Autor: Der Apostel Paulus
Entstehungszeit: Etwa 60–62 n. Chr. Ort der Abfassung: Während der Gefangenschaft, wahrscheinlich in Rom Adressaten: Die Gemeinde in Philippi, einer römischen Kolonie in Mazedonien
Der Philipperbrief gehört zu den vier „Gefangenschaftsbriefen“ des Paulus (neben Epheser, Kolosser und Philemon). Obwohl Paulus unter Hausarrest oder in einer römischen Zelle gefesselt war, schreibt er mit außergewöhnlicher Freude, Zuversicht in Christus und geistlicher Klarheit.
Zwei zentrale Themen prägen dieses Schreiben:
Eines der auffälligsten Merkmale des Philipperbriefes ist sein Schwerpunkt auf Freude (chara / chairo), das über ein Dutzend Mal erscheint — bemerkenswert angesichts der Tatsache, dass Paulus im Gefängnis sitzt und sogar mit dem Tod rechnet (Philipper 1,20–21).
Paulus bezeugt, dass seine Leiden zur Ausbreitung des Evangeliums dienen:
„Ich will aber, dass ihr wisst, Brüder, dass das, was mit mir geschehen ist, vielmehr zur Förderung des Evangeliums geraten ist.“ — Philipper 1,12
Auch wenn einige Christus aus falschen Motiven predigen, freut er sich dennoch:
„Was tut’s? Auf alle Weise, sei es zum Vorwand oder in Wahrheit, wird Christus verkündigt; darüber freue ich mich. Aber ich werde mich auch weiterhin freuen.“ — Philipper 1,18
Paulus ist bereit, sein Leben hinzugeben wie ein Trankopfer:
„Wenn ich aber auch wie ein Trankopfer über das Opfer und den Dienst eures Glaubens gesprengt werde, so freue ich mich und freue mich mit euch allen.“ — Philipper 2,17
Freude ist für den Christen kein Gefühl, sondern Gehorsam im Glauben:
„Freut euch im Herrn allezeit! Wiederum will ich sagen: Freut euch!“ — Philipper 4,4
Jesus lehrte dasselbe:
„Freut euch und jubelt; denn euer Lohn ist groß im Himmel!“ — Matthäus 5,12
Paulus erinnert daran, dass Leiden nicht Strafe, sondern Berufung ist:
„Denn euch ist es geschenkt, um Christi willen nicht nur an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden.“ — Philipper 1,29
Zwar wird der Mensch allein aus Gnade durch den Glauben gerechtfertigt (Epheser 2,8–9), doch ist er berufen, in der Kraft des Evangeliums ein verändertes Leben zu führen.
Paulus fordert ein Leben, das dem Evangelium entspricht:
„Wandelt nur würdig des Evangeliums Christi.“ — Philipper 1,27
Dieses Leben zeigt sich in Einheit, Demut und Liebe unter den Gläubigen.
Philipper 2,5–11 ist eine der tiefsten Christologien der Bibel:
„Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht wie einen Raub fest, Gott gleich zu sein; sondern er entäußerte sich selbst…“ — Philipper 2,6–7
Seine freiwillige Erniedrigung bis zum Tod wird zum Vorbild für uns. Deshalb:
„Darum hat ihn Gott auch hoch erhoben…“ — Philipper 2,9
Paulus ruft zu aktivem geistlichem Wachstum auf:
„Bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern; denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen.“ — Philipper 2,12–13
Gedanken sollen auf das Gute gerichtet sein:
„Was wahr ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was lieblich… darauf seid bedacht!“ — Philipper 4,8
Paulus warnt vor Judaisten, die auf äußere Werke vertrauen:
„Gebt acht auf die Hunde, auf die bösen Arbeiter, auf die Zerschneidung!“ — Philipper 3,2
Er betont, dass allein Christus genügt — alle anderen Vorzüge sind Verlust (Philipper 3,7–9).
Das wahre Bürgerrecht des Christen ist nicht irdisch:
„Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus erwarten als den Retter.“ — Philipper 3,20
Paulus dankt für die Großzügigkeit der Philipper (Philipper 4,14–18) und versichert:
„Mein Gott aber wird euch alles Nötige geben nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus.“ — Philipper 4,19
Und er bezeugt:
„Ich vermag alles durch den, der mich stark macht: Christus.“ — Philipper 4,13
Der Philipperbrief:
Möge diese Botschaft der Freude und Christusähnlichkeit dich stärken und ermutigen, standhaft zu bleiben und Gott in jeder Lebenslage zu verherrlichen.
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