Das Wort ist dasselbe – doch die Botschaft kann anders sein

Das Wort ist dasselbe – doch die Botschaft kann anders sein

Schalom!

Als die Kinder Israels aus Ägypten aufbrachen und sich auf den Weg in das verheißene Land machten, kamen sie an einen Ort namens Kadesch‑Barnea. Dieses Gebiet war extrem trocken, umgeben von hohen Bergen und tiefen Tälern. Die Durchquerung dieser Wüste war alles andere als einfach.

Wenn die Israeliten zurückblickten, sahen sie, wie weit sie gekommen waren; wenn sie nach vorne blickten, sahen sie, wie weit sie noch gehen mussten – und sie begannen zu klagen: gegen Gott und gegen Mose.

Da sagte Gott zu Mose:

„Nimm den Stab, und versammle die Gemeinde! Sprich zu dem Felsen vor ihren Augen, so wird er Wasser geben.“
(2. Mose 17,6; Luther 2017)

Mose tat, wie Gott es ihm gesagt hatte, schlug mit dem Stab auf den Felsen – und Wasser strömte heraus. Die Israeliten tranken und wurden satt. Die Reise ging weiter.

Jahre später, nach 40 Jahren Wanderschaft in der Wüste, brachte Gott die Israeliten erneut an denselben Ort. Die Umstände waren unverändert hart. Wieder schien der einst wassergebende Felsen trocken. Die Kinder und das Vieh litten unter brennender Hitze und Durst. Und wieder drohte derselbe Fehler: die Versuchung, sich zu beklagen.

Mose suchte Gott und fragte: Was sollen wir tun? Gott antwortete:

„Nimm den Stab … und sprich zu dem Felsen vor ihren Augen, damit er Wasser gibt.“
(4. Mose 20,8; Luther 2017)

Aber Mose handelte anders, als Gott es gesagt hatte. Statt zu sprechen, schlug er wieder auf den Felsen ein. Wasser kam heraus und stillte den Durst – aber Gott war nicht zufrieden.

4. Mose 20,12 (Luther 2017):

„… Weil ihr mir nicht vertraut habt und mich vor den Augen der Israeliten nicht als heilig erwiesen habt, soll diese Gemeinde nicht in das Land kommen, das ich ihnen gegeben habe.“


Warum gleiche Situationen nicht automatisch dieselbe Botschaft bedeuten

Gott wiederholt oft Lebensumstände – aber das muss nicht heißen, dass die Botschaft gleich bleibt.

Die Bibel besteht aus 66 Büchern. Man kann sie in einer Woche durchlesen, und manche Menschen haben sie schon Hunderte Male gelesen. Wenn jemand sie nur liest, um neue Informationen zu sammeln, kann das Lesen leer und repetitiv wirken.

Aber wenn wir lesen, um Gottes Stimme zu hören, fühlt sich jedes Wort frisch an – als hätten wir es noch nie zuvor gelesen. Der Unterschied liegt darin, mit welchem Herzen wir lesen: aus Erfahrung oder im Glauben, Gottes Stimme zu hören.


Ein weiteres biblisches Beispiel: Die sieben Gemeinden

Im Buch der Offenbarung (Kap. 2–3) weist Jesus Johannes an, Briefe an sieben Gemeinden in Kleinasien zu schreiben. Jede Gemeinde erhielt eine Botschaft, die genau auf sie zugeschnitten war. Aber diese Botschaften galten nicht nur damals – sie stehen auch symbolisch für sieben Epochen der Kirche.

So sieht die geistliche Geschichte aus:

  1. Die Gemeinde von Laodizea – in der wir heute leben und die im frühen 20. Jahrhundert begann, bis zur Entrückung.

Lernen, Gottes Stimme täglich neu zu hören

Wir müssen darauf achten, Gottes Wort mit frischem Herzen zu lesen – und nicht einfach zu denken:

„Das habe ich doch schon gehört.“

Denn wenn wir so denken, bleiben wir geistlich unreif.

Gott will uns jeden Tag etwas lehren.

1. Korinther 8,2 (Luther 2017):
„… wer meint, etwas zu wissen, der weiß noch nicht, wie er wissen soll.“

Jesus ist der wahre Fels, aus dem lebendiges Wasser fließt – nicht nur zeitweise, sondern ewig:

1. Korinther 10,4 (Luther 2017):
„… und der Fels war Christus.“

Und Psalm 12 beschreibt Gottes Worte so rein und wertvoll wie geschmolzenes Silber:

Psalm 12,6 (Luther 2017):
„Die Worte des HERRN sind reine Worte, wie Silber, geläutert im Ofen, siebenmal gereinigt.“


Mein Wunsch für dich

 

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Über den Autor

Doreen Kajulu editor

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