Widerspricht sich die Bibel in der Geschichte von der Tochter des Jairus?

Widerspricht sich die Bibel in der Geschichte von der Tochter des Jairus?

Frage:

Manche behaupten, die Bibel widerspreche sich in der Geschichte von der Tochter des Jairus. In Markus 5,23 und Lukas 8,42 heißt es, das Mädchen liege im Sterben, während Matthäus 9,18 sagt, sie sei bereits gestorben. Welcher Bericht stimmt nun?

Antwort:

Die Bibel widerspricht sich nicht. Der Unterschied entsteht dadurch, an welchem Punkt der Geschichte die jeweiligen Evangelisten einsetzen. Wenn man den Zusammenhang beachtet und die göttliche Inspiration der Schrift berücksichtigt, löst sich der scheinbare Widerspruch auf.


Was die biblischen Texte sagen:

Markus 5,23 (Lutherbibel 2017)

„Mein Töchterlein liegt in den letzten Zügen. Komm und lege ihr die Hände auf, damit sie gesund werde und lebe.“

Jairus kommt zu Jesus, während seine Tochter noch lebt, aber in einem lebensbedrohlichen Zustand ist.

Markus 5,35–36 (Lutherbibel 2017)

„Deine Tochter ist gestorben; was bemühst du weiter den Meister?“
Jesus aber hörte, was gesagt wurde, und sprach zu dem Vorsteher der Synagoge: „Fürchte dich nicht, glaube nur!“

Hier erfahren wir, dass die Tochter stirbt, nachdem Jairus Jesus bereits um Hilfe gebeten hat.

Matthäus 9,18 (Lutherbibel 2017)

„Meine Tochter ist eben gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig.“

Matthäus beginnt seinen Bericht nachdem die Nachricht vom Tod des Mädchens bereits bekannt ist.


Die Evangelien sind durch den Heiligen Geist inspiriert (2. Timotheus 3,16) und widersprechen sich daher nicht. Jeder Evangelist beleuchtet die gleiche Begebenheit aus einer anderen Perspektive und setzt unterschiedliche Schwerpunkte für seine Leser.


Die zeitliche Abfolge (nach Markus):

Markus schildert den vollständigen Ablauf der Ereignisse:
Die Tochter liegt im Sterben → sie stirbt → Jesus erweckt sie wieder zum Leben.

Dadurch wird Jesu Autorität über den Tod selbst deutlich, ganz im Einklang mit seiner Aussage:

Johannes 11,25–26 (Lutherbibel 2017)

„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.“


Der Schwerpunkt auf dem Glauben (bei Matthäus):

Matthäus setzt bewusst dort an, wo die Tochter bereits gestorben ist. Damit hebt er den Glauben des Jairus hervor – einen Glauben, der selbst angesichts scheinbar hoffnungsloser Umstände nicht aufgibt. So wird Jesu Macht über den Tod betont und zugleich die Bedeutung des Vertrauens auf ihn unterstrichen:

Hebräer 11,1 (Lutherbibel 2017)

„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“


Warum liegt kein Widerspruch vor?

  • Jairus kommt zunächst zu Jesus, während seine Tochter noch lebt, aber dem Tod nahe ist (Markus 5,23).
  • Bevor Jesus im Haus ankommt, erreicht Jairus die Nachricht vom Tod seiner Tochter (Markus 5,35; Matthäus 9,18).
  • Trotz dieser Nachricht hält Jairus am Glauben fest (Markus 5,36).
  • Beide Evangelien berichten dasselbe Ereignis, setzen jedoch den Fokus auf unterschiedliche Momente der Geschichte.

Diese Begebenheit zeigt eindrücklich Jesu göttliche Autorität über Leben und Tod und ruft uns dazu auf, ihm zu vertrauen – auch dann, wenn unsere Situation hoffnungslos erscheint.

Wenn du Jesus noch nicht als deinen Retter angenommen hast, wisse: Er lädt dich heute ein, ihm dein Herz zu öffnen (Offenbarung 3,20). Die Taufe auf seinen Namen hin (Apostelgeschichte 2,38) ist der nächste Schritt, um Vergebung der Sünden und den Heiligen Geist zu empfangen.

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Über den Autor

Ester yusufu editor

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