Was ist ein Opfer?

Was ist ein Opfer?

Ein Opfer, manchmal auch „Darbringung“ genannt, ist ein Akt, bei dem man Gott etwas Wertvolles schenkt. Biblisch unterscheidet man vor allem zwischen Sühneopfern, die Sühne für Sünden leisten, und anderen Darbringungen, die Hingabe, Dankbarkeit oder Verpflichtung ausdrücken.

Opfer im Alten Testament
Im Alten Testament (dem Alten Bund) bestanden Sühneopfer aus Tieren wie Schafen, Ziegen oder Rindern. Gott gab diese Opfer als vorübergehendes Mittel, um mit der Sünde umzugehen (3. Mose 1–7). Dabei wurde ein Tier vor den Herrn gebracht, ein Priester schlachtete es, sammelte sein Blut und sprengte es auf den Altar. Dieses Blut symbolisierte Leben und war notwendig für die Sühne, denn „ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung der Sünden“ (Hebräer 9,22).

Diese Tieropfer deuteten auf das perfekte, endgültige Opfer voraus: Jesus Christus, das wahre Lamm Gottes, „das die Sünde der Welt hinwegnimmt“ (Johannes 1,29).

Es gab auch andere Gaben – wie Getreide, Geld oder Erstlinge –, die ein Akt der Anbetung waren, aber kein Blut erforderten. Streng genommen waren sie daher keine Opfer im biblischen Sinne.

Missverständnis heute
Heute sprechen viele Christen davon, „Opfer“ zu bringen, wenn sie Geld oder Gaben der Kirche geben. Solche Gaben sind wertvoll und wohlgefällig vor Gott (Philipper 4,18), aber technisch gesehen keine Opfer im biblischen Sinn, da sie keine Sühne durch Blut bewirken.

Sind Tieropfer heute noch erforderlich?
Nein. Unter dem Neuen Bund, den Jesus Christus eingeführt hat, ist die Zeit der Tieropfer vorbei. Hebräer 10,1–10 zeigt deutlich: Das Opfer Jesu war einmalig und endgültig:

„Denn das Gesetz hat nur einen Schatten der zukünftigen guten Dinge und nicht das Bild selbst. Darum kann es niemals die, die sich nähern, durch dieselben Opfer, die jährlich dargebracht werden, vollkommen machen. Sonst würden nicht jedes Jahr erneut Opfer für Sünde dargebracht werden. Denn es ist unmöglich, dass das Blut von Stieren und Böcken Sünden hinwegnehmen könnte.
Darum, als Christus in die Welt kam, spricht er: ‚Opfer und Darbringungen hast du nicht gewollt, aber einen Leib hast du mir bereitet; Brand- und Sündopfer gefallen dir nicht. Da sagte ich: Siehe, ich komme – im Buch steht von mir geschrieben –, um deinen Willen zu tun, mein Gott.‘
Erst spricht er: ‚Opfer und Darbringungen, Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gewollt, noch Gefallen an ihnen gehabt‘ – obwohl sie nach dem Gesetz dargebracht wurden.
Dann spricht er: ‚Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun.‘ Damit setzt er das erste außer Kraft, um das zweite zu begründen.
Durch diesen Willen sind wir durch das einmalige Opfer des Leibes Jesu Christi geheiligt.“ (Hebräer 10,1–10)

Dieses Wort zeigt: Das alte System der Opfer konnte Sünde nie vollständig beseitigen – es war nur ein Schatten, der auf das perfekte Opfer Jesu hinwies. Jesus, das sündlose Lamm, opferte sich ein für alle Mal, sodass Tieropfer heute nicht mehr notwendig sind.

Ist es heute falsch, Tieropfer darzubringen?
Ja. Christen sollten keine Tieropfer praktizieren, denn dies würde die einmalige Sühne Jesu leugnen. Leider führen manche, die sich Christen nennen, solche Rituale immer noch aus, ohne zu erkennen, dass dies nicht Gottes Wille ist und geistlich schädlich sein kann (Galater 5,1).

Möge Gott uns in Gnade und Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus wachsen lassen (2. Petrus 3,18), und uns ganz auf sein vollkommenes Opfer vertrauen.

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Über den Autor

Ester yusufu editor

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