Title 2021

Repariere deine Netze, reinige deine Netze

Shalom! Ich grüße dich im Namen unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus. Heute wollen wir ein kraftvolles geistliches Prinzip betrachten, das im Alltag der Fischer verborgen liegt – ein Prinzip, das sowohl für Berufene im Dienst als auch für alle Gläubigen, die sich der Seelengewinnung widmen, direkte Anwendung findet.

Die praktische Lektion: Fischer fischen nicht nur

Wenn wir an Fischer denken, stellen wir uns oft vor, wie sie ihre Netze ins Meer werfen, Fische fangen, nach Hause zurückkehren – und das Ganze am nächsten Tag wiederholen. Aber wer je mit echten Fischern zu tun hatte, weiß: Fischen bedeutet nicht nur, das Netz auszuwerfen und einzuholen. Es bedeutet auch, die Ausrüstung vorzubereiten, zu pflegen und bei Bedarf zu reparieren.

Nach jedem Fischfang – egal, ob sie etwas gefangen haben oder nicht – reinigen die Fischer ihre Netze und reparieren sie, wenn nötig. Warum?

Weil Netze nicht nur Fische fangen. Sie sammeln auch Seegras, Schlamm, Müll und Unrat. Wenn man das vernachlässigt, beginnt es zu verrotten, lockt Ungeziefer an und schwächt das Material. Tote Fische, die im Netz hängen bleiben, verfallen und beschädigen die Fasern zusätzlich. Wenn man nicht handelt, entstehen Löcher – und das Netz wird nutzlos.

Ein sauberes Netz ist ein wirksames Netz.

Schmutzige Netze sind im Wasser sichtbar, und Fische meiden sie instinktiv. Die besten Netze sind fast unsichtbar – genauso wie ein wirksamer Dienst oft aus stillen, verborgenen geistlichen Disziplinen hervorgeht.


Biblische Grundlage: Jesus und die Fischer

Sehen wir uns an, was die Evangelien berichten:

Lukas 5,1–5 (LUT 2017)
„Es begab sich aber, als sich das Volk zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, da stand er am See Genezareth
und sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren aus ihnen ausgestiegen und wuschen ihre Netze.
Er stieg in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land hinauszufahren. Und er setzte sich und lehrte das Volk vom Boot aus.
Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahr hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!
Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.“

Achte auf dieses Detail: Die Fischer wuschen ihre Netze – obwohl sie nichts gefangen hatten. Warum? Weil Disziplin und Vorbereitung nicht vom Ergebnis abhängen, sondern von Gehorsam und geistlichen Prinzipien.

Auch im Markus-Evangelium lesen wir:

Markus 1,19–20 (LUT 2017)
„Und als er ein wenig weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, wie sie im Boot ihre Netze zurichteten.
Und sogleich rief er sie, und sie ließen ihren Vater Zebedäus im Boot mit den Tagelöhnern und folgten ihm nach.“

Das war keine zufällige Instandhaltung – es war bewusste Vorbereitung. Als Jesus sie rief, waren sie aktiv damit beschäftigt, ihre Werkzeuge zu pflegen. Daraus lernen wir: Treue Diener kümmern sich um das, was Gott ihnen anvertraut hat.


Die geistliche Lektion: Die Netze stehen für unseren Dienst und unser Leben

Im Neuen Testament verwendet Jesus das Bild des Fischfangs, um Evangelisation und Berufung zum Dienst zu beschreiben:

Matthäus 4,19 (LUT 2017)
„Und er sprach zu ihnen: Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!“

Als Nachfolger Christi – besonders, wenn wir berufen sind zu lehren, zu predigen oder Zeugnis zu geben – sind wir geistliche Fischer. Doch allzu oft konzentrieren wir uns nur auf das „Netz Auswerfen“ (Predigen, Evangelisieren, Lobpreis leiten) und vernachlässigen das notwendige, fortlaufende Werk von Reinigung und Zurüstung.


Wie reparieren wir unsere Netze?

Wir reparieren unsere geistlichen Netze durch das Wort Gottes.

2. Timotheus 3,16–17 (LUT 2017)
„Denn alle Schrift ist von Gott eingegeben und nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit,
dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.“

Netze reparieren heißt:
– Unsere Lehre anhand der Schrift überprüfen (Titus 2,1)
– Unsere Botschaft im Geist und zur rechten Zeit bringen (Prediger 3,1)
– Sicherstellen, dass unsere Verkündigung mit dem Evangelium Christi übereinstimmt (Galater 1,6–9)

Wenn wir das nicht tun, lehren wir womöglich aus Tradition oder Emotion – und nicht aus göttlicher Wahrheit. Die Folge? Geistliche Löcher in unseren Netzen. Menschen gehen uns nicht verloren, weil sie Christus ablehnen, sondern weil sie nie mit einem heilen Netz wirklich erreicht wurden.


Wie reinigen wir unsere Netze?

Wir reinigen unsere Netze, indem wir unser persönliches Leben reinigen.

1. Petrus 1,15–16 (LUT 2017)
„Sondern wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel.
Denn es steht geschrieben: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.“

Unser Leben muss die Botschaft widerspiegeln, die wir predigen. Die Kraft des Evangeliums wird geschwächt, wenn der Bote kompromittiert lebt. Ein schmutziges Netz vertreibt die Fische – ebenso wie ein kompromittiertes Zeugnis Suchende vom Glauben abschreckt.

2. Korinther 7,1 (LUT 2017)
„Weil wir nun solche Verheißungen haben, meine Lieben, so lasst uns uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes und die Heiligung vollenden in der Furcht Gottes.“

Es geht nicht um Gesetzlichkeit – sondern um ein Leben, das unsere Berufung nicht widerspricht. Ein Leben in Integrität, Demut und Heiligung macht das Evangelium glaubwürdig und anziehend.


Letzte Ermutigung: Gehorsam geht der Ernte voraus

Erinnere dich an Simons Worte in Lukas 5,5:

„Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.“

Dieser Gehorsam – selbst in Entmutigung – führte zu einem übernatürlichen Fang. Aber das geschah nur, nachdem:
– Die Netze gewaschen waren
– Sie Jesu Anweisung gehorchten
– Sie dem Wort mehr vertrauten als ihrer Erfahrung


Fazit: Halte deine Netze in Ordnung

Lass uns als Diener und Gläubige niemals die täglichen geistlichen Disziplinen vernachlässigen:
– Die Lehre prüfen und im Wort leben
– Das persönliche Leben reinigen und heiligen

Diese Dinge sind nicht optional. Sie sind entscheidend für einen fruchtbaren, geistgeleiteten Dienst. So wie Fischer täglich ihre Netze pflegen, sollen auch wir treu mit dem umgehen, was Gott uns anvertraut hat.

Johannes 15,8 (LUT 2017)
„Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.“

Der Herr segne dich!


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Ein einfacher Weg, Christus dem Volk zu verkünden

 


Ein einfacher Weg, Christus dem Volk zu verkünden

Grüße im Namen unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus!

Wir danken Gott für Seine Gnade, uns einen neuen Tag zu schenken. Zu Beginn lade ich Sie ein, mit mir über eine kraftvolle Wahrheit aus der Bibel nachzudenken: die Bedeutung geistlicher Einheit in der Kirche als Zeugnis für die Welt.

Warum fällt es heute so schwer, Menschen mit dem Evangelium zu erreichen?
Wenn wir von „denen draußen“ sprechen, meinen wir Menschen, die entweder weltlich eingestellt sind oder anderen Religionen folgen. Evangelisation wird zunehmend schwieriger – aber woran liegt das?

Es stimmt zwar, dass „der Herr die Seinen kennt“ (2. Timotheus 2,19), doch diese Wahrheit darf nicht als Ausrede dienen, den Missionsauftrag zu vernachlässigen (Matthäus 28,19–20). Das eigentliche Problem liegt oft in der Kirche selbst: Wir haben es versäumt, in geistlicher Einheit zu leben.

Das Zeugnis der Einheit – der Schlüssel zur Evangelisation
Kurz vor Seiner Kreuzigung betete Jesus ein tiefes Gebet:

Johannes 17,21–23
„Damit sie alle eins seien, wie Du, Vater, in mir und ich in Dir, damit auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass Du mich gesandt hast. Die Herrlichkeit, die Du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, damit sie eins seien, wie wir eins sind: ich in ihnen und Du in mir; damit sie vollkommen seien in Eins, und die Welt erkenne, dass Du mich gesandt hast und sie geliebt hast, wie Du mich geliebt hast.“

Jesus zeigt hier: Die Glaubwürdigkeit des Evangeliums hängt unmittelbar von der Einheit der Gläubigen ab. Wenn Christen in geistlicher Einheit leben, bestätigt dies, dass Jesus wirklich der von Gott gesandte Sohn ist.

Nicht jede Einheit kommt von Gott
Jesus sprach nicht von oberflächlicher oder organisatorischer Einheit – etwa durch Denominationen oder interreligiöse Bündnisse. Er betete für geistliche Einheit – eine Einheit, die der Heilige Geist bewirkt.

Epheser 4,3–6
„Befleißigt euch, die Einheit des Geistes zu bewahren in dem Band des Friedens. Es gibt einen Leib und einen Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater aller, der über allen und durch alle und in euch allen ist.“

Diese „Einheit des Geistes“ ist tief in der Lehre verwurzelt und vom Geist befähigt. Sie ist nicht nur emotional oder organisatorisch – sie ist Einheit in Wahrheit und Liebe, gegründet auf der Person und dem Werk Christi.

Die zentralen Elemente wahrer geistlicher Einheit

Ein Herr – Jesus Christus
Nicht ein Prophet, Heiliger oder Religionsstifter, sondern der auferstandene Herr (Apg 4,12). Er ist der Eckstein unserer Gemeinschaft (Eph 2,20).

Ein Glaube – der Glaube an Christus
Dieser Glaube basiert auf der Heiligen Schrift, nicht auf menschlicher Tradition (Judas 1,3; 2. Timotheus 3,16–17).

Eine Taufe – im Namen Jesu Christi
Die frühe Kirche taufte durch Untertauchen im Namen Jesu (Apg 2,38; 8,16; 10,48; 19,5). Dies leugnet nicht die Dreieinigkeit Gottes (Matthäus 28,19), sondern bestätigt, dass Jesus der Offenbarte Name ist, durch den Heil kommt (Apg 4,12).

Ein Geist – der Heilige Geist
Der Heilige Geist wohnt in jedem Gläubigen, verbindet uns zu einem Leib (1. Kor 12,13) und befähigt uns, Frucht zu tragen (Gal 5,22–23).

Wenn die Kirche vereint ist, wird Christus sichtbar
Wenn die Kirche diese Wahrheiten lebt, wird unser Zeugnis für die Welt stark und überzeugend – nicht nur durch Worte, sondern durch unser Leben und unsere Liebe.

Johannes 13,35

Jesus sagte: „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt“ 

Uneinigkeit hingegen sendet ein widersprüchliches Signal. Wenn Gläubige durch Konfessionen, unterschiedliche Lehren oder persönliche Interessen gespalten sind, wird das Evangelium in den Augen der Welt verwässert.

Ein Aufruf zur Selbstprüfung
Wir müssen uns fragen:
Ist die Einheit, für die Jesus gebetet hat, in uns heute sichtbar?
Wenn nicht, müssen wir anerkennen, dass etwas gebrochen ist. Und wenn es gebrochen ist, muss es wiederhergestellt werden – nicht nur zu unserem Vorteil, sondern um des Evangeliums willen.

Dies ist nicht nur ein persönliches Ziel, sondern ein göttlicher Auftrag:

Johannes 17,23

„Ich in ihnen und Du in mir, damit sie vollkommen seien in Eins, und damit die Welt erkenne, dass Du mich gesandt hast …“ 

Christus durch unsere Einheit predigen
Lasst uns durch die Hilfe des Heiligen Geistes zu biblischer Einheit zurückkehren – in Lehre, Geist und Liebe. Wenn wir das tun, müssen wir nicht mehr kämpfen, um Menschen von Christus zu überzeugen. Unsere Einheit selbst wird Christus den Nationen verkünden.

Schalom.
Komm, Herr Jesus!

 

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Wer Geld liebt, wird niemals satt

1. Das Gleichnis der Mücke – ein warnendes Bild

Eine Mücke gibt uns ein sehr eindrückliches Beispiel. Wenn sie auf einem Menschen landet und ungestört Blut saugt, hört sie nicht von selbst auf. Sie saugt weiter, bis ihr Körper buchstäblich platzt – und sie daran stirbt.
Diese biologische Tatsache spiegelt eine tiefe geistliche Wahrheit wider:
Wer von der Liebe zum Geld beherrscht wird, verliert das Maß und weiß nicht mehr, wann genug genug ist.
Die Begierde verblendet das Herz und führt schließlich ins Verderben.


2. Biblische Weisheit über Geld und Zufriedenheit

Prediger 5,9–10 sagt:

„Wer Geld liebt, wird vom Geld nicht satt, und wer Reichtum liebt, hat keinen Nutzen davon. Auch das ist Eitelkeit. Wo viel Gut ist, da sind viele, die es verzehren; und was hat sein Besitzer davon als nur, es mit seinen Augen anzusehen?“

Dieser Abschnitt macht ein zentrales Thema der Weisheitsliteratur deutlich:
Irdische Dinge sind leer, wenn sie von Gott getrennt sind.
Materieller Reichtum schenkt keine wahre Erfüllung. Je mehr wir besitzen, desto größer werden oft Druck, Verantwortung und Unzufriedenheit.
Wahre Zufriedenheit kommt nicht aus äußeren Gütern, sondern aus einem Leben, das in Gott verwurzelt ist.


3. Gottes Weisheit versus weltliche Weisheit

Die Welt sagt: „Jage dem Geld nach. Mach es zum Ziel deines Lebens.“
Doch Gottes Weisheit warnt uns davor, unser Leben auf Reichtum zu bauen.

Hebräer 13,5 sagt:

„Euer Leben sei frei von Geldliebe; begnügt euch mit dem, was vorhanden ist. Denn er selbst hat gesagt: ‚Ich will dich nicht verlassen und dich nicht versäumen.‘“

Diese Aufforderung richtet sich nicht gegen Geld an sich, sondern gegen Habsucht – ein unheiliges Verlangen, das das Vertrauen auf Gott durch Vertrauen auf Besitz ersetzt.
Die Sicherheit des Gläubigen liegt in Gottes Gegenwart und Fürsorge, nicht in materiellen Dingen.


4. Die Liebe zum Geld ist geistliches Gift

1. Timotheus 6,10 erklärt:

„Denn die Geldliebe ist eine Wurzel alles Bösen; einige, die ihr nachgingen, sind vom Glauben abgeirrt und haben sich selbst viele Schmerzen verursacht.“

Das hier verwendete griechische Wort philargyria beschreibt eine krankhafte, übermäßige Zuneigung zum Geld.
Paulus macht deutlich: Diese Haltung ist nicht neutral. Sie zieht Menschen vom Glauben weg und führt zu geistlicher Selbstzerstörung.
Es ist eine konkurrierende Liebe, die Gott vom Mittelpunkt des Lebens verdrängt.


5. Der tragische Fall des Judas Iskariot

Judas begann mit einer verborgenen Liebe zum Geld und stahl aus der gemeinsamen Kasse (Johannes 12,6).
Diese Begierde wuchs und führte schließlich dazu, dass er Jesus für dreißig Silberstücke verriet.

Apostelgeschichte 1,18–19 berichtet über sein Ende:

„Dieser erwarb einen Acker mit dem Lohn der Ungerechtigkeit; und er stürzte kopfüber hinab, barst mitten entzwei, und alle seine Eingeweide quollen hervor. Und es wurde allen Bewohnern Jerusalems bekannt …“

Das Leben des Judas zeigt die Fortschreitung der Sünde:
von verborgenem Geiz zu offenem Verrat und schließlich zu einem gewaltsamen Tod.
Es ist ein ernster Beweis dafür, wie ungezügelte Geldliebe dem Satan Raum gibt (Lukas 22,3) und einen Menschen geistlich und körperlich zerstören kann.


6. Berufung zur Zufriedenheit und zu den Prioritäten des Reiches Gottes

Das christliche Leben ist kein Leben der materiellen Fixierung, sondern ein Leben mit Reich-Gottes-Fokus. Jesus lehrte:

Matthäus 6,33

„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden.“

Die Reihenfolge ist entscheidend.
Das Reich Gottes steht an erster Stelle, materielle Versorgung folgt als Verheißung – nicht als Ziel unserer Jagd.


7. Abschließende Ermahnung

Gott ist nicht gegen Reichtum. Er ist gegen Götzendienst – wenn Geld seinen Platz einnimmt.
Wir sind berufen:

  • fleißig zu arbeiten (Kolosser 3,23),
  • verantwortungsvoll mit Geld umzugehen (Sprüche 21,20),
  • freigebig zu sein (2. Korinther 9,7),
  • und in Zufriedenheit zu leben (Philipper 4,11–13).

Die Liebe zum Geld ist eine Falle.
Wie die Mücke, die so lange saugt, bis sie stirbt, wird auch der Mensch, der Reichtum um seiner selbst willen begehrt, am Ende dem Verderben begegnen.
Doch wer Gott an die erste Stelle setzt und sein Herz frei von Habsucht hält, wird in Frieden und mit göttlicher Bestimmung leben.


Gebet

Herr, lehre uns, dich mehr zu lieben als Reichtum.
Hilf uns, deiner Versorgung zu vertrauen und mit dem zufrieden zu sein, was wir haben.
Bewahre unsere Herzen vor Habsucht und schenke uns Weisheit, nach dem zu trachten, was wirklich zählt: deinem Reich und deiner Gerechtigkeit.
Komm, Herr Jesus! 

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Hat Gott die Sünde erschaffen, weil Er alles erschaffen hat?

Das ist eine tiefgehende und sehr wichtige Frage. Um sie richtig zu beantworten, müssen wir zwei grundlegende Wahrheiten festhalten:

  • Gott ist der Schöpfer aller Dinge.
  • Gott ist heilig und kann weder sündigen noch Sünde erschaffen.

Diese beiden Aussagen widersprechen sich nicht, sondern ergänzen einander. Schauen wir uns das genauer an.


1. Gott schuf alles – aber nicht jedes Ergebnis

Ja, Gott hat alles erschaffen. Die Bibel sagt eindeutig:

„Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.“
(Johannes 1,3 – Lutherbibel 2017)

Das umfasst Himmel, Erde und alles Lebendige. Doch das bedeutet nicht, dass Gott jede einzelne Handlung, Entscheidung oder jedes menschliche Produkt direkt hervorgebracht hat – besonders nicht das, was Seinem Wesen widerspricht.

Ein paar einfache Beispiele machen das deutlich:

  • Gott schuf die Bäume, aber nicht Möbel oder Papier – das sind menschliche Erfindungen.
  • Gott schuf Eisen und Mineralien, aber keine Autos oder Waffen – auch das ist menschliches Werk.
  • Gott gab Mehl, Wasser und Öl, aber kein Chapati oder Pilau – diese entstehen durch menschliches Zusammenfügen der Zutaten.

Genauso hat Gott dem Menschen den freien Willen gegeben. Doch dieser freie Wille kann entweder zum Gehorsam oder zur Rebellion genutzt werden. Sünde entsteht dort, wo sich der Mensch bewusst gegen Gott entscheidet. Sie ist kein von Gott geschaffenes „Ding“, sondern die Verdrehung und der Missbrauch von etwas Gutem, das Gott geschaffen hat.


2. Sünde ist eine menschliche (und engelhafte) Verderbung des Guten

Gott schuf sowohl Engel als auch Menschen mit Entscheidungsfreiheit. Ohne freien Willen wären Liebe, Gehorsam und echte Beziehung zu Gott nicht möglich. Doch Freiheit bringt auch Verantwortung – und die Möglichkeit des Ungehorsams.

Satan war ursprünglich ein heiliger Engel, entschied sich jedoch für Stolz und Rebellion:

„Du warst ohne Tadel in deinem Wandel von dem Tag an, als du geschaffen wurdest, bis sich Bosheit an dir fand.“
(Hesekiel 28,15)

Auch Adam und Eva lebten in einer vollkommenen Schöpfung, entschieden sich aber, Gottes Gebot zu übertreten:

„An dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.“
(1. Mose 2,17)

Die Sünde kam also durch menschliche Entscheidung in die Welt – nicht durch Gottes Absicht.

„Darum, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben.“
(Römer 5,12)


3. Gott kann keine Sünde erschaffen – weil Er heilig ist

Die Vorstellung, Gott habe die Sünde erschaffen, widerspricht Seinem Wesen. Die Schrift ist hierin eindeutig:

„Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis.“
(1. Johannes 1,5)

„Du bist zu rein von Augen, als dass du Böses ansehen könntest; dem Unrecht kannst du nicht zusehen.“
(Habakuk 1,13)

„Denn du bist nicht ein Gott, dem gottloses Wesen gefällt; wer böse ist, bleibt nicht vor dir.“
(Psalm 5,5)

Wäre Gott der Urheber der Sünde, wäre Er nicht mehr gerecht und rein. Doch die Bibel bezeugt klar: Gott ist vollkommen heilig und hasst die Sünde.


4. Sünde wird weiterhin hervorgebracht

Auch heute entstehen ständig neue Formen des Bösen. Jesus selbst hat dies vorausgesagt:

„Und weil die Ungerechtigkeit überhandnehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten.“
(Matthäus 24,12)

Paulus bestätigt das:

„…sie erfinden Böses…“
(Römer 1,30)

Das erklärt den moralischen Verfall unserer Welt – und warum Gottes Gericht unausweichlich ist, wenn der Mensch nicht umkehrt.


5. Der einzige Ausweg aus der Sünde ist Jesus Christus

Kein Mensch kann sich selbst aus der Macht der Sünde befreien. Doch Gott hat in Seiner Gnade einen Rettungsweg geschaffen:

„Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“
(Römer 5,8)

Das Heil schließt ein:

  • Umkehr und Abwendung von der Sünde (Buße) – (Apostelgeschichte 3,19)
  • Taufe auf den Namen Jesu Christi – (Apostelgeschichte 2,38)
  • Empfang des Heiligen Geistes, der zu einem heiligen Leben befähigt – (Römer 8,13–14)

In Christus werden wir nicht nur vergeben, sondern erneuert und verwandelt.

„Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“
(2. Korinther 5,17)


6. Gottes Ruf zur Heiligkeit

Gottes Wille für Seine Kinder ist eindeutig:

„Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“
(Matthäus 5,48)

Das bedeutet nicht absolute Fehlerlosigkeit, sondern geistliche Reife, Aufrichtigkeit und ein Leben, das Gott geweiht ist. Wir sind berufen, Seine Heiligkeit in einer sündigen Welt widerzuspiegeln.


Schlussgedanke

Gott hat die Sünde nicht erschaffen.
Die Sünde entstand, als Engel und Menschen ihre von Gott gegebene Freiheit missbrauchten. Doch durch Jesus Christus gibt es Befreiung – von der Macht und von der Strafe der Sünde.

Lasst uns die Heiligkeit wählen, im Geist wandeln und uns auf die Wiederkunft unseres Herrn vorbereiten.

Der Herr kommt!

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DIE GEFAHREN, NUR AUF SICH SELBST ZU ACHTENDie Versuchung der Isolation

 


DIE GEFAHREN, NUR AUF SICH SELBST ZU ACHTEN
Die Versuchung der Isolation

In unserer heutigen Welt werden Unabhängigkeit und Selbstständigkeit oft als Zeichen von Stärke gesehen. „Kümmere dich um deine eigenen Angelegenheiten“ hört man häufig – und bis zu einem gewissen Grad stimmt das. Sich auf seine Ziele zu konzentrieren und unnötiges Drama zu vermeiden, kann durchaus Frieden und Klarheit bringen.

Doch geistlich betrachtet birgt extreme Isolation große Gefahren. Einsamkeit für Gebet und Reflexion ist biblisch und sogar wichtig (Markus 1,35), aber Gott hat uns niemals dafür geschaffen, völlig von anderen getrennt zu leben. Wir sind für Gemeinschaft, Zusammenhalt und gegenseitige Verantwortung geschaffen (Hebräer 10,24–25).


1. Der Fall von Laish – Eine biblische Warnung vor Isolation
Richter 18,7–29

In Richter 18 treffen wir auf die Stadt Laish – ein friedliches, wohlhabendes und selbstgenügsames Volk. Sie lebten weit entfernt von anderen Städten und hatten kaum Kontakt zu anderen Menschen.

Richter 18,7

„Da zogen die fünf Männer fort und kamen nach Laish. Sie sahen das Volk dort, wie es ruhig und sicher wohnte, nach der Art der Sidonier, still und geborgen. Es gab keine Herrscher, die sie in irgendeiner Weise beschämen könnten. Sie waren weit entfernt von den Sidoniern und hatten keine Verbindung zu irgendjemandem.“

Zunächst klingt das wie das perfekte Leben. Doch ihre Unabhängigkeit wurde ihnen zum Verhängnis:

Richter 18,28

„Es gab jedoch keinen Retter, weil es weit von Sidon entfernt war und sie keine Verbindung zu irgendjemandem hatten.“ 

Unabhängigkeit ohne Verbundenheit macht verletzlich
Die Menschen in Laish lebten in Frieden, aber sie hatten keinen Schutz. Sie genossen Wohlstand, aber keine Gemeinschaft. Beziehungen bieten biblisch gesehen Schutz – ein Leitmotiv, das sich durch die gesamte Schrift zieht. Wer sich extrem isoliert, ist angreifbar und hat niemanden, der ihm beisteht.

2. Die Weisheit der Einheit

Prediger 4,12

„Wenn einer allein überwältigt wird, können zwei widerstehen; eine dreifache Schnur reißt nicht so schnell.“

Dieser Vers unterstreicht das Prinzip der Bundgemeinschaft. So wie die Dreieinigkeit – Vater, Sohn und Heiliger Geist – in vollkommener Einheit existiert (1. Mose 1,26), sind auch wir dazu aufgerufen, in gegenseitiger Verbindung zu leben.

Biblische Einheit bedeutet nicht, dass alle gleich sein müssen. Es geht um geistliche Solidarität, die Kraft, Beständigkeit und Gottes Segen schenkt (Psalm 133,1–3).


 

3. Die Strategie des Feindes – Trennen und Zerstören

Satan hat seine Taktiken nicht verändert: Er wirkt am effektivsten in Isolation. Deshalb versucht er, Gläubige von Gemeinschaft zu entfernen, den Kirchgang zu entmutigen und Streit oder Stolz zu säen, sodass Menschen denken: „Ich brauche niemanden.“

In der Kirche schwächt Uneinigkeit den Leib Christi, und geistliche Isolation macht Gläubige angreifbar. Paulus beschreibt die Kirche als einen Leib mit vielen Gliedern (1. Korinther 12,12–27). Kein Teil kann richtig funktionieren – geschweige denn überleben –, wenn er vom Ganzen getrennt ist.

4. Jesu Hohepriesterliches Gebet – Einheit ist Gottes Wille

Johannes 17,21–23

„Damit sie alle eins seien, wie Du, Vater, in mir und ich in Dir; dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass Du mich gesandt hast.“ (V. 21)
„Und die Herrlichkeit, die Du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, damit sie eins seien, wie wir eins sind.“ (V. 22)
„Ich in ihnen und Du in mir, damit sie vollkommen in Einheit seien …“ (V. 23)

Jesus sehnte sich zutiefst nach Einheit unter seinen Nachfolgern. Diese Einheit spiegelt Gottes göttliche Natur wider und ist ein Zeugnis für die Welt. Wenn wir in Einheit leben, zeigen wir die Liebe und das Wesen Gottes selbst.

Freiheit ohne Gemeinschaft führt ins Scheitern

Laish lehrt uns eine ernüchternde Wahrheit: Ein friedliches Leben ohne Verbindung ist zerbrechlich. Wahre Sicherheit entsteht nicht nur durch die Vermeidung von Konflikten, sondern durch Gemeinschaft. Gott hat sein Volk dazu geschaffen, gemeinsam im Glauben, Gebet und in Liebe zu leben.

Lass nicht zu, dass Unabhängigkeit dich des göttlichen Schutzes beraubt. Bleib verbunden. Sei rechenschaftspflichtig. Gehe in Einheit, und du wirst in Kraft wandeln.

Galater 6,2

„Einer trage des anderen Last, und so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ – 

Möge der Herr dich segnen und dich in tiefere Gemeinschaft führen – mit Ihm und mit Seinem Volk.

 

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DIE KRAFT DER LIEBE CHRISTI.

 


DIE KRAFT DER LIEBE CHRISTI

Gepriesen sei der Name unseres Herrn Jesus Christus! Heute wollen wir über eine tiefgreifende Wahrheit der Heiligen Schrift nachdenken: über die unvergleichliche Kraft der Liebe Christi.

1. Eine Liebe so stark wie der Tod

Warum vergleicht die Bibel die Liebe mit dem Tod?

Im Hohenlied 8,6 lesen wir:

„Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm;
denn Liebe ist stark wie der Tod, Leidenschaft unbezwingbar wie das Totenreich.
Ihre Glut ist Feuerglut, eine mächtige Flamme des HERRN.“

Diese Worte sind poetisch – und zugleich von tiefer geistlicher Bedeutung. So wie der Tod eine unumkehrbare Macht über das irdische Leben hat, besitzt wahre Liebe – besonders die göttliche Liebe – eine alles durchdringende und verzehrende Kraft. Gottes Liebe ist nicht oberflächlich und nicht zeitlich begrenzt. Sie ergreift uns, versiegelt uns und verwandelt unser ganzes Wesen.

Die hier erwähnte „Eifersucht“ ist keine sündige Neidreaktion, sondern eine heilige, gerechte Eifersucht: Gottes leidenschaftlicher Wunsch, sein Volk ganz für sich zu haben – rein, hingegeben und ungeteilt. So heißt es in 2. Mose 34,14:

„Denn du sollst keinen anderen Gott anbeten; denn der HERR heißt ein eifernder Gott.“

2. Christi Liebe zur Gemeinde

Der Apostel Paulus zieht in Epheser 5,25–27 einen eindrucksvollen Vergleich:

„Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen … damit er die Gemeinde sich selbst darstelle in Herrlichkeit, ohne Flecken oder Runzel.“

Wie ein treuer Ehemann seine Braut liebt, schützt und sich für sie opfert, so hat Christus sein Leben für die Gemeinde hingegeben. Seine Liebe ist nicht nur voller Zuneigung – sie ist heiligend. Sie reinigt, erneuert und bereitet uns auf die ewige Herrlichkeit vor.

3. Die verwandelnde Kraft der Liebe Christi

Wenn die Schrift sagt: „Liebe ist so stark wie der Tod“, dann zeigt sie uns, wie radikal und lebensverändernd Gottes Liebe ist. Der Tod trennt den Menschen endgültig von dieser Welt. In ähnlicher Weise bewirkt die Liebe Christi, dass wir der Sünde sterben und ein neues Leben für Gott beginnen.

In Römer 6,6–7 lesen wir:

„Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Kraft gesetzt werde … Denn wer gestorben ist, ist von der Sünde freigesprochen.“

Von Christus geliebt zu sein bedeutet, aus der Bindung an diese Welt herausgelöst und mit ihm in ein Leben der Heiligkeit geführt zu werden. Je tiefer wir in seiner Liebe bleiben, desto mehr verliert die Sünde ihre Macht über uns.

4. Nichts kann uns von seiner Liebe trennen

Deshalb kann Paulus voller Gewissheit in Römer 8,33–35 ausrufen:

„Wer will Anklage erheben gegen die Auserwählten Gottes? Gott ist es, der rechtfertigt.
Wer will verurteilen? Christus Jesus ist es, der gestorben ist …
Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung … oder Gefahr oder Schwert?“

Die Liebe Christi ist unerschütterlich. Sie ist untrennbar, unaufhaltsam und unveränderlich. Keine Not, keine Versuchung und kein Leid kann uns aus seiner Hand reißen, wenn wir wirklich in ihm sind.

5. Warum manche dennoch kämpfen

Vielleicht fragst du dich, warum du trotz deines Glaubens noch mit bestimmten Sünden kämpfst – mit Abhängigkeiten, Unmoral, Zorn oder Unaufrichtigkeit. Oft liegt der Grund nicht im Mangel an Wissen über Christus, sondern darin, dass seine Liebe noch nicht vollständig dein Herz eingenommen hat.

Jesus sagt in Johannes 15,9–10:

„Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!
Wenn ihr meine Gebote haltet, bleibt ihr in meiner Liebe.“

In der Liebe Christi zu bleiben bedeutet, den eigenen Willen loszulassen, seinem Wort zu gehorchen und dem Wirken des Heiligen Geistes Raum zu geben. Seine Liebe schenkt nicht nur Vergebung – sie verleiht auch Kraft, die Sünde zu überwinden.

6. Die gute Nachricht: Christus macht frei

Die frohe Botschaft lautet: Christus lebt – und er rettet auch heute noch!
Wenn du aufrichtig Buße tust, dich bewusst von der Sünde abwendest und Christus dein Leben übergibst, wird seine Liebe dich erfüllen und die Werke des Teufels in dir zerstören.

In 1. Johannes 3,8 heißt es:

„Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre.“

Wo die Liebe Christi herrscht, verliert die Sünde ihre Macht. Ein Leben in Gerechtigkeit wird nicht nur möglich, sondern zu einer Quelle tiefer Freude.

7. Wie du in die Liebe Christi eintrittst

Wenn du diese lebensverändernde Liebe noch nicht erfahren hast, dann ist heute der richtige Moment. Beginne mit echter Buße – kehre dich von der Sünde ab, von Herzen und ohne Vorbehalt. Danach folge dem biblischen Schritt der Taufe durch Untertauchen im Namen Jesu Christi, wie wir es in Apostelgeschichte 2,38 lesen:

„Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.“

Christus, reich an Barmherzigkeit und Liebe, wird dich aufnehmen und dich hineinführen in seine Liebe – eine Liebe, die rettet, heilt, erneuert und ewiges Leben schenkt.


Schlusswort

„Liebe ist so stark wie der Tod.“
Wenn du erleben willst, wie jede sündige Gewohnheit und jede Bindung in deinem Leben stirbt, dann tauche ein in die Liebe Christi. Seine Liebe lässt dich nicht in der Gefangenschaft dieser Welt zurück. Sie sprengt jede Kette und macht dich zu einer neuen Schöpfung.

Maranatha – der Herr kommt!

 

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SEI KEIN TRÄGER ZUHÖRER

 


SEI KEIN TRÄGER ZUHÖRER

Seid herzlich gegrüßt im Namen unseres Herrn und Retters Jesus Christus. Es ist mir eine große Freude, euch erneut willkommen zu heißen, während wir gemeinsam über das lebensspendende Wort Gottes nachdenken.

Die Heilige Schrift zeigt uns immer wieder, wie sehr Gott sich danach sehnt, dass sein Volk in Erkenntnis, geistlicher Unterscheidung und Reife wächst. Doch zugleich begegnet er einem wiederkehrenden Hindernis: geistlicher Bequemlichkeit und der Trägheit, wirklich zuzuhören.

Auch der Apostel Paulus machte diese Erfahrung. Nachdem er tiefgehende Offenbarungen über Christus empfangen hatte – insbesondere über sein ewiges Priestertum nach der Ordnung Melchisedeks –, wollte er diese Wahrheiten mit der Gemeinde teilen. Doch nicht mangelndes Wissen oder fehlender Wille hielten ihn zurück, sondern die geistliche Abstumpfung seiner Zuhörer.

Hebräer 5,10–11

„… von Gott berufen zum Hohenpriester nach der Ordnung Melchisedeks. Darüber hätten wir noch vieles zu sagen, doch es ist schwer zu erklären, weil ihr träge geworden seid im Hören.“

Das Geheimnis Melchisedeks und Christi

Melchisedek ist eine geheimnisvolle Gestalt, die erstmals in 1. Mose 14,18–20 erscheint. Er war zugleich König und Priester – eine außergewöhnliche Verbindung. Er segnete Abram und empfing von ihm den Zehnten, was auf ein Priestertum hinweist, das älter und höher ist als das levitische. Jahrhunderte später verkündete der Psalmist prophetisch:

Psalm 110,4

„Der HERR hat geschworen und wird es nicht bereuen: Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.“

Paulus greift diese Wahrheit im Hebräerbrief auf und zeigt, dass sie sich in Jesus Christus erfüllt. Sein Priestertum ist ewig, nicht durch Abstammung oder menschliche Satzungen begrenzt, sondern gegründet auf die Kraft eines unzerstörbaren Lebens.

Hebräer 7,24–25

„Weil er in Ewigkeit bleibt, besitzt er ein unveränderliches Priestertum. Darum kann er auch vollkommen retten, die durch ihn zu Gott kommen.“

Doch so herrlich diese Wahrheit auch ist – Paulus musste feststellen, dass viele Gläubige nicht bereit waren, sie aufzunehmen. Sie waren „träge im Hören“ geworden: gleichgültig, unaufmerksam und geistlich unreif.

Geistliche Trägheit heute

Dieses Problem ist keineswegs auf die frühe Gemeinde beschränkt – es ist hochaktuell. Viele Christen empfinden Predigten als zu lang oder biblische Lehre als zu anspruchsvoll. Gleichzeitig verbringen sie mühelos Stunden mit Serien, sozialen Medien oder Unterhaltung. Für Gott bleiben oft nur wenige Minuten – wenn überhaupt.

Das wirft eine ernste Frage auf: Wie steht es um unseren geistlichen Hunger?

Matthäus 5,6

„Selig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten; denn sie sollen satt werden.“

Der Herr verheißt seine Belohnung denen, die ihn ernsthaft suchen – nicht denen, die ihn nur dann aufsuchen, wenn es gerade passt.

Hebräer 11,6

„Ohne Glauben aber ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu ihm kommt, muss glauben, dass er ist und dass er die belohnt, die ihn ernstlich suchen.“

Paulus – ein Vorbild des geistlichen Hungers

Obwohl Paulus außergewöhnliche Offenbarungen empfangen hatte – so gewaltig, dass Gott ihm einen Dorn im Fleisch gab, um ihn vor Hochmut zu bewahren (2. Korinther 12,7) –, hörte er nie auf zu lernen und zu wachsen. Selbst im Gefängnis, kurz vor seinem Tod, schrieb er:

(2. Timotheus 4,13)

„Wenn du kommst, bring den Mantel mit, den ich in Troas bei Karpus gelassen habe, auch die Bücher, besonders die Pergamente.“

Wahrscheinlich handelte es sich dabei um Abschriften der Heiligen Schriften. Wenn selbst Paulus – ein Mann, der bis in den dritten Himmel entrückt wurde – nicht aufhörte, Gottes Wort zu suchen, wie viel mehr gilt das dann für uns?

Wenn wir unser eigenes Wachstum blockieren

Oft ist es gerade unser Mangel an geistlicher Disziplin, der uns Gott fern erscheinen lässt. Wir erwarten Offenbarung, ohne Raum dafür zu schaffen. Wir wünschen uns Tiefe, meiden aber Gebet, Bibelstudium und stille Gemeinschaft mit Gott.

Jesus sagte einmal sehr deutlich:

Johannes 3,12

„Wenn ich euch von irdischen Dingen gesprochen habe und ihr nicht glaubt, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen spreche?“

Jesus wollte mehr offenbaren – doch die geistliche Unreife seiner Zuhörer setzte ihm Grenzen. Wie oft entgeht uns Gottes Reden, weil wir uns mit Nebensächlichkeiten beschäftigen?

Ein Aufruf zu geistlichem Wachstum

Das christliche Leben ist kein Stillstand. Wir sind berufen, zu wachsen und zu reifen:

1. Petrus 2,2

„Seid wie neugeborene Kinder, die nach der unverfälschten geistlichen Milch verlangen, damit ihr durch sie wachst.“

2. Petrus 3,18

„Wachst aber in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus.“

Zeit für Unterhaltung und soziale Medien ist nicht neutral – sie konkurriert mit unserer Zeit für Gott. Ohne Instagram oder Facebook zu leben, schadet deinem Leben nicht. Gottes Wort zu vernachlässigen hingegen sehr wohl.

Wenn wir Gott wirklich kennenlernen wollen, müssen wir bewusst Ablenkungen beiseitelegen und ihn mit Entschlossenheit suchen.

Abschließende Ermutigung

Gott erwartet von seinen Kindern, dass sie täglich wachsen – in Reife, in Christusähnlichkeit und in tiefer Gemeinschaft mit ihm.

Hebräer 6,1

„Darum lasst uns die Anfangsgründe der Lehre von Christus hinter uns lassen und zur vollen Reife voranschreiten …“

Lasst uns keine trägen Zuhörer sein, sondern Menschen, die mit ganzem Herzen nach der Wahrheit suchen.

Schalom.

 

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WIR BRAUCHEN EINANDER IMMER.

 


WIR BRAUCHEN EINANDER IMMER

Eine theologische Betrachtung

Eines Tages begegnete ich auf einem Spaziergang einer Frau mit ihrem Kind. Sie sprach mich freundlich an und bat mich um 1.000 Schillinge, um mit dem Bus nach Chanika nach Hause fahren zu können. Zufällig hatte ich das Geld bei mir und gab es ihr. Es war eine kleine Geste der Nächstenliebe — unspektakulär, wie sie im Alltag oft vorkommt.

Kurz darauf stieg ich selbst in einen Bus. Plötzlich wurde mir bewusst, dass ich kein Bargeld mehr bei mir hatte. Als der Schaffner kam, um den Fahrpreis einzusammeln, durchsuchte ich nervös meine Taschen — vergeblich. Zwar hatte ich Guthaben auf meinem Handy, also erklärte ich ihm:
„Ich habe im Moment kein Bargeld, aber am Busbahnhof kann ich Geld abheben und bezahlen.“

Er glaubte mir nicht. Sein Blick verriet deutliches Misstrauen — für ihn klang es nach einer Ausrede.

Ich begann unruhig zu werden. Meine Haltestelle lag noch vor dem Busbahnhof. Würde er wirklich warten, während ich Geld abhob? Wohl kaum.

In diesem Moment geschah etwas Unerwartetes. Ein junger Mann — jemand, dem man ansah, dass er selbst nicht viel besaß — holte 1.000 Schillinge hervor und reichte sie mir.
„Nimm das“, sagte er leise. „Sonst bekommst du Ärger mit dem Schaffner.“

Ich wollte ablehnen und versicherte ihm, dass ich zahlen könne. Doch er bestand darauf. Er gab nicht aus Überfluss, sondern aus Mitgefühl.

Diese Begegnung ließ mich nicht los. Mir wurde klar, wie schnell sich Rollen ändern können. Wir neigen dazu zu glauben, dass nur die Bedürftigen Hilfe brauchen — dabei kann jeder von uns plötzlich selbst auf Hilfe angewiesen sein.

Nur wenige Minuten zuvor hatte ich einer Frau mit genau demselben Betrag geholfen. Nun war ich derjenige, der Hilfe empfing. Darin zeigt sich ein göttliches Prinzip: gegenseitige Abhängigkeit. Kein Mensch ist vollkommen unabhängig.

Theologische Betrachtung

Die Bibel macht immer wieder deutlich, wie eng unser Leben miteinander verflochten ist. Der Apostel Paulus schreibt:

(Galater 6,2)

Einer trage des anderen Last; so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Wir sind dazu berufen, einander zu tragen — nicht nur in außergewöhnlichen Krisen, sondern gerade auch im Alltäglichen. Die Hilfe, die wir heute geben, kann morgen die Hilfe sein, die wir selbst benötigen.

Vielleicht gehst du heute sicher durchs Leben — mit einem Auto, finanzieller Stabilität und guter Gesundheit. Doch all das ist nicht selbstverständlich und nicht von Dauer. Der Wind, der heute Rückenwind ist, kann sich morgen drehen. Der Prediger beschreibt es so:

Prediger 1,6

Der Wind weht nach Süden und dreht sich nach Norden; er dreht sich immerfort und kehrt auf seinem Lauf zurück.

Das Leben verläuft in Zyklen. Was wir heute besitzen, kann uns morgen fehlen. Man kann wohlhabend sein und dennoch Mangel erleben. Gesund sein und doch krank werden. Gebildet sein und sich dennoch hilflos fühlen.

Jesus selbst lebte diese Haltung radikaler Großzügigkeit. Er sagt:

Matthäus 25,40

Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.

Der junge Mann im Bus hat mir nicht einfach Geld gegeben — er hat mir im Geist Christi gedient. Er hat das Evangelium gelebt.

Ein Ruf zu Demut und Mitmenschlichkeit

Diese Erfahrung erinnerte mich daran, dass wir Verwalter dessen sind, was uns anvertraut wurde — nicht Eigentümer. Gott segnet uns, damit wir zum Segen für andere werden:

1. Timotheus 6,18

Man ermahne sie, Gutes zu tun, reich zu sein an guten Werken, freigebig und bereit zu teilen.

Wir sollten uns nie darauf verlassen, dass unsere heutige Sicherheit uns über die Bedürfnisse anderer erhebt. Geistliche Reife zeigt sich in Demut — in der Erkenntnis, dass alles, was wir haben, Gnade ist.

Mögen Stolz und vermeintliche Selbstgenügsamkeit uns niemals davon abhalten, anderen zu helfen. Lasst uns schnell bereit sein zu geben, langsam im Urteilen und offen im Dienen — denn eines Tages könnten wir selbst auf eine helfende Hand angewiesen sein.

Matthäus 5,7

Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

Gebet

Möge der Herr uns lehren, demütig miteinander zu leben, ohne Zögern Liebe zu zeigen und verantwortungsvoll mit dem umzugehen, was er uns anvertraut hat. Mögen wir Menschen sein, die das Herz Christi widerspiegeln — bereit zu geben, auch wenn es unbequem ist, im Vertrauen darauf, dass Gott für uns sorgt, während wir für andere da sind.

Schalom.

 

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SÜNDE – EINE GEFÄHRLICHE FALLE.

 


SÜNDE – EINE GEFÄHRLICHE FALLE

Sünde wird in der Bibel häufig mit einem wilden und gefährlichen Tier verglichen – etwa mit einem Löwen oder Leoparden. In der Heiligen Schrift heißt es, dass die Sünde vor der Tür lauert und darauf wartet zuzuschlagen (1. Mose 4,7). Wie ein Raubtier greift sie nicht immer sofort an. Oft nähert sie sich still und unauffällig, geduldig wartend auf den richtigen Moment, um in unser Leben einzudringen.

Die Geschichte von Kain und Abel macht diese Wahrheit deutlich. Noch bevor Kain seinen Bruder tötete, warnte Gott ihn eindringlich:

1. Mose 4,7

„Ist es nicht so: Wenn du recht tust, darfst du dein Haupt erheben? Wenn du aber nicht recht tust, so lauert die Sünde vor der Tür. Nach dir hat sie Verlangen, du aber sollst über sie herrschen.“

Gott zeigt hier klar: Die Sünde will über uns herrschen – doch wir sind nicht hilflos. Wir tragen die Verantwortung und haben die Fähigkeit, ihr zu widerstehen. Kain jedoch hörte nicht auf diese Warnung. Neid und Zorn nahmen in seinem Herzen Raum ein, bis die Sünde schließlich die Kontrolle übernahm. Die Bibel berichtet:

1. Mose 4,8

„Und es geschah, als sie auf dem Feld waren, da erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und erschlug ihn.“

Kains Versagen, der Sünde zu widerstehen, führte zu einer Tragödie. Es zeigt, wie zerstörerisch Sünde ist, wenn man ihr freien Lauf lässt. Niemand lehrte Kain zu töten – die Sünde versklavte ihn und trieb ihn zu dieser Tat.

Diese Wahrheit zieht sich durch die gesamte Bibel. Sünde ist nicht nur eine äußere Bedrohung, sondern ein innerer Kampf. Der Apostel Paulus beschreibt sie als ein Gesetz in unseren Gliedern, das gegen den Geist kämpft (Römer 7,23). Auch der Verrat des Judas Iskariot an Jesus war nicht einfach eine gewöhnliche menschliche Entscheidung, sondern das Ergebnis der Macht der Sünde, die ihn beherrschte (Johannes 13,27).

Auch heute wirkt die Sünde auf dieselbe Weise. Wenn du einen Ruf zur Umkehr hörst, dann gilt er nicht nur anderen – er gilt dir persönlich. Es geht um deine eigene Rettung. Die Schrift mahnt uns:

1. Petrus 5,8

„Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.“

Während der Teufel umhergeht und versucht, Menschen zu Fall zu bringen, ist es letztlich die Sünde, die uns bindet. Satan hat keine Macht über uns, wenn wir ihm nicht durch die Sünde selbst die Tür öffnen.

Sünde übt großen Druck auf unser Leben aus. Hat sie erst einmal Fuß gefasst, versklavt sie den Menschen – sei es durch Ehebruch, Hass oder andere zerstörerische Verhaltensweisen. Die Folgen sind verheerend: geistlicher Tod, innerer Zerbruch und letztlich die ewige Trennung von Gott. Jesus stellt die entscheidende Frage:

Markus 8,36

„Denn was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber seine Seele verliert?“

Darum ist Umkehr dringend notwendig. Im Reich Gottes gibt es kein „irgendwann später“. Der Apostel Paulus ruft uns zu:

2. Korinther 6,2

„Jetzt ist der Tag des Heils.“

Wahre Erlösung schließt Buße, die Taufe und den Empfang des Heiligen Geistes ein (Apostelgeschichte 2,38). Das ist der Weg zur Freiheit und zum Sieg über die Sünde.

In einer Welt voller Ablenkungen – Materialismus, Unterhaltung, soziale Medien – verlieren viele Menschen das ewige Wohl ihrer Seele aus dem Blick. Jesus erinnert uns an die Frau Lots, die zurückblickte und alles verlor (Lukas 17,32). Wer Gott ganz folgen will, muss sich von der Sünde und den Verlockungen dieser Welt abwenden.

Gib dein Leben heute Gott hin. Vertraue darauf, dass er dich reinigt, erneuert und stärkt. Vergiss nicht: Die Sünde ist ein grausamer Feind – doch in Christus ist der Sieg bereits errungen.

2. Thessalonicher 3,3

„Der Herr aber ist treu; er wird euch stärken und euch vor dem Bösen bewahren.“

Möge Gott uns allen die Kraft schenken, der Sünde zu widerstehen und in der Freiheit zu leben, die er uns schenkt.

 

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Die Bücher der Bibel: Teil 11 – Sprüche, Das Hohelied und Prediger

Willkommen zu unserem Bibelstudium, Gottes Wort, die Lampe, die unsere Füße führt, und das Licht für unseren Weg. Wir haben bereits die ersten 20 Bücher betrachtet; falls Sie dies noch nicht getan haben, empfehle ich, diese zuerst durchzugehen, damit Sie den nächsten Büchern besser folgen können.

Heute betrachten wir drei Werke von Salomo: Sprüche, Das Hohelied und Prediger. Während Sprüche und Das Hohelied früh im Leben Salomos geschrieben wurden, entstand Prediger in seinem hohen Alter. Wir werden sie einzeln betrachten, aber ich empfehle auch, sie selbst zu lesen und dann diese Zusammenfassung zu verfolgen.


1. Sprüche

Was ist das?

Sprüche ist eine Sammlung von Weisheitssprüchen, größtenteils von König Salomo in seiner Jugend verfasst, wobei einige Teile von anderen stammen (z. B. Agur und König Lemuel in Sprüche 30–31). Die Sprüche behandeln viele Lebensbereiche: Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Torheit und Weisheit, Geschäft, Gerechtigkeit, Bosheit, Tiere und sogar Bäume. Salomo verwendet sie, um gottesfürchtige Weisheit und praktisches Leben zu lehren.

  • Gott schenkte Salomo Weisheit, obwohl er auch Reichtum oder ein langes Leben hätte erbitten können. Weil er Weisheit bat, um Gottes Volk gerecht zu regieren, gab Gott ihm sowohl Weisheit als auch Reichtum. (Siehe 2. Chronik 1,11–12)
  • Weisheit hier bedeutet mehr als bloße Intelligenz. Sie umfasst ein verständiges Herz, moralische Sensibilität und die Fähigkeit, richtig von falsch zu unterscheiden (besonders zur gerechten Herrschaft).

Einige Höhepunkte

  • Salomo hatte Weisheit und große Einsicht, „so zahlreich wie der Sand am Meer“. Seine Weisheit übertraf alle anderen im Osten und in Ägypten.
  • Er verfasste 3.000 Sprüche und etwa 1.005 Lieder; er sprach über Bäume, Tiere, Vögel, Reptilien und Fische.
  • Sprüche beginnen mit dem Ziel, Weisheit, Zucht, Verständnis, Gerechtigkeit und Fairness zu erwerben.

Was lernen wir aus Sprüche?

  1. Gottesfürchtige Weisheit vs. Weltliche Weisheit
    Gottes Weisheit führt zu Ehrfurcht vor Gott, moralischem Leben, Suche nach Gerechtigkeit, Integrität und Rechtschaffenheit. Weltliche Weisheit mag materiellen Erfolg, Ruf oder Komfort bringen, kann aber ohne Gottesfurcht irreführend oder oberflächlich sein.
  2. Die Quelle wahren Wissens
    Sprüche lehren wiederholt: „Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis“ (Sprüche 1,7) und dass Weisheit von Gott kommt.
  3. Praktisches Leben
    Die Sprüche sind praktisch: wie man sich verhält, Torheit vermeidet, andere behandelt, Worte weise einsetzt und im Familien- sowie Gemeindeleben handelt.

2. Das Hohelied (Lied Salomos)

Was ist das?

Das Hohelied ist Poesie, eine Sammlung von Liebesliedern zwischen einem Mann und seiner Geliebten. Es ist tief poetisch, sinnlich und feiert romantische Liebe. Salomo schrieb viele Lieder (1.005), und dieses wird als das „beste“ betrachtet. Es beschreibt die Stadien der Liebe: Werbung, Ehe und reife Liebe. Es enthält auch Hinweise auf Geduld, Reinheit und Treue.

  • Menschliche romantische Liebe wird als gut, schön und von Gott geschaffen dargestellt. Das Hohelied scheut sich nicht, Liebe, Verlangen und körperliche Schönheit innerhalb einer verbindlichen Beziehung zu feiern.
  • Es gibt auch spirituelle Bilder: die Kirche wird als Braut dargestellt, Christus als Bräutigam (z. B. 2. Korinther 11,2; Offenbarung 21,9; Johannes 3,29). Das Hohelied hat somit sowohl wörtliche als auch symbolische Dimensionen.

Was wir lernen können

  1. Reinheit und Selbstbeherrschung vor der Ehe
    Das Buch warnt Liebende, Liebe oder Verlangen nicht zu früh zu entfachen (Hohelied 2,7).
  2. Liebe, gegenseitige Zuneigung, Engagement, Schönheit
    Eheleben sollte gegenseitig, freudig und zärtlich sein. Es ist keine reine Romantik oder Lust, sondern ein Bündnis voller Respekt und Freude am Geliebten.
  3. Spirituelle Parallelen
    Für Gläubige erinnert dieses Buch an unsere Beziehung zu Christus. Sehnsucht, Anziehung, Freude und Treue zwischen Ehepartnern spiegeln Christi Liebe zur Kirche wider.

3. Prediger

Was ist das?

Prediger ist Salomos Werk im Alter, das Leben aus der Sicht umfangreicher Erfahrung reflektierend. Er hat vieles versucht – Weisheit, Geschäft, Vergnügen, Reichtum – und fragt nun: Welchen Sinn, Wert oder Nutzen hat all dies „unter der Sonne“, wenn es keinen ewigen Zweck hat?

  • Salomo nennt vieles Eitelkeit („vergänglich, bedeutungslos, Windjagd“), wenn es ohne Gott verfolgt oder isoliert betrachtet wird (Prediger 1,2; 2,11).
  • Er erkennt, dass Weisheit wertvoll ist, aber selbst Weisheit ohne Gott Kummer bringt, da sie die Zerbrochenheit der Welt klar erkennen lässt.
  • Fazit: Fürchte Gott und halte seine Gebote. Das ist das Wesentliche, da Gott alle Taten richtet, selbst die geheimen (Prediger 12,13–14).

Ausgewählte Verse

  • Prediger 1,2: „Eitelkeit der Eitelkeiten! spricht der Prediger; eitel, eitel, alles ist eitel.“

  • Prediger 12,13–14: „Nun ist alles gehört; hier ist die Schlussfolgerung: Fürchte Gott und halte seine Gebote, denn das ist alle Menschen Pflicht. Denn Gott wird alles Gericht halten, auch über alle verborgenen Taten, gut oder böse.“


Gesamtthemen & Anwendung

  • Weisheit zählt: Wahre Weisheit von Gott sollte unser Ziel sein, nicht nur weltlicher Erfolg.
  • Leben ohne Gott ist leer: Selbst äußerlicher Erfolg, Besitz, Ehre und Macht sind vergänglich ohne das Ewige.
  • Liebe und Beziehungen zählen: Sie spiegeln menschliches Gutes und göttliche Wahrheit. Glaube, Reinheit, Respekt und Engagement sind wichtig.
  • Unser Lebenszweck: Kenntnis Gottes, Gehorsam und ein Leben zu führen, das Ihn ehrt, da wir letztlich Rechenschaft ablegen müssen.

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