  3. Die Hufe mussten vollständig gespalten sein

Wenn ein Tier eines dieser Merkmale nicht erfüllte – auch wenn es zwei davon hatte – galt es als unrein und durfte weder gegessen noch angerührt werden.

3. Mose 11,2-8:
„Redet zu den Kindern Israels und sprecht: Das sind die Tiere, die ihr essen dürft unter allen Tieren auf Erden:
3 Alles, was gespaltene Klauen hat und wiederkäut unter den Tieren, das dürft ihr essen.
4 Doch von denen, die wiederkäuen oder gespaltene Klauen haben, dürft ihr diese nicht essen: das Kamel, denn es käut wohl wieder, hat aber keine gespaltenen Klauen; es ist euch unrein.
5 Auch den Klippdachs, denn er käut wohl wieder, hat aber keine gespaltenen Klauen; er ist euch unrein.
6 Auch den Hasen, denn er käut wohl wieder, hat aber keine gespaltenen Klauen; er ist euch unrein.
7 Auch das Schwein, denn es hat wohl gespaltene Klauen, aber es käut nicht wieder; es ist euch unrein.
8 Von ihrem Fleisch sollt ihr nicht essen, auch ihr Aas sollt ihr nicht anrühren; sie sind euch unrein.“

Warum waren diese Tiere unrein?

Nicht, weil sie giftig waren oder gesundheitsschädlich – viele dieser Tiere werden auch heute gegessen, ohne dass Menschen daran sterben. Der wahre Grund liegt im geistlichen Sinn, den Gott uns lehren wollte – damit wir im Neuen Bund besser verstehen, was „unrein“ wirklich bedeutet.

1. Das Wiederkäuen

Tiere, die wiederkäuen, sind in der Lage, das bereits verschluckte Futter wieder hochzuholen, um es erneut zu kauen – wie Kühe, Giraffen oder Kamele. Sie haben spezielle Mägen dafür.

Was bedeutet das geistlich?

Ein wiederkäuendes Tier steht sinnbildlich für eine Person, die das Wort Gottes immer wieder bedenkt, darüber nachsinnt und es in ihrem Leben anwendet. Du hörst das Wort nicht nur – du setzt es auch um. Wenn du aber nur hörst, ohne zu handeln, dann bist du in Gottes Augen wie ein unreines Tier, das nicht wiederkäut – du wirst das Himmelreich nicht erben.

Vergiss auch nicht die Güte Gottes in deinem Leben – denn Vergesslichkeit ist ebenfalls ein Zeichen von Unreinheit.

Jakobus 1,22:
„Seid aber Täter des Wortes und nicht bloß Hörer, die sich selbst betrügen!“

2. Gespaltene Hufe – Standfestigkeit im Glauben

Ein Tier mag zwar wiederkäuen, wie das Kamel, aber ohne gespaltene Hufe gilt es dennoch als unrein. Warum?

Ohne Hufe fehlt der Schutz an den Füßen. Es ist anfällig auf unebenem Boden, verletzlich und schwach. Hufe stehen sinnbildlich für Standfestigkeit und Bereitschaft, dem Herrn zu dienen – egal in welcher Lage.

Epheser 6,15:
„und an den Füßen bereit, das Evangelium des Friedens zu verkündigen.“

Ein Soldat ohne Schuhe kann nicht kämpfen. Ebenso ist ein Gläubiger ohne Bereitschaft und feste Grundlage schwach und wird aufgeben, wenn Schwierigkeiten kommen. Wenn du aber bereit bist, dem Herrn zu dienen, wo immer Er dich hinführt, dann bist du wie ein Tier mit Hufen – bereit für den geistlichen Kampf.

3. Vollständig gespaltene Hufe – Das Wort richtig teilen

Es gab Tiere, die wiederkäuten und Hufe hatten, aber deren Hufe nicht vollständig gespalten waren – und sie galten trotzdem als unrein.

Warum?

Die Hufe symbolisieren das Evangelium – aber es reicht nicht, nur bereit zu sein. Du musst auch lernen, das Wort richtig zu teilen und zu unterscheiden.

2. Timotheus 2,15:
„Strebe danach, dich Gott bewährt zur Verfügung zu stellen als ein Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht teilt.“

Einige Menschen verstehen das Alte Testament falsch – sie sehen z. B., dass Abraham oder David mehrere Frauen hatten und glauben, das sei heute auch noch in Ordnung. Aber sie haben den geistlichen Sinn dahinter nicht erkannt. Ihnen fehlt die Offenbarung durch den Heiligen Geist.

Deshalb sagt Paulus:

1. Timotheus 4,1-5:
„Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten manche vom Glauben abfallen und verführerischen Geistern und Lehren von Dämonen folgen werden […]
Sie verbieten zu heiraten und Speisen zu genießen, die Gott geschaffen hat, damit die Gläubigen sie mit Danksagung annehmen […]
Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, wenn es mit Danksagung empfangen wird.“


Fazit:

Wenn du drei geistliche Merkmale erfüllst:

  1. Du setzt das Wort Gottes im Alltag um (Wiederkäuen)
  2. Du bist bereit, Gott überall zu dienen (Hufe haben)
  3. Du verstehst das Wort richtig und teilst es in Wahrheit (Gespaltene Hufe)

… dann bist du rein vor Gott – wie ein reines Tier im Alten Bund. Und so kannst du Gott nahekommen.

„Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch!“ – Jakobus 4,8

Gott segne dich reichlich.
Bitte teile diese Botschaft mit anderen, damit auch sie lernen, wie man rein vor Gott erscheinen kann.


Print this post

Wer waren die „Söhne der Propheten“?

Frage: In der Bibel begegnet uns immer wieder der Ausdruck „Söhne der Propheten“. Wer genau waren diese Männer? Welche Rolle spielten sie, und warum wurden sie so genannt? Gibt es solche Menschen auch heute noch?

Antwort: Im Alten Testament wird tatsächlich eine Gruppe von Männern als „Söhne der Propheten“ bezeichnet. Sie werden an mehreren Stellen erwähnt (siehe 1. Könige 20,35; 2. Könige 2,3.5.7; 2. Könige 4,1).

Diese „Söhne der Propheten“ waren prophetische Jünger – Männer, die sich dem Studium und der Bewahrung der prophetischen Überlieferung widmeten, die von früheren Propheten weitergegeben wurde. Sie waren nicht zwangsläufig selbst Propheten im vollen Sinne, sondern eher Schüler oder Lehrlinge unter der Leitung eines erfahrenen Propheten.

Theologischer Hintergrund:

Prophetie im Alten Testament war ein göttliches Geschenk, das durch den Heiligen Geist verliehen wurde. Es war keine Fähigkeit, die man sich durch menschliches Training aneignen konnte, sondern wurde souverän von Gott gegeben.

4. Mose 11,25:
„Da kam der HERR hernieder in der Wolke und redete mit ihm und nahm von dem Geist, der auf ihm war, und legte ihn auf die siebzig Ältesten. Und als der Geist auf ihnen ruhte, weissagten sie, aber danach nicht mehr.“

4. Mose 12,6–8:
„Hört meine Worte! Ist jemand unter euch ein Prophet des HERRN, dem will ich mich kundtun in Gesichten oder will mit ihm reden in Träumen. Aber so steht es nicht mit meinem Knecht Mose. […] Von Mund zu Mund rede ich mit ihm und nicht in dunklen Worten.“

Die „Söhne der Propheten“ lernten also die prophetische Überlieferung kennen, um Gottes Offenbarungen richtig zu verstehen und falsche Prophetie zu vermeiden. Sie studierten die früheren Schriften und Aussprüche von Propheten wie Mose, Jesaja, Jeremia und anderen, um sicherzustellen, dass neue prophetische Botschaften mit Gottes geoffenbarter Wahrheit übereinstimmten.

Zweck der „Söhne der Propheten“:

Ihre Aufgabe war es, Gottes Wort zu prüfen und zu bestätigen, indem sie neue Offenbarungen mit früheren Prophezeiungen abglichen. Das war notwendig, denn Gottes Wort ist beständig und widerspricht sich nicht.

Psalm 119,89:
„HERR, dein Wort bleibt ewiglich, so weit der Himmel reicht.“

Jesaja 40,8:
„Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.“

Ein Prophet musste im Einklang mit der Schrift und den wahren Propheten vor ihm reden.

Biblisches Beispiel:

Jeremia – selbst einer der „Söhne der Propheten“ – verkündigte, dass Israel ins Exil nach Babylon geführt würde:

Jeremia 25,8–11:
(Zusammengefasst) Wegen der Sünde des Volkes kündigte Gott Gericht und die babylonische Gefangenschaft an.

Jeremia verglich seine Visionen mit früheren Prophezeiungen, etwa von Jesaja, der ebenfalls Gottes Gericht ankündigte:

Jesaja 13,6–13:
„Heult, denn der Tag des HERRN ist nahe; er kommt wie eine Verwüstung vom Allmächtigen.“

Jeremia stellte sich auch dem falschen Propheten Hananja entgegen, der Frieden prophezeite – im Widerspruch zu Gottes Wort.

Jeremia 28,7–8:

„Nur höre doch dieses Wort, das ich vor deinen Ohren und vor den Ohren des ganzen Volks rede: Die Propheten, die vor mir und vor dir von alters her gewesen sind, die weissagten über viele Länder und große Königreiche von Krieg, Unheil und Pest.“

Jeremia 28,15–17:

„Da sprach der Prophet Jeremia zu dem Propheten Hananja: Höre, Hananja! Der HERR hat dich nicht gesandt, und du hast dies Volk verleitet, auf Lügen zu vertrauen. Darum spricht der HERR: Siehe, ich will dich von der Erde nehmen; noch in diesem Jahr wirst du sterben, denn du hast Auflehnung gegen den HERRN gepredigt. Und der Prophet Hananja starb in demselben Jahr im siebenten Monat.“

Moderne Fehlanwendung:

Leider wird der Begriff „Söhne der Propheten“ heute oft missbraucht. Manche Leiter nennen sich selbst „Oberpropheten“ und ihre Anhänger „Söhne der Propheten“ – und lehren sie angebliche Techniken, um Visionen zu empfangen oder Salböl herzustellen. Solche Praktiken stellen äußere Formen über die biblische Wahrheit und weichen vom biblischen Verständnis ab, nach dem Prophetie ein souveränes Wirken des Heiligen Geistes ist – kein erlernbares Handwerk.

Prophetie heute:

Echte Prophetie muss heute immer mit der Heiligen Schrift übereinstimmen.

2. Timotheus 3,16–17:

„Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.“

1. Korinther 14,29:

„Propheten aber sollen zwei oder drei reden, und die andern sollen es prüfen.“

Unsere „geistlichen Väter“ sind nicht Menschen oder religiöse Führer, sondern die biblischen Propheten und Apostel – Männer wie Mose, Jesaja, Jeremia, Petrus, Johannes und Paulus, die unter der Leitung des Heiligen Geistes sprachen:

Epheser 2,20:

„Erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist.“

Joel 3,14:

„Scharen über Scharen im Tal der Entscheidung; denn des HERRN Tag ist nahe im Tal der Entscheidung.“


Shalom.

Print this post

Wohin stürzten sich die Schweine? Eine theologische Betrachtung zu Markus 5,13

Markus 5,12–13 (LUT 2017):

„Und die unreinen Geister baten ihn und sprachen: Lass uns in die Schweine fahren!
Und er erlaubte es ihnen. Da fuhren die unreinen Geister aus und fuhren in die Schweine.
Und der ganze Schwarm, etwa zweitausend, stürzte den Abhang hinunter in den See, und sie ertranken im See.“

Diese eindrucksvolle Begebenheit ereignet sich unmittelbar nachdem Jesus einem Mann begegnet, der von einer Vielzahl von Dämonen besessen ist – in der Region der Gerasener. Die Dämonen, die sich selbst als „Legion“ bezeichnen (Markus 5,9), flehen Jesus an, sie nicht aus dem Gebiet zu verbannen, sondern in eine Herde Schweine zu schicken. Jesus – der seine völlige Autorität über dämonische Mächte demonstriert – gewährt ihre Bitte. Was dann geschieht, ist dramatisch und zugleich tief symbolisch: Die gesamte Herde von etwa zweitausend Schweinen stürzt sofort den steilen Abhang hinunter in den See Genezareth und ertrinkt.

Im Swahili wird das Wort für „Abhang“ mit genge übersetzt – ein Begriff, der nicht etwa einen Markt bezeichnet, wie manche meinen könnten, sondern eine steinige, abschüssige Böschung. Ein genge besteht meist aus Felsen, ist rutschig und gefährlich. Im Gegensatz zu weichen, erdigen Hängen bietet ein felsiger Abhang kaum Halt – wer einmal zu rutschen beginnt, gewinnt schnell an Geschwindigkeit und ist kaum mehr aufzuhalten.

Theologische Bedeutung:

Dieses Bild ist mehr als nur dramatisch – es ist zutiefst symbolisch. Die Schweine, die von Dämonen besessen waren, rennen kopfüber in ihren Untergang. Es ist ein starkes Sinnbild dafür, was dämonischer Einfluss verursacht: einen unaufhaltsamen Kurs in Richtung Zerstörung. Der rutschige Hang steht für die verhängnisvolle Dynamik der Sünde – wie geistliche Gebundenheit Menschen unaufhaltsam dem Tod zuführen kann.

Römer 6,23 (LUT 2017):

„Denn der Sünde Sold ist der Tod; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.“

So wie die besessenen Schweine in den Tod stürzten, ist auch der Mensch in der Gefahr des Verderbens, wenn er unter der Herrschaft der Sünde oder dämonischer Mächte steht. Doch Gott sei Dank – in Jesus Christus ist Befreiung möglich! Kein Dämon ist ihm zu mächtig, keine Fessel zu tief. Jesus hat nicht nur Autorität über das Dämonische – er schenkt auch vollständige Wiederherstellung und Freiheit.

1. Johannes 4,4 (LUT 2017):

„Kinder, ihr seid von Gott und habt jene überwunden; denn der in euch ist, ist größer als der, der in der Welt ist.“

Unsere Körper sind nicht dafür bestimmt, Gefäße für dämonische Mächte zu sein. Die Bibel lehrt uns, dass unsere Leiber Tempel des Heiligen Geistes sind.

1. Korinther 6,19 (LUT 2017):

„Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?“

Deshalb sind wir aufgerufen, den Heiligen Geist zu suchen – den, der heiligt, stärkt und ins Leben führt. Aber wie empfangen wir ihn?


Der Weg zum Empfang des Heiligen Geistes

Apostelgeschichte 2,37–39 (LUT 2017):

„Als sie aber das hörten, ging’s ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun?
Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.
Denn euch gilt diese Verheißung und euren Kindern und allen, die fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.“

Dies ist die biblische Grundlage für den Empfang des Heiligen Geistes:

  • Buße: Eine echte Umkehr vom sündigen Weg und Hingabe an Gott.

  • Taufe: Ein öffentliches Bekenntnis des Glaubens und der Reinigung von Sünde.

  • Glaube an Jesus Christus: Der einzige Name, durch den wir gerettet werden können (vgl. Apostelgeschichte 4,12).

Wer diese Schritte mit aufrichtigem Herzen geht, empfängt die Verheißung des Heiligen Geistes – eine Kraft, die das Leben von innen heraus verwandelt.

Maranatha – Der Herr kommt!


Print this post

Was ist Lobpreis? Eine biblische und theologische Betrachtung

Lobpreis ist mehr als nur ein Ausdruck – er ist ein theologischer Akt, in dem Gottes Wesen, Werke und Würde verkündet werden. Es ist die verbale und körperliche Antwort eines Herzens, das durch die Erkenntnis dessen verwandelt wurde, wer Gott ist und was Er getan hat. Wahrer Lobpreis entspringt einer tiefen inneren Überzeugung und Ehrfurcht, die sich in freudigen Handlungen äußert – im Tanzen, Singen, Rufen, Klatschen oder auch im stillen Verharren vor Seiner Majestät.

Im Kern erkennt Lobpreis Gottes höchste Autorität, Seine bundestreue Liebe (hebräisch: ḥesed) und Seine wunderbaren Taten in Schöpfung und Erlösung an. Lobpreis ist sowohl eine persönliche als auch gemeinschaftliche Antwort auf Gottes Selbstoffenbarung – durch Sein Wort, Seine Werke und Seinen Geist.


Die Schöpfung ruft uns zum Lobpreis

Wenn wir die Schöpfung betrachten – den Himmel, die Erde, Sonne, Mond, Berge und Meere –, erkennen wir Gottes Allmacht und göttliche Ordnung.

„Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Ausdehnung verkündigt das Werk seiner Hände.“
– Psalm 19,2

Die Schöpfung selbst wird zum stillen Zeugen, der uns einlädt, in ihr unaufhörliches Zeugnis von Gottes Herrlichkeit einzustimmen. Unser Lobpreis wird so zu einer Antwort auf diesen universalen Chor.


Gottes rettendes Handeln ruft zum Lobpreis

Lobpreis ist auch unsere natürliche Reaktion, wenn wir Gottes Eingreifen, Versorgung oder Heilung erfahren. Ob Er Krankheit heilt, in Zeiten des Mangels versorgt oder Türen öffnet – Lobpreis fließt aus dankbarer Anerkennung Seiner Fürsorge.

„Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: der dir alle deine Sünden vergibt und heilt alle deine Krankheiten.“
– Psalm 103,2–3

„Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen und erzähle alle deine Wunder.“
– Psalm 9,2


Der biblische Befehl zum Lobpreis

Lobpreis ist nicht nur eine Empfehlung – es ist ein Gebot:

„Ihr Reiche der Erde, singt Gott, lobsingt dem Herrn!“
– Psalm 68,33

„Lobet den HERRN, alle Heiden! Preist ihn, alle Völker!“
– Psalm 117,1

„Halleluja! Es ist gut, unserm Gott zu singen, es ist lieblich, Lobgesang ist schön.“
– Psalm 147,1

Diese Gebote zeigen: Lobpreis ist ein weltweiter Aufruf an alle Völker, Sprachen und Nationen. Es ist die Sprache der Erlösten – ein Vorgeschmack auf den Lobpreis im Himmel (vgl. Offenbarung 7,9–10).


Lobpreis bringt Gottes Gegenwart und Kraft

Die Bibel zeigt, dass Gott im Lobpreis Seines Volkes wohnt:

„Doch du bist heilig, der du thronst über dem Lobpreis Israels.“
– Psalm 22,4

Das hebräische Wort yashab (wohnen/thronen) deutet darauf hin, dass Gott dort wohnt, wo Er gelobt wird. Deshalb ist Lobpreis oft mit göttlichem Eingreifen verbunden.

Hier einige biblische Beispiele:

  • Die Mauern von Jericho fielen: Als Israel um Jericho marschierte und laut rief, stürzten die Mauern ein (Josua 6,20). Ihr Lobpreis war ein Akt des Glaubens und Gehorsams.

  • Paulus und Silas wurden befreit: Im Gefängnis sangen sie Loblieder zu Gott, woraufhin ein göttliches Erdbeben die Türen öffnete (Apostelgeschichte 16,25–26).

  • Joschafats Sieg: Angesichts einer überwältigenden feindlichen Armee setzte König Joschafat Sänger ein, die Gott priesen. Während sie sangen, ließ Gott die Feinde sich gegenseitig vernichten (2. Chronik 20,21–22).

Diese Ereignisse zeigen: Lobpreis ist nicht passiv – er ist geistlicher Kampf. Er verändert geistliche Atmosphäre, lädt Gottes Macht ein und bezeugt unser Vertrauen in Ihn.


Warum sollen wir Gott loben?

Wir loben Ihn für das, was Er ist – heilig, gerecht, liebevoll, gnädig, souverän und ewig. Und wir loben Ihn für das, was Er getan hat – die Welt erschaffen, uns durch Christus erlöst und uns durch Seinen Geist erhalten.

Sogar unser Atem ist Grund genug zum Lobpreis:

„Alles, was Odem hat, lobe den HERRN! Halleluja!“
– Psalm 150,6

„Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.“
– Römer 11,36


Ein abschließender Aufruf

Gott ist würdig, gelobt zu werden – nicht nur wegen Seiner Taten, sondern einfach weil Er ist. Unser Lobpreis bezeugt, dass Er unsere Quelle, unser Erhalter und unser Retter ist. Lobpreis bringt uns in Einklang mit dem Himmel und richtet unser Herz auf das, was droben ist (Kolosser 3,2).

Darum lasst uns den Lobpreis nicht zurückhalten. Mögen wir wie David sagen:

„Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.“
– Psalm 34,2

Shalom.


Print this post

Was ist ein „Scheune“? Ein tieferes Verständnis von Lukas 12,24

Antwort: Schauen wir uns diese Bibelstelle gemeinsam an.

In Lukas 12,24 (LUT) sagt Jesus:

„Seht die Raben: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie haben weder Vorratskammer noch Scheune, und Gott ernährt sie doch. Wie viel mehr seid ihr wert als die Vögel!“

Jesus lenkt hier unseren Blick auf die Raben und hebt hervor, dass sie keine Vorratsräume („Vorratskammer“ – ein kleiner Ort zur Lagerung von Getreide) oder große Speicher wie Scheunen haben, in denen sie Nahrung für kommende Zeiten aufbewahren könnten. Und doch versorgt Gott sie zuverlässig.

Theologische Bedeutung:
Jesus gebraucht die Raben als Beispiel für Gottes Fürsorge – Seine beständige Versorgung und liebevolle Aufmerksamkeit für die gesamte Schöpfung. Dieses Bild greift das wiederkehrende Thema der Bibel auf, dass Gott der wahre Versorger ist (vgl. Psalm 104,27–28; Matthäus 6,25–34). Dass Raben ohne Vorratslager leben können, zeigt Gottes souveräne Macht über das Leben und Seine Fähigkeit, selbst unter schwierigen Umständen zu versorgen.

Erinnere dich an die Geschichte des Propheten Elia während der Dürre (1. Könige 17,2–6 LUT):

„Und das Wort des HERRN kam zu Elia: ‚Geh weg von hier und wende dich nach Osten und verbirg dich am Bach Krit, der zum Jordan fließt. Und du sollst aus dem Bach trinken, und ich habe den Raben geboten, dass sie dich dort versorgen sollen.‘
Er aber ging hin und tat nach dem Wort des HERRN und setzte sich nieder am Bach Krit. Und die Raben brachten ihm Brot und Fleisch am Morgen und ebenso am Abend, und er trank aus dem Bach.“

Inmitten von Hungersnot und göttlichem Gericht, als „der Himmel verschlossen“ war und sowohl Menschen als auch Tiere starben (Vers 1), offenbarte Gott Seine Treue, indem Er den Raben befahl, Elia zu ernähren. Diese wundersame Versorgung zeigt: Selbst wenn natürliche Quellen versagen, bleibt Gottes Hilfe bestehen.

Was bedeutet das für Jesu Lehre?
Wenn Gott sogar für die Raben sorgt, die weder Vorräte anlegen noch wirtschaftlich planen können – wie viel mehr wird Er dann für uns, Seine Kinder, sorgen? Jesus macht deutlich: Wir sind Gott unendlich viel mehr wert als die Vögel (vgl. Matthäus 10,29–31). Diese Zusage fordert uns heraus, Gott in allen Lebenslagen zu vertrauen und unsere Sorgen um materielle Dinge abzulegen.

Weitere Ermutigung finden wir in Hebräer 13,5–6 (LUT):

„Seid nicht geldgierig und begnügt euch mit dem, was da ist; denn er hat gesagt: ‚Ich will dich nicht verlassen und nicht von dir weichen.‘
So können wir getrost sagen: ‚Der Herr ist mein Helfer, ich will mich nicht fürchten; was können mir Menschen tun?‘“

Dieser Abschnitt betont Gottes Bundestreue und Sein dauerhaftes Versprechen, uns nie allein zu lassen. Wer auf Gottes Versorgung vertraut, ist frei von Angst und Gier – und lebt in der Zuversicht, dass der Herr persönlich für ihn sorgt.


Print this post

Was bedeutet „belohnen oder vergelten“? (Matthäus 6,4, Luther 2017)

Was bedeutet „belohnen oder vergelten“? (Matthäus 6,4, Luther 2017)

„Belohnen“, „vergelten“ oder „entschädigen“ – in der biblischen Theologie steht dieses Prinzip dafür, dass Gott, der die Herzen und Absichten seiner Menschen sieht, sie entsprechend ihrer Treue, ihres Gehorsams und ihrer Aufrichtigkeit belohnt. Diese Belohnung ist nicht immer materiell; sie kann geistlich, ewig oder beides sein.

Schauen wir uns an, wie die Schrift dieses Prinzip bestätigt:

1. Gott belohnt, was im Verborgenen getan wird

Matthäus 6,2–4 (Luther 2017)
„Wenn du nun Almosen gibst, so sollst du nicht vor dir herposaunen, wie es die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Gassen, damit sie von den Leuten geehrt werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon empfangen.
Wenn du aber Almosen gibst, so soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut,
damit dein Almosen im Verborgenen sei; und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir’s vergelten.“

Theologischer Hinweis:
Jesus warnt vor zur Schau gestellten Wohltaten. Geben ist ein Akt der Anbetung und des Mitgefühls, nicht ein Mittel, um öffentliche Anerkennung zu erlangen. Wenn wir diskret geben, ehrt und belohnt Gott jene Integrität, weil er das Herz sieht und bewertet (1. Samuel 16,7).


2. Gebet ist persönliche Kommunikation mit Gott

Matthäus 6,6 (Luther 2017)
„Wenn du betest, geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.“

Theologischer Hinweis:
Gebet ist kein Schauspiel, sondern ein intimes Gespräch mit Gott. Der Fokus liegt nicht nur auf Geheimhaltung, sondern auf Aufrichtigkeit. Gott schätzt eine echte Beziehung mehr als ritualisierte Wiederholungen. Das griechische Wort für „belohnen“ (misthos) bedeutet eine gerechte Vergütung, die Gott mit vollkommener Gerechtigkeit gibt.


3. Fasten dient der Gottesfokussierung, nicht der Aufmerksamkeit

Matthäus 6,17–18 (Luther 2017)
„Wenn ihr aber fastet, salbt euer Haupt und wascht euer Gesicht,
damit ihr nicht vor den Leuten als Fastende offenbar werdet, sondern nur vor deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.“

Theologischer Hinweis:
Fasten soll die Seele demütigen und Gottes Gegenwart suchen – nicht dazu dienen, andere mit Frömmigkeit zu beeindrucken. Jesus lehrte, dass geistliche Übungen auf Gott ausgerichtet sein müssen. Die Belohnung kann tiefere geistliche Erkenntnis, erhörtes Gebet oder persönliche Veränderung sein.


4. Gott belohnt Treue und Güte

Ruth 2,11–12 (Luther 2017)
„Da sprach Boas zu ihr: Ich habe alles gehört, was du deiner Schwiegermutter nach dem Tod deines Mannes getan hast, wie du deinen Vater und deine Mutter und dein Heimatland verlassen hast und zu einem Volk gekommen bist, das du vorher nicht kanntest.
Der Herr lohne dir deine Tat und gebe dir volles Entgelt vom Herrn, dem Gott Israels, unter dessen Schutz du gekommen bist!“

Theologischer Hinweis:
Boas erkannte Ruths aufopfernde Liebe und Loyalität an. Indem er sie segnet, bestätigt er Gott als den ultimativen Belohner guter Werke. Das Bild vom Zufluchtnehmen unter Gottes Flügeln zeigt Gott als Beschützer und Versorger (vgl. Psalm 91,4). Ruths Geschichte weist auch voraus auf die heilbringende Einbeziehung der Heiden in Gottes Bundesfamilie.


Fazit: Gott sieht und belohnt Treue

Die Botschaft dieser Stellen ist klar: Gott sieht alles, was heimlich getan wird, und er ist treu, die zu belohnen, die ihn mit reinem Herzen suchen. Ob durch Geben, Beten, Fasten oder Freundlichkeit – kein Akt des Gehorsams oder der Liebe entgeht seinem Blick.

Manche Belohnungen erfahren wir schon hier auf Erden (Frieden, Versorgung, Gunst), andere werden uns im Himmel aufbewahrt:
Matthäus 6,20: „Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost sie fressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen.“
Unser größter Lohn aber ist Gott selbst – ihn zu kennen, durch ihn verwandelt zu werden und ewig in seiner Gegenwart zu leben (Hebräer 11,6; Offenbarung 22,12).

Alle Ehre, Herrlichkeit und Lob gebühren dem Herrn, der sieht, belohnt und segnet. Amen.

Print this post