Das christliche Leben besteht nicht nur darin, an Jesus zu glauben, eine Gemeinde zu besuchen oder sich mit einem religiösen Namen zu identifizieren. Es geht darum, in eine bundesmäßige Beziehung mit Jesus Christus einzutreten – dem Bräutigam der Gemeinde.
In Johannes 3,29 sagt Johannes der Täufer:
„Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam. Der Freund des Bräutigams aber, der dabeisteht und ihn hört, freut sich von Herzen über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist nun erfüllt.“
Dieses Bild von Braut und Bräutigam zieht sich durch die ganze Schrift und beschreibt die tiefe, innige Einheit, die Gott sich mit seinem Volk wünscht – ihre Vollendung findend in der Hochzeit zwischen Christus und der Gemeinde (vgl. Epheser 5,25–27).
Viele gehen davon aus, dass Christsein automatisch bedeutet, zur Braut Christi zu gehören. Doch das Gleichnis von den zehn Jungfrauen in Matthäus 25,1–13 zeigt eine ernste Wahrheit. Alle zehn warteten auf den Bräutigam – aber nur fünf gingen mit ihm zur Hochzeit hinein:
„Und die Tür wurde verschlossen. Später kamen auch die anderen Jungfrauen und sagten: Herr, Herr, tu uns auf! Er aber antwortete: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht.“ (V. 10b–12)
Jesus unterscheidet hier nicht zwischen Gläubigen und Ungläubigen, sondern zwischen den Vorbereiteten und den Unvorbereiteten – zwischen denen, die mit dem Heiligen Geist erfüllt sind (das Öl), und denen, die es nicht sind.
Theologisch gesprochen trennt dieses Gleichnis zwischen einem namhaften, äußeren Christsein und einem wiedergeborenen Christsein, das sich in Gehorsam, Hingabe und Veränderung zeigt.
In biblischer Zeit trat eine Braut in einen rechtmäßigen Bund mit ihrem Mann ein und hatte volles Anrecht – auch auf das Erbe. Eine Nebenfrau hingegen konnte zwar Zuneigung erfahren, hatte aber keinen dauerhaften Anspruch und keinen Bund.
Dies dient als Bild für zwei Gruppen innerhalb der Gemeinde:
Gott sucht keine distanzierte oder gelegentliche Beziehung. Er sucht eine Braut, die sein Herz kennt, in Heiligkeit wandelt und auf seine Wiederkunft vorbereitet ist.
Christus verheißt, die Geheimnisse des Reiches denen mitzuteilen, die ihm nahe sind. In Offenbarung 10,4 schreibt Johannes:
„Als die sieben Donner geredet hatten, wollte ich es aufschreiben; da hörte ich eine Stimme vom Himmel sagen: Versiegle, was die sieben Donner geredet haben, und schreibe es nicht auf!“
Diese versiegelte Botschaft erinnert uns daran, dass nicht jede Offenbarung öffentlich ist. Manche Wahrheiten sind denen vorbehalten, die eng mit Gott wandeln (vgl. 5. Mose 29,28: „Das Verborgene steht beim HERRN, unserm Gott …“).
Die Braut ist jene, der Christus das verborgene Manna gibt (vgl. Offenbarung 2,17).
Das stimmt überein mit Johannes 15,15, wo Jesus sagt:
„Ich nenne euch nicht mehr Knechte … sondern ich habe euch Freunde genannt; denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgetan.“
Die Braut Christi lebt in dieser Tiefe von Nähe und Vertrauen.
Das Kennzeichen der wahren Braut ist Heiligkeit – nicht fleischliche Vollkommenheit, sondern ein Leben in fortwährender Hingabe, Heiligung und Frucht.
Paulus schreibt in 2. Timotheus 2,19:
„Der feste Grund Gottes bleibt bestehen und trägt dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen; und: Wer den Namen des Herrn nennt, wende sich ab von der Ungerechtigkeit.“
Und in Offenbarung 19,7–8 wird die vollendete Vereinigung beschrieben:
„Lasst uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereitet. Und es wurde ihr gegeben, sich zu kleiden in feine Leinwand, glänzend und rein – die feine Leinwand sind die gerechten Taten der Heiligen.“
Diese Gerechtigkeit ist nicht selbst gemacht. Sie ist das Werk des Heiligen Geistes im Leben derer, die sich ihm hingeben (vgl. Römer 8,13–14).
Wir leben in einer Zeit zunehmender geistlicher Verführung, in der die Grenze zwischen Welt und Gemeinde immer verschwommener wird. Jesus warnt eindringlich in Offenbarung 3,16:
„Weil du lau bist und weder kalt noch heiß, werde ich dich ausspeien aus meinem Mund.“
Gerade jetzt müssen wir wachsam sein – nicht nur religiös, sondern wahrhaft verwandelt. Die Braut hält ihre Lampe gefüllt (vgl. Matthäus 25,4), ihre Kleider rein (vgl. Offenbarung 3,4) und ihren Blick fest auf den Bräutigam gerichtet (vgl. Hebräer 12,2).
Wenn du dein Leben prüfst und einen Mangel an Heiligkeit, Intimität oder Öl in deiner Lampe erkennst, dann ist jetzt die Zeit zur Umkehr und zur völligen Hingabe an Christus. Die Gnade ist noch da – aber die Zeit ist kurz. Christus steht vor der Tür.
Suche ihn von ganzem Herzen. Nicht wegen der Belohnung. Nicht wegen Anerkennung. Sondern weil du ihm gehören willst – nicht nur als Gast bei der Hochzeit, sondern als die Braut an seiner Seite.
Maranatha !
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