Verstehe, was es Gott gekostet hat, uns ein Erbe zu geben

Verstehe, was es Gott gekostet hat, uns ein Erbe zu geben


Das Wort „Erbe“ wird im Wörterbuch definiert als das Empfangen von Besitz nach dem Tod des Eigentümers. Auch in der Bibel beruht das Konzept des Erbes oft auf dem Prinzip, dass der Besitz erst nach dem Tod übergeht – sei es buchstäblich oder symbolisch (wie im Fall eines Bundes oder Testaments). Ein Erbe kann zwar vorher schon verwaltet werden, aber rechtlich wird es erst wirksam, wenn der „Erblasser“ gestorben ist.

Geistlich gesehen spiegelt dies genau das wider, was die Bibel lehrt: Gott hat mit seinem Volk einen Bund geschlossen und ihnen ein Erbe verheißen – ein Erbe, das ihnen durch den Tod und die Auferstehung Christi zuteilwird.


Biblische Grundlage: Tod, Bund und das endgültige Erbe

Hebräer 9,16–17 (LUT 2017) sagt:

„Denn wo ein Testament ist, da muss der Tod dessen geschehen sein, der das Testament gemacht hat. Denn ein Testament tritt erst mit dem Tod in Kraft; es gilt nicht, solange der lebt, der es gemacht hat.“

Der Hebräerbrief macht deutlich: Der Neue Bund – also das von Gott verheißene Erbe – konnte erst durch den Tod Christi in Kraft treten. Ohne Tod keine Rechtsgültigkeit. Theologisch gesprochen ist Christi Tod der „Preis“ oder die „Garantie“ für das Erbe. In Hebräer 9,22 heißt es unmissverständlich:

„Ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung.“


Was ist das Erbe? Wer sind die Erben?

Das Erbe

In Hebräer 9,15 (LUT 2017) wird das Erbe als „ewige Erlösung“ und „verheißenes ewiges Erbe“ beschrieben – für alle, die durch das Blut Christi berufen und gereinigt sind.

Wenn Paulus in Epheser 1,18 betet, sagt er:

„Er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist.“

  • Die „Hoffnung“ meint eine zuversichtliche Erwartung, gegründet auf das, was Christus getan hat: seine Auferstehung, Himmelfahrt und das Kommen des Heiligen Geistes.
  • Die „Herrlichkeit seines Erbes“ umfasst nicht nur materielle, sondern vor allem geistliche Segnungen: Vergebung, Kindschaft, Auferstehung, Gemeinschaft mit Gott, ewiges Leben und Herrlichkeit – wie schon zuvor in Epheser 1 deutlich gemacht wird.

Die Erben: Die Heiligen

Die Erben sind alle, die in Christus sind – Menschen, die ihm vertrauen, durch den Heiligen Geist neu geboren wurden und in einem Bundesverhältnis mit Gott leben. Paulus nennt sie Heilige, Gottes Kinder und Miterben Christi. Das verheißene Erbe ist an Glauben und an Christi vollendetes Werk geknüpft – nicht an unsere eigene Leistung.


Theologische Tiefe: Bund, Erwählung, Erlösung

Um zu verstehen, warum der Tod Christi zentral für unser Erbe ist, hilft es, folgende Konzepte zu betrachten:

  • Bundestheologie: Gottes Verheißungen – sowohl im Alten als auch im Neuen Bund – wurden durch Blut besiegelt: im alten System durch Tieropfer, im Neuen Bund durch das einmalige Opfer Christi. Das verheißene Erbe setzt die Besiegelung mit Blut voraus.
  • Erwählung und Vorherbestimmung: In Epheser 1 schreibt Paulus:

    „In ihm sind wir auch zu Erben eingesetzt worden, die wir dazu vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Ratschluss seines Willens.“ (V.11)

    Das bedeutet: Das Erbe war Gottes Plan von Anfang an – noch vor Grundlegung der Welt – und wird aus reiner Gnade empfangen.

  • Erlösung und Christi Opfer: Der Tod Jesu ist das Mittel, durch das der Alte Bund (mit seinen Schatten und Begrenzungen) abgelöst wird. Nur so können Gläubige das ewige Erbe empfangen – mit Vergebung und Reinigung. Hebräer 9 macht klar: Der erste Bund konnte nicht vollkommen machen, aber das einmalige Opfer Christi macht das „ewige Erbe“ möglich.

Eschatologische Erfüllung – Schon jetzt, aber noch nicht

Dieses Erbe ist sowohl gegenwärtig als auch zukünftig:

  • Schon jetzt, weil Gläubige bereits geistliche Segnungen empfangen haben: die Kindschaft, den Heiligen Geist als „Siegel“ und „Anzahlung“ (vgl. Epheser 1,13–14).
  • Noch nicht, weil die volle Offenbarung – Auferstehung, neue Erde, neues Jerusalem – noch bevorsteht. Wenn Christus wiederkommt und sein ewiges Reich errichtet, wird das Erbe endgültig offenbar.

Übersetzungs- und Versionshinweise

  • Die Luther-Übersetzung 2017 wurde verwendet, da sie im deutschsprachigen Raum weit verbreitet ist. Sie gibt den biblischen Wortlaut formal, aber verständlich wieder.
  • Einige Übersetzungen (z. B. Elberfelder, Neue Genfer) geben manche Begriffe präziser oder zeitgemäßer wieder, doch die Grundbedeutung bleibt gleich.
  • In Epheser 1,18 ist nicht ganz eindeutig, ob es um Gottes Erbe in den Heiligen oder das Erbe der Heiligen von Gott geht – beide Lesarten sind theologisch vertretbar.

Anwendung

  • Erkenne, dass Christi Tod notwendig – nicht optional – war, damit das verheißene Erbe in Kraft treten konnte. Ohne sein Opfer kein vollgültiger Bund.
  • Sei gewiss, dass du Erbe bist – nicht aufgrund eigener Leistung, sondern durch den Glauben an Christus und Gottes souveräne Wahl.
  • Lebe im Licht der zukünftigen Herrlichkeit – mit Hoffnung, Geduld und Heiligkeit. Das Erbe ist unvergänglich, unbefleckt und ewig.
  • Teile diese Botschaft: Das Erbe in Christus ist nicht nur eine Idee, sondern eine durch die Schrift bezeugte Verheißung, durch Christus gesichert, und wird am Ende aller Zeiten vollkommen offenbar.

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Über den Autor

Janet Mushi editor

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