Die Frage
In Sacharja 12,11 lesen wir:
„Zu der Zeit wird große Klage sein in Jerusalem, wie die Klage um Hadadrimmon in der Ebene von Megiddo.“ (Sacharja 12,11 – Lutherbibel 2017)
Worum handelt es sich bei dieser Klage, und warum wird sie mit Hadadrimmon verglichen?
Hadadrimmon war ein Ort in der Ebene von Megiddo in Israel – einer Region, die geschichtlich für bedeutende Schlachten bekannt ist. Besonders verbunden ist dieser Ort mit dem Tod von König Josia, einem der gottesfürchtigsten und reformfreudigsten Könige Judas. Seine Regierungszeit war geprägt von geistlicher Erneuerung und der konsequenten Abschaffung des Götzendienstes (2. Könige 23,1–25). Josia erneuerte den Bund mit dem HERRN und führte das Volk zurück zur wahren Anbetung.
Sein Tod kam unerwartet. Er fiel im Kampf gegen den ägyptischen Pharao Necho – obwohl Gott ihn nicht in diesen Krieg gesandt hatte. Die Bibel berichtet:
„Zu seiner Zeit zog Pharao Necho, der König von Ägypten, hinauf zum König von Assur an den Euphrat. Da zog ihm König Josia entgegen; aber Pharao Necho tötete ihn bei Megiddo, als er ihn sah.“ (2. Könige 23,29 – Lutherbibel 2017)
Das ganze Volk war tief erschüttert. Der Prophet Jeremia und ganz Juda beklagten den Tod Josias. Diese Klage wurde zu einem festen Bestandteil des nationalen Gedächtnisses Israels:
„Auch Jeremia klagte über Josia; und alle Sänger und Sängerinnen reden bis auf diesen Tag von Josia in ihren Klageliedern. Man machte es zu einer festen Ordnung in Israel; und siehe, sie sind aufgezeichnet in den Klageliedern.“ (2. Chronik 35,25 – Lutherbibel 2017)
So wurde Hadadrimmon zum Sinnbild einer tiefen nationalen Trauer – des Verlustes eines gerechten Königs und einer schwindenden Hoffnung für das Volk.
Sacharja 12 blickt prophetisch auf eine zukünftige, noch weit größere nationale Klage Israels. Doch diese Klage wird nicht nur schmerzhaft, sondern auch heilbringend und geistlich erneuernd sein. Gott spricht:
„Und ich will über das Haus David und über die Einwohner Jerusalems ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets. Und sie werden auf mich sehen, den sie durchbohrt haben, und werden um ihn klagen, wie man klagt um ein einziges Kind…“ (Sacharja 12,10 – Lutherbibel 2017)
Diese Worte beziehen sich auf Jesus Christus, den Messias, den Israel verworfen und gekreuzigt hat (vgl. Johannes 19,37). An jenem Tag wird der geistliche Schleier von ihren Augen genommen (2. Korinther 3,14–16), und sie werden erkennen, wer Jesus wirklich ist: ihr Messias, der Sohn Gottes.
Ihre Klage wird nicht der Trauer um einen irdischen König wie Josia gleichen, sondern der tiefen Erkenntnis gelten, dass sie den verheißenen Messias durchbohrt haben. Diese Klage wird persönlich, ernsthaft und familienweise sein:
„Und das Land wird klagen, ein jedes Geschlecht für sich: das Geschlecht des Hauses David für sich und ihre Frauen für sich…“ (Sacharja 12,12 – Lutherbibel 2017)
Dies ist mehr als bloßes Bedauern. Es ist echte Buße (hebräisch: Teshuva) – eine Umkehr zu Gott, bewirkt durch das überführende Wirken des Heiligen Geistes.
Wir leben jetzt in der Zeit der Gnade – einer Zeit, in der das Heil durch Jesus Christus allen Menschen angeboten wird:
„Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen.“ (Titus 2,11 – Lutherbibel 2017)
Doch diese Zeit wird nicht ewig andauern. Jesus selbst warnte:
„Lernt ein Gleichnis vom Feigenbaum: Wenn sein Zweig saftig wird und Blätter treibt, so wisst ihr, dass der Sommer nahe ist.“ (Matthäus 24,32 – Lutherbibel 2017)
Der Feigenbaum steht sinnbildlich für Israel (Jeremia 24). Die Wiedergründung des Staates Israel im Jahr 1948 und die Rückkehr der Juden in ihr Land sind deutliche Zeichen dafür, dass die prophetische Uhr der Endzeit weiterläuft. Gott bereitet die Erfüllung Seiner Verheißungen vor.
Das Evangelium hat inzwischen die Enden der Erde erreicht. Das nächste große prophetische Ereignis ist die Entrückung der Gemeinde:
„Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden…“ (1. Korinther 15,51–52 – Lutherbibel 2017)
Wenn du auf ein weiteres Zeichen oder einen emotionalen Anstoß wartest, dann verstehe: Jetzt ist die Zeit. Das Zeitfenster wird immer enger.
„Ringet darum, dass ihr durch die enge Pforte eingeht; denn viele, sage ich euch, werden hineinzukommen suchen und es nicht können.“ (Lukas 13,24 – Lutherbibel 2017)
Wenn du gerettet bist, ist jetzt die Zeit, in Heiligkeit und Wachsamkeit zu leben. Wenn du es nicht bist, zögere nicht länger. Gottes Gnade ist heute verfügbar – doch eines Tages wird, wie zur Zeit Josias, tiefe Klage über die Welt kommen.
Gehöre nicht zu denen, die bereuen. Gehört zu denen, die sich freuen.
Möge der Herr unsere Augen öffnen, unsere Herzen weich machen und uns helfen, die Zeit zu erkennen, in der wir leben.
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