Antwort:
Das Wirken des Heiligen Geistes im Leben eines Menschen geschieht oft ganz schrittweise. Wenn Gott einen Sünder zu sich zieht, sendet er den Heiligen Geist, um ihn von der Sünde zu überzeugen. In diesem Überführungsprozess wird die Person sich ihrer Sünden bewusst und spürt ihre Notwendigkeit, Buße zu tun und sich Gott zuzuwenden. In dieser Phase agiert der Heilige Geist wie ein sanfter Begleiter, der ermutigt und leitet – aber noch nicht voll in der Person wohnt.
Eine passende Bildsprache dafür ist das Werben in einer Beziehung. Man stelle sich vor: Ein Mann umwirbt eine Frau, schenkt ihr Aufmerksamkeit, redet liebevoll mit ihr, versucht ihr Herz zu gewinnen. Doch solange er keinen Heiratsantrag gemacht hat oder sie ihn nicht angenommen hat, ist ihre Verbindung noch nicht vollständig. Genauso kann der Heilige Geist einem Menschen begegnen, ihn führen, Überzeugung bringen – aber das vollkommene Einziehen, das dauerhafte Wohnen, kommt erst nach echter Umkehr und Taufe.
Warum ist die Taufe so wichtig?
Die Taufe ist mehr als ein äußerliches Ritual – sie ist ein tiefes biblisches Symbol: der Tod für das frühere Leben in der Sünde und die Auferstehung zu neuem Leben in Christus, ganz im Sinne von Römer 6,3–4. Bei der Taufe nimmt der Heilige Geist seinen vollen Wohnsitz im Herzen des Gläubigen, und dieser Empfang wird wie eine geistliche Versiegelung verstanden (vgl. Epheser 1,13–14).
Die Bibel betont, dass die Taufe eng mit dem Empfang des Heiligen Geistes verbunden ist:
In Epheser 4,30 heißt es:
„Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid für den Tag der Erlösung.“ (Bibleserver)
Diese „Versiegelung“ ist ein Zeichen geistlichen Besitzes und Schutzes.
2. Korinther 1,22 sagt:
„… und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat.“ (Bibel TV)
Der Heilige Geist wird hier als „Unterpfand“ bezeichnet, als Garantie unserer Beziehung zu Gott.
Römer 8,9 verdeutlicht:
„Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, da ja Gottes Geist in euch wohnt. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.“ (Bibel TV)
Ohne das einwohnende Wirken des Geistes gehört ein Mensch nach biblischer Sicht nicht wirklich zu Christus.
Wenn jemand aufrichtig Buße tut – das heißt, sich von der Sünde abwendet und das Opfer Christi annimmt – und danach gemäß der Heiligen Schrift getauft wird, dann kommt der Heilige Geist in voller Weise in ihn hinein. Es ist eine Art geistliche „Ehe“, eine tiefgehende, bleibende Verbindung, die durch die Taufe besiegelt wird.
Aber was ist mit denen, die getauft sind und trotzdem sündigen?
Diese Frage ist berechtigt: Es gibt Menschen, die sich richtig taufen ließen, aber weiterhin sündigen. Das liegt nicht unbedingt daran, dass die Taufe wirkungslos wäre, sondern eher daran, wie die Taufe erlebt wurde. Taufe ist kein magischer Automatismus, der sofort vollkommenes Handeln garantiert. Sie markiert den Beginn eines neuen Lebens, nicht dessen Vollendung (vgl. Philipper 1,6). Wenn jemand nur oberflächlich getauft wurde – zum Beispiel aus gesellschaftlichen Motiven oder ohne echte Umkehr des Herzens – dann kann die versprochene Kraft des Heiligen Geistes nicht in gleicher Tiefe wirken. Die Wirksamkeit der Taufe hängt stark von der inneren Einstellung ab, von der Aufrichtigkeit des Glaubens.
Abschließend: Die Taufe ist nicht nur ein Zeichen, sondern ein geistlicher Wendepunkt, an dem der Heilige Geist seinen vollständigen Platz im Leben des Gläubigen einnimmt. Möge Gott dich segnen, während du seine Wahrheit suchst und in sein Reich hineinwächst.
Print this post
Meinen Namen, meine E-Mail-Adresse und meine Website in diesem Browser für die nächste Kommentierung speichern.
Δ