Frage:Was ist der Unterschied zwischen heilig zu sein (1. Petrus 1,15–16) und vollkommen zu sein (Matthäus 5,48)?
Ein heiliger Mensch ist jemand, der geheiligt, gereinigt und für Gott ausgesondert wurde und danach strebt, das Gute zu tun. Die Bibel fordert uns auf, heilig zu leben – so wie unser Vater im Himmel heilig ist:
1. Petrus 1,15–16„Sondern wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Lebenswandel; denn es steht geschrieben: Seid heilig, denn ich bin heilig.“
Dieses Gebot findet sich bereits im Alten Testament:
3. Mose (Levitikus) 19,2„Rede zur ganzen Gemeinde der Israeliten und sprich zu ihnen: Ihr sollt heilig sein, denn ich, der HERR, euer Gott, bin heilig.“
Ein vollkommener Mensch hingegen ist ein heiliger Mensch, der in der Heiligkeit gereift ist. Vollkommenheit bedeutet geistliche Reife. Es gibt Menschen, die heilig sind, aber noch nicht vollkommen, und solche, die sowohl heilig als auch vollkommen sind.
Ein vollkommener Mensch geht in seiner Heiligkeit einen Schritt weiter. Er lebt eine Hingabe, die ihn deutlich von anderen unterscheidet und ihn Gott ähnlicher macht. Jesus selbst erklärt diesen Unterschied in Matthäus 5:
Matthäus 5,43–48 „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel seid. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
Matthäus 5,43–48
„Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel seid. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
Denn wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun das nicht auch die Zöllner?Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden?
Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“
Daraus wird deutlich: Gott ruft uns nicht nur zur Heiligkeit, sondern auch zur Vollkommenheit.
Ein heiliger Mensch fastet und betet für sich selbst; ein vollkommener Mensch fastet und betet sowohl für sich selbst als auch für andere.
Ein heiliger Mensch liest das Wort Gottes und betet; ein vollkommener Mensch liest das Wort, betet und gibt das weiter, was er gelernt hat, damit auch andere gesegnet werden.
Ein heiliger Mensch dient Gott treu in der Hoffnung auf eine himmlische Belohnung; ein vollkommener Mensch hofft ebenfalls auf den Lohn im Himmel, ist aber vor allem darum besorgt, dass andere nicht verloren gehen. Sein Herz leidet für die verlorenen Seelen.
Ein heiliger Mensch widmet vielleicht einen Tag in der Woche der Gemeinschaft mit Gottes Volk; ein vollkommener Mensch geht über dieses Maß hinaus.
Ein heiliger Mensch hält die Gebote Gottes, doch sein Herz kann noch am Reichtum hängen. Ein vollkommener Mensch hält die Gebote und ist innerlich frei von der Bindung an Besitz – im Gegensatz zu dem reichen Jüngling, der zu Jesus kam.
Matthäus 19,16–22 Ein Mann trat zu Jesus und fragte:„Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu erlangen?“ Jesus antwortete:„Warum fragst du mich nach dem Guten? Einer ist der Gute. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote.“
Matthäus 19,16–22
Ein Mann trat zu Jesus und fragte:„Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu erlangen?“
Jesus antwortete:„Warum fragst du mich nach dem Guten? Einer ist der Gute. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote.“
Der Mann fragte:„Welche?“
Jesus sagte:„Du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen, du sollst kein falsches Zeugnis geben, ehre Vater und Mutter und liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“
Der junge Mann erwiderte:„Das alles habe ich gehalten. Was fehlt mir noch?“
Jesus sprach zu ihm:„Willst du vollkommen sein, dann geh, verkaufe, was du hast, gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben; und dann komm und folge mir nach.“
Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg, denn er besaß viel.
Dieses Beispiel zeigt deutlich: Es genügt nicht, bei der Heiligkeit stehen zu bleiben – wir sind dazu berufen, nach Vollkommenheit zu streben.
Noah wurde als gerecht und untadelig in seiner Generation beschrieben; deshalb wurden er und seine Familie vor der Flut bewahrt (1. Mose 6,9).
David wird als vollkommen im Herzen bezeichnet; deshalb war er Gott lieber als alle anderen Könige (2. Samuel 22,24).
Hiob wird als untadelig und rechtschaffen beschrieben; selbst in schweren Prüfungen durfte er Gott begegnen (Hiob 1,1).
So gilt auch für uns: Wenn wir zur Vollkommenheit gelangen, werden wir Gott sehen.
Möge der Herr euch segnen.
Teilt diese gute Nachricht mit anderen, damit auch sie ermutigt werden.
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