Theologische Vertiefung: Geben als göttlicher Prozess

Theologische Vertiefung: Geben als göttlicher Prozess

 


Theologische Vertiefung: Geben als göttlicher Prozess

Partizipation an der göttlichen Natur

In 2. Petrus 1,3–4 heißt es:

„Da seine göttliche Kraft uns alles geschenkt hat, was zum Leben und [zum Wandel in] Gottesfurcht dient … durch welche er uns die überaus großen und kostbaren Verheißungen gegeben hat, damit ihr durch dieselben göttlicher Natur teilhaftig werdet.“ (YouVersion | The Bible App | Bible.com)

Wichtig: Diese Veränderung ist nicht durch menschliche Kraft allein möglich, sondern geschieht durch die göttliche Kraft, die uns geschenkt ist (vgl. V. 3). (Universität Innsbruck)

Theologisch betrachtet bedeutet das: Beim Geben (und im geistlichen Leben insgesamt) sind wir nicht nur Empfänger von Gnadengaben, sondern wir wachsen in die göttliche Natur hinein. Das heißt nicht, dass wir göttlich im Sinne Gottes Wesens genauso werden, sondern dass wir Anteil bekommen an den Tugenden und der Heiligkeit Gottes – eine moralische / geistliche Transformation. Kommentatoren wie Jean Jeannin betonen diese „sittliche Teilhabe“: Wir werden so geprägt, dass wir immer mehr dem Charakter Gottes ähnlich werden. (bibelkommentare.de)

Gottesfurcht als Basis des christlichen Lebens

Im Brief des Petrus wird betont, dass uns durch Gottes Kraft alles geschenkt ist, was zum Leben in Gottesfurcht („Furcht vor Gott“) nötig ist. (Bibleserver)

„Gottesfurcht“ ist hier nicht Angst im irdischen Sinne, sondern eine ehrfurchtsvolle Beziehung zu Gott, die unser Verhalten prägt – insbesondere unser Geben. Theologisch gesehen ist Gottesfurcht eine Tugend, die zeigt, dass wir den Wert Gottes und seine Heiligkeit ernst nehmen und unser Leben nach seinen Maßstäben ausrichten. (Wikipedia)

Diese Furcht ist eng verbunden mit dem Wachstum in der göttlichen Natur: Wir erkennen, wer Gott ist, und lassen diese Erkenntnis unser Geben, unsere Motivation und unsere Lebensführung leiten.

Verheißungen und ihre Rolle in der Gnade Die „kostbaren und überaus großen Verheißungen“, die Petrus erwähnt (2 Petr 1,4), sind nicht nur zukünftige Hoffnungen, sondern geben uns schon heute geistliche Wirklichkeit: Wir entfliehen dem „Verderben“, das durch weltliche Begierden entsteht, und empfangen stattdessen eine neue Identität. (Universität Innsbruck)

Theologisch ist das relevant, weil unser Geben nicht primär finanziell ist, sondern Teil eines größeren biblischen Gesamtbildes: Gott wirkt in uns, um uns in die Tiefe seiner Verheißungen zu führen, und unser Geben ist ein sichtbarer Ausdruck dieser Teilhabe.

Geben als Mitwirkung an Gottes Werk Beim Geben nehmen wir aktiv an Gottes Heilsplan teil: Wir dienen anderen (materiell und geistlich), aber wir dienen auch Gottes Absicht, seine Herrlichkeit zu verbreiten. Durch Geben werden wir Instrumente der göttlichen Großzügigkeit.

Dadurch ist Geben nicht nur eine Pflicht oder eine finanziell-moralische Frage, sondern ein geistlicher Dienst, eine Mitwirkung am Reich Gottes. Es ist ein Mittel, durch das sich Gottes Charakter in der Welt manifestiert und Menschen Gott erleben können (z. B. durch Dank, Lob, Versorgung).

Ewige Investition

In theologischer Perspektive ist dein Hinweis auf „ewige Investition“ sehr wichtig: Geben hat nicht nur eine gegenwärtige Auswirkung (Versorgung, Unterstützung von Diensten), sondern auch eine ewige Dimension (geistliche Belohnung, Anteil an Gottes Reich).

Diese Sicht steht im Einklang mit biblischen Prinzipien: Der apostolische Dienst, das Teilen mit Bedürftigen, die Opfergabe – all das ist nicht nur „Geld weggeben“, sondern eine Investition, die im ewigen Bereich zählt.


Dank als das höchste ErgebnisWie du schon beschrieben hast, führt großzügiges Geben zu Dank und Lobpreis gegenüber Gott. Aus theologischer Sicht ist das sehr bedeutsam: Dank ist nicht nur Reaktion, sondern Teil der Anbetung.

Wenn in 2. Korinther 9 Paulus sagt, dass eure Großzügigkeit „zu Dankopfern an Gott“ führt (2 Kor 9,12), dann verbindet er das Geben direkt mit der Anbetung.

Somit ist unser Geben nicht nur Hilfeleistung – es ist ein Akt der Doxologie, in dem wir Gott ehren und seine Schönheit vor den Menschen sichtbar machen.

Gottes Natur als Quelle des Gebens

Im Kern der Theologie des Gebens steht die Erkenntnis, dass Gott selbst ein Geber ist: Er hat uns das größte Geschenk gemacht (Jesus Christus). Dieses göttliche Geben ist die Grundlage und das Modell unseres eigenen Gebens.

Wenn wir geben, reflektieren wir Gottes Wesen: Seine Güte, seine Großzügigkeit, seine Selbstlosigkeit. Das ist nicht nur ein moralisches Ideal, sondern eine theologische Realität: Wir sind geschaffen, um in Gemeinschaft mit Gott zu stehen, und unser Geben ist Teil dieser Gemeinschaft.


Empfehlung zur Bibelübersetzung

Es ist sinnvoll, eine zuverlässige deutsche Bibelübersetzung zu benutzen, etwa die Lutherbibel (2017), die Elberfelder Bibel oder die Neue Genfer Übersetzung.

Wenn du diese theologische Lehre unterrichtest oder predigst, kannst du die Verheißungen (z. B. 2 Petr 1,4) in einer dieser Übersetzungen zitieren, damit dein Publikum die Tiefe dieser Zusagen versteht.

 

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Über den Autor

Dorcas Kulwa editor

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