Was bedeutet „Erschreckt euch und sündigt nicht“?

Was bedeutet „Erschreckt euch und sündigt nicht“?

 


Was bedeutet „Erschreckt euch und sündigt nicht“?

Psalm 4,4

„Erschreckt euch und sündigt nicht; denkt nach in euren Herzen auf euren Betten und seid still.“ – Psalm 4,4

Einleitung

Psalm 4,4 enthält eine eindringliche geistliche Weisung: „Erschreckt euch und sündigt nicht.“ Auf den ersten Blick scheint diese Aussage widersprüchlich. Warum sollte Erschrecken oder Zittern etwas Positives sein? Welche Art von innerer Erschütterung führt nicht zur Angst, sondern zu einem Leben in Gerechtigkeit? Dieser Vers lenkt unseren Blick auf ein zentrales biblisches Thema: die Furcht Gottes – ein Grundmotiv, das sich durch die gesamte Heilige Schrift zieht.

Welche Furcht ist hier gemeint?

Das hebräische Wort ragaz, das hier mit „erschrecken“ übersetzt wird, bedeutet auch „erbeben“, „in Ehrfurcht stehen“ oder „tief innerlich bewegt sein“. Gemeint ist keine panische Angst, sondern eine ehrfürchtige Reaktion auf die Heiligkeit, Majestät und Gerechtigkeit Gottes.

Es handelt sich weder um Menschenfurcht (Sprüche 29,25) noch um Angst vor dem Bösen oder dem Teufel. Diese Furcht entspringt der Erkenntnis, dass wir vor einem heiligen Gott stehen, der moralische Verantwortung fordert.

Die Bibel bekräftigt dieses Prinzip immer wieder:

„Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Weisheit, und die Erkenntnis des Heiligen ist Einsicht.“ – Sprüche 9,10

Diese Gottesfurcht macht nicht klein und handlungsunfähig. Im Gegenteil: Sie bewahrt uns vor Hochmut, hält uns demütig und führt zu einem gehorsamen, gottgefälligen Leben.

Der Ruf zur Selbstprüfung

Der zweite Teil von

Psalm 4,4 lautet:

„… denkt nach in euren Herzen auf euren Betten und seid still.“

Hier geht es um stille, ehrliche Selbstprüfung vor Gott. In der Ruhe der Nacht sollen wir unser Herz erforschen, unser Leben überprüfen und uns Gott aussetzen. Die Psalmen verbinden diese Haltung immer wieder mit echter Buße, wie auch

Psalm 139 zeigt:

„Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne meine Gedanken.“ 

Wer Gott in rechter Weise fürchtet, ist bereit, sich selbst zu hinterfragen, Sünde zu bekennen und einen heiligen Lebenswandel anzustreben.

Glaube und Gehorsam gehören untrennbar zusammen

Psalm 4,5 führt diesen Gedanken weiter:

„Bringt Opfer der Gerechtigkeit dar und vertraut auf den HERRN.“ – 

Schon im Alten Testament waren Opfer nur dann wohlgefällig, wenn sie aus einem gehorsamen und demütigen Herzen kamen (vgl. 1. Samuel 15,22). Äußere Rituale allein genügten nicht. Auch heute ruft Gott sein Volk zu geistlichen Opfern auf:

Römer 12,1

„Stellt eure Leiber als lebendiges Opfer dar, heilig und Gott wohlgefällig – das ist euer vernünftiger Gottesdienst.“ 

Die Furcht Gottes bleibt also nicht theoretisch. Sie zeigt sich ganz praktisch in einem Leben des Glaubens, des Gehorsams und der Anbetung.

Biblische Beispiele: Wo die Furcht Gottes fehlt

Ein eindrückliches Beispiel finden wir bei Abraham in 1

. Mose 20. Er sagt:

„Ich dachte: Gewiss ist an diesem Ort keine Gottesfurcht, und sie werden mich wegen meiner Frau töten.“ –

 

Abraham bringt das Fehlen der Gottesfurcht direkt mit moralischer Verwahrlosung in Verbindung. Wo Gott nicht gefürchtet wird, verlieren Menschen jede innere Grenze. Dasselbe stellt der Apostel Paulus fest:

Römer 3,18

„Es ist keine Furcht Gottes vor ihren Augen.“ – 

Dieser Satz steht im Zusammenhang mit der Aussage, dass die gesamte Menschheit – Juden wie Nichtjuden – unter der Macht der Sünde steht und auf Gottes Erlösung durch Christus angewiesen ist.

Bedeutung für unsere Zeit

Auch heute – ähnlich wie in Gerar, Sodom oder Gomorra – ist die Furcht Gottes vielerorts verloren gegangen. Viele leben, als gäbe es keine Rechenschaft vor Gott. Doch die Schrift warnt eindringlich:

Galater 6,7

„Irrt euch nicht: Gott lässt sich nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten.“ –

Der Ruf „Erschreckt euch und sündigt nicht“ ist zeitlos. Er fordert uns auf, ein Herz zu entwickeln, das sensibel für Sünde ist, Gott ehrt und bereit ist, umzukehren und gerecht zu leben.

Persönliche Reflexion

Fürchtest du Gott?
Dabei geht es nicht um Angst vor Strafe, sondern um eine tiefe Ehrfurcht, die unser Leben prägt. Wo echte Gottesfurcht vorhanden ist,

  • wendet man sich von Trunkenheit ab,

  • widersteht Korruption und Bestechung,

  • flieht vor sexueller Unmoral,

  • vergibt, selbst wenn es schwerfällt,

  • und sucht vor allem Gottes Wohlgefallen.

Hebräer 12,28–29

„Darum lasst uns dankbar sein, weil wir ein unerschütterliches Reich empfangen. Lasst uns Gott wohlgefällig dienen mit Ehrfurcht und Scheu; denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.“ 

Schlussgedanken

Psalm 4,4 ist keine bloße poetische Formulierung, sondern ein klarer geistlicher Auftrag: Tritt in Ehrfurcht vor Gott – und lass diese heilige Furcht dich von der Sünde bewahren. In einer Welt, die Gott vergessen hat, wollen wir zu denen gehören, die ihn ehren, ihn ernst nehmen und für ihn leben.

Möge der Herr uns helfen, in seiner Furcht und Heiligkeit zu wandeln.

Maranatha – Der Herr kommt!

 

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Über den Autor

Dorcas Kulwa editor

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