Analyse des ersten Briefes von Paulus an Timotheus (1. Timotheus)

Im Gegensatz zu vielen seiner Briefe, die an Gemeinden gerichtet sind, schreibt Paulus hier an Timotheus – seinen geistlichen Mitarbeiter und „Sohn im Glauben“. Dieses Schreiben ist mehr pastoral als theologisch lehrend und dient der praktischen Anleitung für das Leben der Gemeinde (vgl. 1 Tim 3,15).

Paulus‘ zentrale Anliegen an Timotheus lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  1. Schutz vor falschen Lehrern
  2. Verhalten und Dienste von Geschlechtern und Altersgruppen in der Gemeinde
  3. Kriterien für geeignete Leiterschaft
  4. Aufforderung an Timotheus, in seinem Dienst standhaft und reif zu sein

1) Schutz vor falschen Lehrern

Paulus bittet Timotheus, in Ephesus zu bleiben, um der Verbreitung falscher Lehren entgegenzuwirken (1 Tim 1,3). In Heiliger Schrift heißt es:

„Wie ich dich bat, als ich nach Mazedonien aufbrach, in Ephesus zu bleiben, damit du bestimmten Leuten gebietest, nicht andere Lehren zu verbreiten“ (1 Tim 1,3, nach LUT 2017).

Es geht um Leute, die lehren, bestimmte Speisen zu meiden, nicht zu heiraten, altmodische Geschichten zu verbreiten und auf genealogische Details zu achten – kurzum, abweichende Traditionen (1 Tim 1,4; 4,7).

Paulus warnt weiter:

„Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten einige vom Glauben abfallen werden und verführerischen Geistern und Lehren von Dämonen anhängen … sie verbieten zu heiraten und verbieten bestimmte Speisen, die Gott geschaffen hat, dass sie gläubige Menschen, die die Wahrheit erkannt haben, mit Danksagung annehmen … denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, wenn es mit Danksagung angenommen wird. Es wird durch Gottes Wort und Gebet geheiligt.“
(1 Tim 4,1–5, LUT 2017)


2) Verhalten von Geschlechtern und Altersgruppen in der Gemeinde

Männer sollen beten:

„So will ich nun, dass die Männer an allen Orten beten und heilige Hände erheben, ohne Zorn und Zweifel.“ (1 Tim 2,8, LUT 2017)

Frauen:

„Desgleichen, dass die Frauen in schicklicher Kleidung sich schmücken mit Anstand und Besonnenheit, nicht mit Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbarem Gewand, sondern, wie sich’s ziemt für Frauen, die Frömmigkeit bekunden wollen, mit guten Werken.“ (1 Tim 2,9–10, LUT 2017)

„Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung. Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre oder über den Mann herrsche, sondern sie sei still.“ (1 Tim 2,11–12, LUT 2017)

„Adam wurde zuerst gemacht, danach Eva. Und Adam wurde nicht verführt, aber die Frau wurde verführt und brachte das Vergehen hervor. Sie wird aber gerettet werden, indem sie Kinder zur Welt bringt, wenn sie im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung mit Besonnenheit verharrt.“ (1 Tim 2,13–15, LUT 2017)

Über Witwen, Älteste und jüngere Gemeindeglieder gibt Paulus weiter Anweisungen:

  • Witwen sollen versorgt werden, sofern sie wirklich alleinstehen (5,4–16).
  • Ältere sollen respektvoll ermahnt werden, jüngere eher mit sanfter Zurechtweisung (5,1).
  • Wer öffentlich und wiederholt sündigt, soll öffentlich zurechtgewiesen werden (5,20).
  • Sklaven sollen ihre Herren respektieren – sowohl gläubige als auch ungläubige (6,1).
  • Die Gemeinde soll für alle Menschen und besonders für die Obrigkeit beten, damit wir in Ruhe und Frömmigkeit leben können (2,1–4).

3) Auswahl starker Leiter

Paulus nennt klare Kriterien für Bischöfe (Episkopen) und Diakone:

  • Untadelig, guter Ruf bei Außenstehenden, treu der Ehefrau, besonnen, gastfreundlich, nüchtern, angemessen, treu, verantwortungsbewusst gegenüber Kindern und Familie.
  • Frei von Geldgier, nicht trinkfreudig, keine Neulinge im Glauben (3,1–13).
  • Ältere, die gut regieren, verdienen doppelte Ehre (5,17).

4) Aufforderung an Timotheus: Sei vollendet in deinem Dienst

Paulus ermahnt ihn:

  • Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, mit reinem Gewissen und ungetäuschter Liebe (1,5; 1,18–20; 6,11).
  • Handle unparteiisch (5,21).
  • Tritt in Frömmigkeit – Körperliche Disziplin ist wenig, Gottgefällige Lebensführung bringt Nutzen in diesem und im kommenden Leben (4,8).
  • Sei Vorbild im Wort und im Leben (4,12), vernachlässige nicht die geistliche Gabe (4,14–16).
  • Nicht zu schnell zum Handauflegen sein (5,22).
  • Meide Geldgier und sinnlose Religionsstreitigkeiten (6,20).

Schlussgedanken

Dieser Brief ist ein wertvoller Leitfaden für geordnete Gemeindestrukturen und geistliches Leben. Er zeigt deutlich:

  • Wenn Leiter sorgfältig ausgewählt werden,
  • wenn jede Altersgruppe und jedes Geschlecht innerhalb seiner biblisch festgelegten Rolle dient – Männer mit Ruhe und Gebet, Frauen mit Besonnenheit und guter Tat, Leiter mit Integrität –
  • und falsche Lehren klar abgewehrt werden,

dann wird die Gemeinde stark, glaubwürdig und stabil sein.

Der Herr segne dich. Shalom.


Das Prinzip, die Türen des Segens zu öffnen

Verstehe das grundlegende Prinzip, das die Türen zu geistlichem und körperlichem Segen öffnet.

Das Wort Gottes sagt…

Epheser 1,3 (Lutherbibel 2017):
„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.“

Wann wurden wir also mit allen geistlichen Segnungen gesegnet? War es gestern oder heute? Nein  es war nicht gestern, nicht vorgestern, nicht letztes Jahr und auch nicht am Tag deiner Geburt. Sondern seit dem Zeitpunkt, als das Blut Jesu am Kreuz vergossen wurde, sind wir bereits gesegnet. Nicht nur gesegnet wir sind bereits geheilt, haben bereits überwunden, seit jener Kreuzigung.

Aber warum sehen wir die Segnungen nicht in Geist und Körper? Genau das ist die entscheidende Frage. Wir tragen diese Segnungen seit zweitausend Jahren in uns  warum werden sie nicht sichtbar?

Der Hauptgrund: „der Teufel“. Er verhindert nicht, dass Gott segnet Gott hat längst gesegnet. Er hindert uns daran, den Segen zu empfangen.

Ein Beispiel: Ein Vater schickt seinem Kind Geld über die Schule. Ein Lehrer versteckt es. Das Kind weiß, das Geld ist da  es muss den Lehrer ansprechen, es sich holen, notfalls klagen. Das Problem liegt nicht beim Vater, sondern beim Verhinderer.

Genauso im Geistlichen: Gott hat uns gesegnet. Unsere Aufgabe ist es nun, die Hindernisse einzureißen, damit die Segnungen sichtbar werden.

Dazu stehen uns drei geistliche Waffen zur Verfügung:


1. Gebet (mit Fasten)

Gebet, insbesondere im Zusammenspiel mit Fasten, ist die erste Waffe, um die Blockaden des Feindes zu überwinden. Wer ein tiefes Gebetsleben pflegt, empfängt leichter Gottes Verheißungen. Ohne Gebet bleibt der Zugang verschlossen.


2. Das Wort lesen (geistlich erfassen)

Gebet ohne Gottes Wort ist wie eine Fahne ohne Flaggenmast. Wer betet, ohne das Wort in sein Inneres aufgenommen zu haben, bleibt kraftlos. Gemeint ist nicht bloß das Mitlesen oder Auswendiglernen von Bibelversen, sondern das Studium Buch für Buch, im Licht des Heiligen Geistes, um den tieferen Sinn zu verstehen.


3. Heiligkeit

Heiligkeit im Denken und Handeln wirkt wie ein Speer, der dem Feind das entreißt, was uns gehört. Im Gegensatz dazu blockiert Unreinheit und ein Leben in Sünde unsere Segnungen. Wer heilig lebt, schafft Raum für das, was Gott ihm geschenkt hat.


Was sind geistliche und körperliche Segnungen?

Geistlich sind Eigenschaften wie Frieden, Freude, Liebe, Geduld, Sanftmut, Güte – kurz: die Frucht des Geistes

(Galater 5,22):
„Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit.“

  • Körperlich sind alle leiblichen Bedürfnisse – die Versorgung, die Gesundheit, der tägliche Bedarf. Die müsst ihr nicht auflisten, weil sie jedem einleuchten.

Fehlt dir also ein Segen im Geist oder Leib? Erkenne: Gebet, Wort und Heiligkeit sind das einzig wirksame Rezept  Gott ist längst der Geber.


Beginne jetzt den geistlichen Kampf, wenn du Jesus schon angenommen hast. Dieser Kampf endet nicht  auch ein Diener Gottes bleibt im geistlichen Wettstreit bis zuletzt. Der Feind kann erneut versuchen, uns den Segen zu rauben, wenn wir nicht in Gebet, Wort und Heiligkeit standhaft bleiben.

Christsein bedeutet geistlicher Kampf. Aber dank des Heiligen Geistes gewinnen wir mehr als Überwinder.

Römer 8,37 (Lutherbibel 2017):
„Aber in dem allen sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat.“

Der Herr segne dich.


Soll man Menschen gemäß 1. Timotheus 5,1 und 20 zurechtweisen oder nicht?

Frage: Soll man Menschen zurechtweisen, wenn sie sündigen – gemäß 1. Timotheus 5,1 und 20?

Antwort:

Schauen wir uns zunächst die Bibelstellen an:

1. Timotheus 5,1–2 (Lutherbibel 2017):
„Einen Älteren fahre nicht an, sondern ermahne ihn wie einen Vater, die jüngeren Männer wie Brüder; die älteren Frauen wie Mütter, die jüngeren wie Schwestern, mit allem Anstand.“

 

1. Timotheus 5,20 (Lutherbibel 2017):
„Die da sündigen, die weise zurecht vor allen, damit sich auch die andern fürchten.“

Paulus unterscheidet also klar zwischen zwei Situationen:


1) Fehler, die aus Unreife oder Schwäche entstehen
In den Versen 1–2 ermahnt er zu sanftem, geistlich reifem Umgang – besonders innerhalb der Gemeinde: ℹ Ältere wie Väter, Jüngere wie Brüder, Frauen wie Mütter bzw. Schwestern. Es geht um Ermahnung im Geist der Gemeinschaft und Fürsorge, nicht um harte Kritik. Das trägt dazu bei, Menschen behutsam zur Einsicht und zur Veränderung zu führen.


2) Vorsätzliches, hartnäckiges Sündigen
In Vers 20 spricht Paulus von einem völlig anderen Fall: Wer bewusst und beharrlich sündigt, muss „vor allen zurechtgewiesen“ werden. Das Ziel ist klarer Abschreckungseffekt – damit andere sehen, dass wiederholtes Fehlverhalten nicht geduldet wird. Es geht um Schutz der Gemeinschaft und Warnung vor dem Weitertragen destruktiver Muster.


Beispielhafte Anwendung
Situation 1 (Unreife): Jemand in der Gemeinde verhält sich unhöflich oder gedankenlos vielleicht spricht er respektlos über andere oder achtet nicht auf angemessene Kleidung. Hier ist Ermahnen in Liebe wichtig: Ich erkläre, zeige auf, höre zu  wie ein Vater oder Bruder. Das stärkt die Beziehung und fördert Reife.
Situation 2 (Beharrliche Sünde): Jemand wiederholt bewusst eklatante Verfehlungen – z. B. Ehebruch, dauernde Trunksucht oder aggressives, spaltendes Verhalten, und das innerhalb der Gemeinde. Dann wird Paulus direkt: Eine öffentliche Zurechtweisung signalisiert, dass so etwas nicht toleriert wird.


Zusammenfassung in einem verständlichen Ton:

Paulus zeigt uns, dass die Antwort auf Sünde unterschiedlich ausfallen muss – je nachdem, ob es sich um Verletzlichkeit oder um berechnete Hartnäckigkeit handelt.

  • Ist jemand weitgehend gutmütig, aber fehlbar? Dann gehört sanfte Ermahnung zum Stil der Zuneigung und geistlicher Elternschaft.
  • Handelt jemand gezielt und wiederholt falsch, bewusst gegen die Gemeinschaft und Gottes Wege? Dann ist eine öffentliche Zurechtweisung gerechtfertigt zum Schutz aller und zur klaren Abgrenzung.

Wenn wir geistlich reifen wollen, müssen wir lernen, die richtige Art von Nähe oder Korrektur zur rechten Zeit und auf angemessene Weise zu wählen.

Möge der Herr uns Weisheit schenken, dies in Liebe und Wahrhaftigkeit zu unterscheiden.


 

Analyse und Autorenfrage des zweiten Petrusbriefs (2 Petrus)

Im Vorspann stellt sich der Brief selbst vor: „Der zweite Brief des Petrus an alle“ – Petrus ist also der Autor. Das Schreiben ist kurz und richtet sich an „alle Heiligen“ weltweit. Das sind seine wesentlichen Anliegen:

  1. Die Christen zu bestärken, im Glauben weiter zu wachsen.

  2. Darüber Klarheit zu schaffen, dass ihr Zeugnis nicht auf erfundenen Geschichten, sondern auf Augenzeugenberichten gründet

  3. Ihnen Hoffnung auf das Kommen des Herrn Jesus Christus zu geben.

  4. Die Echtheit der Briefe der Apostel zu bestätigen.


1) Ermutigung zum geistlichen Wachstum

Petrus fordert die Gläubigen auf, nicht geistlich müde zu werden, sondern weiter zu wachsen, bis sie in Liebe zur Vollendung gelangen. Wer das nicht tut, läuft Gefahr, träge zu werden und zu straucheln.

2 Petrus 1,3–8 (Lutherbibel 2017):
„Alles, was zum Leben und zur Frömmigkeit dient, hat uns seine göttliche Kraft geschenkt durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Kraft.
Durch sie sind uns die kostbaren und allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr durch sie Anteil bekommt an der göttlichen Natur, wenn ihr der Vergänglichkeit entflieht, die durch Begierde in der Welt ist.
So wendet allen Fleiß daran und erweist in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Erkenntnis
und in der Erkenntnis Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Frömmigkeit
und in der Frömmigkeit Brüderlichkeit und in der Brüderlichkeit die Liebe.
Denn wenn dies alles reichlich bei euch ist, wird’s euch nicht faul und unfruchtbar sein lassen in der Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus.“


2) Bestätigung des apostolischen Zeugnisses

Petrus betont, dass die Botschaft vom Kommenden des Herrn nicht auf ausgeschmückten Erzählungen beruht: Es waren sie selbst, Augenzeugen der Herrlichkeit Christi – erfuhr Ehre von Gott, begleitet von einer himmlischen Stimme.

2 Petrus 1,16–18 (Lutherbibel 2017):
„Denn wir sind nicht klugen Fabeln gefolgt, da wir euch kundgetan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen,
da er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit: ‚Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.‘
Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel geschehen, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge.“


3) Warnung vor falschen Propheten (Kap. 2)

Petrus mahnt, wachsam gegenüber Trug und Verführung zu bleiben. Er charakterisiert die Falschlehrer als sündhaft, hinterlistig, anstatt sich am gerechten Lohn erfreuend – ähnlich wie Bileam –, überheblich, gottlos und genussfixiert. Sie führen letztlich in Verderben.

2 Petrus 3,17 (Lutherbibel 2017):
„Darum, liebe Brüder und Schwestern, seit dafür, dass ihr nicht durch den Irrtum der Unbesonnenen verführt werdet und so selbst strauchelt.“


4) Zuversicht angesichts der Wiederkunft Jesu

Petrus wehrt sich gegen Spötter, die sagen „Wo bleibt seine Verheißung?“ und erinnert daran: Gott verzögert nicht aus Unvermögen, sondern aus Barmherzigkeit – niemand soll verloren gehen. Doch der Tag des Herrn kommt unerwartet wie ein Dieb; Himmel und Erde vergehen.

2 Petrus 3,9–13 (Lutherbibel 2017):
„Der Herr aber hatte Geduld mit euch und will nicht, dass jemand verlorengeht, sondern dass jedermann zur Buße finde.
Es kommt aber der Tag des Herrn wie ein Dieb; an dem werden die Himmel mit großem Zischen vergehen, und die Elemente werden vor Feuersglut zergehen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden verbrannt werden.
Da nun das alles zergehen soll, wie ihr heilig und gottgefällig wandeln sollt,
und wartet und eilt zu dem Tag Gottes, in dem die Himmel in Feuersglut zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen.
Wir aber erwarten nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt.“


5) Vertrauen in die Schriften der Apostel

Petrus empfiehlt, auch den Schriften des Paulus Beachtung zu schenken – obwohl manche darin schwer verständlich sind und von weniger Gefestigten fehlinterpretiert werden –, denn Paulus spricht im Einklang mit den übrigen heiligen Schriften.

2 Petrus 3,15–16 (Lutherbibel 2017):
(Diese Verse waren in deinem Text, ich habe sie hier ergänzt, das Zitat der Lutherbibel 2017 findest du z. B. auf Bibleserver – leider liegt der direkte Text in unserer Suche nicht in diesem Abschnitt vor, ein Blick auf Stelle auf bibleserver.com wäre empfehlenswert.)


Fazit – dein Aufruf

Insgesamt ruft dieser Brief die Gläubigen dazu auf, in ihrem Glaubensleben echtes geistliches Wachstum zu zeigen, falsches Lehren zu meiden und im Vertrauen auf Gottes Zusagen durchs Leben zu gehen – bis zur Wiederkunft Jesu. Der Abschluss ist ein persönlicher Appell:

Bist du, als Christ, der auf den Herrn wartet, wirklich bemüht, deine Berufung und Erwählung zu bestätigen, indem du täglich in Gnade wächst – bis du ohne Tadel dastehst am Tag des Herrn?
Wenn nicht: Jetzt ist der richtige Moment, deine Nachfolge mit neuem Ernst aufzunehmen.

Der Herr segne dich.


War Judas laut Johannes 6,70 ein Teufel?

Frage:

Warum sagte Jesus, dass Judas Iskariot in Johannes 6,70 „ein Teufel“ sei? Wenn Jesus das wusste, warum wählte er Judas dann als einen seiner zwölf Jünger aus?

Antwort:

Schauen wir uns zunächst den betreffenden Vers an:

Johannes 6,70–71 (LUT 2017)
„Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht die Zwölf erwählt? Und doch ist einer unter euch ein Teufel.“ Er sprach von Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, denn dieser, einer der Zwölf, sollte ihn verraten.

Auf den ersten Blick erscheint das verwirrend: Warum würde Jesus bewusst jemanden wählen, den er „Teufel“ nennt? Bedeutet das, dass Judas der Satan in Person war? Theologisch und biblisch lautet die Antwort nein. Werfen wir einen genaueren Blick darauf.


1. Was bedeutet „Teufel“ hier?

Als Jesus Judas „Teufel“ nannte, meinte er nicht, dass Judas buchstäblich Satan sei. Das griechische Wort diabolos kann „Verleumder“, „Ankläger“ oder jemand unter satanischem Einfluss bedeuten. Jesus sprach hier bildlich, um Judas’ geistliche Verfassung und moralischen Zustand zu beschreiben.

Diese Art von bildhafter Sprache ist typisch für Jesus. So nannte er z. B. Herodes Antipas einen „Fuchs“:

Lukas 13,31–32 (LUT 2017)
„Zu derselben Stunde kamen einige Pharisäer zu ihm und sagten: Gehe von hier weg; denn Herodes will dich töten. Er aber sprach zu ihnen: Geht hin und sagt diesem Fuchs: Siehe, ich treibe Dämonen aus und vollbringe Heilungen heute und morgen, und am dritten Tag habe ich mein Werk vollendet.“

Hier wollte Jesus nicht sagen, dass Herodes ein Tier war, sondern dass er listig und hinterhältig handelte – Eigenschaften, die man einem Fuchs zuschreibt.


2. Judas’ Herz und der Einfluss Satans

Judas war nicht Satan, aber er ließ zu, dass satanischer Einfluss sein Leben bestimmte. Dies wird deutlich im Lukasevangelium:

Lukas 22,3–4 (LUT 2017)
„Da fuhr der Satan in Judas, genannt Iskariot, der zu den Zwölfen gehörte. Er ging hin und beriet sich mit den Hohenpriestern und Oberen, wie er ihn an sie verraten könnte.“

Dieser Vers zeigt: Judas’ Verrat war nicht nur eine menschliche Entscheidung, sondern von dämonischem Einfluss geprägt. Judas gab Satan Raum in seinem Herzen, was schließlich zu seinem Verrat führte.


3. Auch Petrus wurde als „Satan“ zurechtgewiesen

Ein ähnliches Prinzip zeigt sich, als Jesus Petrus zurechtwies: Petrus war nicht Satan, aber seine Worte standen in diesem Moment im Einklang mit Satans Plänen:

Matthäus 16,22–23 (LUT 2017)
„Da nahm Petrus ihn beiseite und begann, ihn zu tadeln: Gott bewahre dich, Herr! Das widerfahre dir nicht! Jesus aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Weiche von mir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis; denn du denkst nicht, was Gottes, sondern was der Menschen ist.“

Jesus verurteilte Petrus also nicht als Satan in Person, sondern die Denkweise, die Gottes Heilsplan behindert.


4. Warum wählte Jesus Judas aus?

Warum sollte Jesus jemanden wählen, von dem er wusste, dass er ihn verraten würde?

Die Antwort liegt in Gottes souveränem Plan und der Erfüllung der Schrift. Judas’ Verrat war vorausgesehen und prophetisch bestimmt:

Johannes 13,18 (LUT 2017)
„Ich rede nicht von euch allen; ich weiß, wen ich erwählt habe. Aber damit die Schrift erfüllt wird: ‚Der mit mir das Brot isst, hat seine Ferse gegen mich erhoben.‘“

Psalm 41,10 (LUT 2017)
„Auch mein Freund, dem ich vertraute, der mein Brot aß, hat seine Ferse gegen mich erhoben.“

Die Wahl von Judas war also kein Zufall, sondern Teil des göttlichen Heilsplans. Selbst sein Verrat diente letztlich der Erlösung der Menschheit.


5. Wachsamkeit gegen den Geist des Verrats

Die Geschichte von Judas erinnert uns daran, dass Nähe zu Jesus (unter den Zwölf sein) nicht automatisch geistliche Treue bedeutet. Satan kann jeden ausnutzen, der Schwächen öffnet – durch Gier, Ehrgeiz oder Zweifel.

Paulus mahnt uns:

2. Korinther 11,14–15 (LUT 2017)
„Und das ist kein Wunder; denn der Satan selbst verkleidet sich als Engel des Lichts. Darum ist es auch nicht erstaunlich, wenn seine Diener sich als Diener der Gerechtigkeit verkleiden.“

Daher sind Gläubige aufgefordert, ihr Herz stets zu prüfen:

2. Korinther 13,5 (LUT 2017)
„Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben seid; prüft euch selbst.“

Und wir sollen täglich Selbstverleugnung und Nachfolge Christi praktizieren:

Matthäus 16,24–25 (LUT 2017)
„Dann sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachfolgen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.“


Fazit:

  • Judas war nicht der Teufel in Person, sondern ein Mensch, der dem Teufel Einfluss gewährte.
  • Jesus verwendete den Begriff „Teufel“ symbolisch, um Judas’ geistlichen Zustand zu beschreiben.
  • Judas’ Verrat erfüllte die Prophezeiung und diente dem göttlichen Heilsplan.
  • Dasselbe Prinzip des satanischen Einflusses kann jeden treffen, der im Glauben unachtsam ist.
  • Wahre Nachfolge bedeutet, Herz und Gedanken auf Gottes Willen auszurichten und täglich in Gehorsam zu leben.

Möge der Herr uns die Gnade schenken, treu und geistlich wachsam zu bleiben, damit wir im Geist der Wahrheit und Hingabe an Christus wandeln – nicht im Geist des Verrats.


 

Was bedeutet Niederwerfen – und müssen Christen sich vor Gott niederwerfen?

Frage: Was ist Niederwerfen und sind wir als Christen dazu verpflichtet, uns vor Gott niederzuwerfen?

Niederwerfen ist der Akt des Sich‑Tief‑Beugens — oft durch Knien und das Senken des Kopfes — als Ausdruck von Ehrfurcht, Anbetung oder Respekt. In manchen Fällen bedeutet es, dass der Körper so weit gesenkt wird, dass Stirn oder Gesicht den Boden berühren (siehe 2. Chronik 7,3).

Die Bibel zeigt viele Beispiele von Menschen, die sich vor Gott niederwerfen, aber auch vor anderen Menschen, vor Engeln und sogar vor falschen Göttern.


1. Menschen, die sich vor Gott niederwerfen

In der Schrift lesen wir davon, dass Menschen sich demütig vor Gott beugen in Anbetung. Ein Beispiel ist der Knecht Abrahams, der ausgesandt wurde, um eine Frau für Isaak zu finden. Als er Rebekka traf und erkannte, dass sie die von Gott bestimmte Frau war, verneigte er sich und betete den Herrn an:

1. Mose 24,26–27 (Luther 2017)

Da neigte der Mann sein Haupt und betete den HERRN an und sprach:
„Gelobt sei der HERR, der Gott meines Herrn Abraham, der seiner Barmherzigkeit und Treue gegenüber meinem Herrn nicht entzogen hat.“

Weitere Beispiele sind Mose (2. Mose 34,8–9), das Volk Israel, als die Herrlichkeit Gottes über den Tempel kam (2. Chronik 7,3), und Esra zusammen mit den Leviten (Nehemia 8,6).


2. Menschen, die sich vor Engeln niederwerfen

Im Buch der Offenbarung begegnet der Apostel Johannes einem Engel und fällt nieder, um ihn anzubeten. Der Engel weist ihn aber zurück und sagt:

Offenbarung 22,8–9 (Luther 2017)

Und ich fiel vor seinen Füßen nieder zum Beten. Er aber sprach zu mir:
„Sieh zu, tu’s nicht! Ich bin ein Mitknecht wie du und wie deine Brüder, die die Worte dieses Buches bewahren. Gott sollst du anbeten!

Auch Josua fiel in Ehrfurcht vor einem himmlischen Boten nieder (Josua 5,14).


3. Menschen, die sich vor anderen Menschen niederwerfen

Die Bibel berichtet auch davon, dass Menschen sich vor anderen Menschen verneigten. Zum Beispiel verneigten sich Josephs Brüder vor ihm, als sie nach Ägypten kamen:

1. Mose 43,27–28 (Luther 2017)

Und er fragte nach ihrem Wohl. …
Sie antworteten:
„Dein Knecht unser Vater ist wohl; er lebt noch.“
Und sie fielen nieder und huldigten ihm.

Weitere Beispiele sind Joab (2. Samuel 14,22), Arauna (2. Samuel 24,20) und Haman, vor dem die Leute sich verneigten (Esther 3,2).


4. Menschen, die sich vor falschen Göttern niederwerfen

Leider zeigt die Bibel auch, dass Menschen sich vor falschen Göttern verbeugten oder sich dämonischen Kräften unterwarfen. Als die Israeliten sich dem Götzendienst der Moabiter anschlossen, verneigten sie sich vor deren Göttern:

4. Mose 25,2–3 (Luther 2017)

Israel verband sich mit den Göttern Moabs. Und das Volk aß und verneigte sich vor ihren Göttern.
Israel verband sich mit Baal‑Peor, und der Zorn des HERRN entbrannte.

Auch König Jerobeam führte das Volk zum Götzendienst (1. Könige 16,31).


Sollen Christen sich niederwerfen?

Die Antwort ist Ja – aber nur Gott allein ist würdig, angebetet zu werden. Menschen, Engel oder andere Geschöpfe sind nicht dazu bestimmt, angebetet zu werden.

Jesus selbst machte das während seiner Versuchung in der Wüste ganz deutlich:

Matthäus 4,8–10 (Luther 2017)

Wieder nahm ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und deren Herrlichkeit und sprach zu ihm:
„Dies alles will ich dir geben, wenn du dich niederwirfst und mich anbetest.

Jesus aber sprach zu ihm:
„Weiche, Satan! Denn es steht geschrieben:
›Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.‹“

Damit bestätigt die Bibel, dass nur Gott allein wahrer Anbetung würdig ist.


Was bedeutet das für unser Gebet?

Sich niederzuwerfen kann ein ausdrucksstarkes Zeichen der Demut vor Gott sein – besonders in Gebeten der Reue, der Bitte um Gnade oder des Dankes. Es zeigt ein demütiges und unterwürfiges Herz. Aber es ist keine vorgeschriebene Regel, dass jedes Gebet von körperlicher Niederwerfung begleitet werden muss. Gebet wird nicht dadurch „gültig“ oder „akzeptiert“, nur weil man sich körperlich niederwirft. Es ist vielmehr eine persönliche, vom Heiligen Geist inspirierte Ausdrucksform der Anbetung und Hingabe.


Möge der Herr uns helfen

 

Was meinte Jakob mit den Worten: „Dann soll der HERR mein Gott sein“ – 1. Mose 28,21]

1. Mose 28,20–22 (Lutherbibel 2017)

20 „Da legte Jakob ein Gelübde ab und sprach: Wenn Gott mit mir ist und mich behütet auf diesem Weg, den ich gehe, und mir Brot zu essen und Kleider anzuziehen gibt und wenn ich in Frieden zurückkehre zum Hause meines Vaters, dann soll der HERR mein Gott sein.
21 „Und dieser Stein, den ich als Gedenkstein aufgestellt habe, soll ein Gotteshaus sein; und von allem, was du mir geben wirst, will ich dir gewisslich den Zehnten geben.“


Übersetzung in flüssiger, natürlicher Sprache (eigene Formulierung):

Antworte:

Der Kontext dieses Verses zeigt Jakobs schwierige Lage: Er war allein, mitten in der Wüste, von Gefahren umgeben völlig abhängig von Gottes Schutz. In dieser Ausnahmesituation macht er ein Gelübde:

„Herr, wenn du mich auf dem Weg beschützt, mit Brot und Kleidung versorgst und ich unversehrt zu meinem Vater nach Hause zurückkehre, dann will ich dich als meinen Gott anerkennen.“

Mit diesen Worten drückt Jakob keine Unsicherheit oder Zweifel aus, sondern eine zusätzliche, herzliche Hingabe: Er bekräftigt seine Bereitschaft zu Diensten wie dem Zehnten eine Gabe, die er zunächst nicht geben konnte, weil er nichts besaß.

Damit weist er nicht darauf hin, dass Gott erst im Gegenzug sein Gott wird. Vielmehr zeigt dieses Gelübde, wie finde und voller Dankbarkeit er Gott vertrauen will. Auch in dieser Verlängerung seiner Treue bleibt er glaubend und verlässlich nichts hindert ihn an seinem Glauben.


Warum klingt es in Deutsch so flüssig?

  • Der Text vermeidet wörtliche, sperrige Formulierungen der Bibel und vermittelt trotzdem die emotionale Tiefe.
  • Durch den modernen Sprachgebrauch wirkt die Antwort lebendig, ohne den biblischen Inhalt zu verfälschen.

Wenn Sie möchten, kann ich die Übersetzung noch weiter anpassen – etwa in einer formelleren Stilrichtung (z. B. für Predigten), in besonders einfacher Sprache (z. B. für Jugendgruppen), oder nochmals betont poetisch. Lassen Sie mich einfach wissen, welchen Tonfall Sie bevorzugen!

WELCHE QUELLE FLIESST AUS DIR – EIN FLUSS ODER EIN BRUNNEN?

Wer gerettet ist, in dessen Herz fließt ein Brunnen lebendigen Wassers (Sprüche 4,23). Und dieses Wasser versiegt niemals, weil es aus der Quelle kommt, die Jesus Christus ist.

Wie wir wissen, hat Wasser nicht weniger als vier Funktionen:

  1. Es stillt den Durst,
  2. Es hat bereits alles vollbracht,
  3. Es reinigt,
  4. und es überflutet, wenn es mehr wird.

So wirkt dieses Wasser im Herzen eines Menschen: Es stillt den Durst nach bösen Dingen (Offenbarung 21,6; Johannes 4,14), es bringt die guten Dinge Gottes hervor, es reinigt das Herz eines Menschen, aber es überflutet auch die Werke des Bösen.

Deshalb sagen die Schriften, dass, wenn ein böser Geist aus einem Menschen ausgeht, er an einen Ort geht, wo kein Wasser ist. Warum? Weil an einem Ort, an dem Wasser in der Seele ist, der Geist nicht bleiben kann, und die Flut kann nicht dorthin kommen. Der Ort, an dem Wasser ist, ist das Herz eines geretteten Menschen.

Lukas 11,24: „Wenn der unreine Geist von einem Menschen ausgeht, geht er durch dürren Ort, sucht Ruhe und findet keine. Da spricht er: ‚Ich will zurückkehren in mein Haus, von dem ich ausgegangen bin.'“

Lukas 11,25: „Und wenn er kommt, findet er es gekehrt und geschmückt. Dann nimmt er sieben andere, schlimmere Geister als sich selbst, und sie gehen ein und wohnen dort; und der letzte Zustand des Menschen wird schlimmer sein als der erste.“

Viele von uns wissen nicht, dass dieses Wasser, das wie das Wasser eines „BRUNNENS“ ist, das dort bleibt, eine freie Gabe der Gnade ist, die jedem Gläubigen gegeben wurde. Aber damit dieses Wasser zu „FLÜSSEN“ wird, die weit und breit fließen, geht es nicht nur darum zu sagen: „Ich bin gerettet“. Es muss noch etwas anderes in einem Leben eines Menschen geschehen.

Wie wir wissen, gehen Flüsse weit und helfen sogar Menschen, die nicht wissen, woher ihre Quelle kommt. Zum Beispiel verlassen sich Millionen von Menschen in der Stadt Kilimandscharo auf das Wasser, das vom Kilimandscharo fließt. Und es ist offensichtlich, dass die meisten von ihnen nicht wissen, von welchem Felsen die Quelle stammt. Aber sie profitieren davon. Auch im Garten Eden hat Gott einen Fluss mitten im Garten geschaffen, der nicht dort stehen blieb, sondern nach draußen floss, um den Völkern zu dienen. (1. Mose 2,10-14)

Genauso ist es: Wenn du möchtest, dass das Wasser, das du am Tag deiner Errettung empfangen hast wie eine Quelle aus einem Brunnen herausfließt, musst du etwas Extra tun.

Deshalb waren die Apostel nicht in der Lage, den Dämon auszutreiben, fragten sich warum, und dann sagte der Herr Jesus diese Worte:

Matthäus 17,21: „Diese Art geht nicht aus, außer durch Gebet und Fasten.“

Was ist das, das nicht herauskommt?

Es sind die Wasser, die in dir sind. Um sich zu verändern und zu Flüssen zu werden, musst du den Preis zahlen, ein Beter zu werden. Es geht nicht nur darum, zu beten, sondern ohne Unterlass zu beten. Jeder, der betet, zieht die Gegenwart Gottes in sein Leben. Gebet ist die „Pumpe“ Gottes, die das Wasser herauszieht und es anderen zugänglich macht! Damit es anderen hilft. Du kannst keine Person der Offenbarung sein, wenn du keine Gebetspraxis hast. Du kannst anderen nicht helfen im Geist, selbst für sie beten, wenn du keine Person des Gebets bist. Du erwartest, dass dein Ehemann mit dem Trinken aufhört, aber du bist kein Beter. Du wirst nur für dich selbst Heilung finden, aber du wirst niemand anderen heilen können. Du erwartest, dass deine Familie gerettet wird, aber du selbst gehst nicht den Preis von Fasten und unaufhörlichem Gebet, dann wird es nur ein Traum bleiben. Vielleicht wird Gott sie auf seine Weise berühren, aber nicht nach deinem Verlangen.

Es geht nicht nur um den Dienst an anderen, sondern auch um die Bereiche deines eigenen Lebens, in denen du den großen Eingriff Gottes sehen möchtest. Du musst das Wasser freisetzen, um diese Bereiche zu heilen.

Die Schrift sagt, dass wir ohne Aufhören beten sollen (Lukas 18). Das ist der einzige Weg, der Antworten bringen wird.

Johannes 7,38: „Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, aus dessen Innerem werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“

Und der Herr segne dich.


DU KANNST NICHT MEIN SCHÜLER SEIN.

Lukas 14,27: „Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, kann nicht mein Jünger sein.“

Verstehst du, was es bedeutet, ein Schüler zu sein?
Hier sind die Merkmale eines echten Schülers:

1. UNTERRICHT
2. LERNEN
3. PRÜFUNGEN ABLEGEN
4. ABSCHLUSS

Wenn jemand diese Merkmale nicht erfüllt, kann er kein echter Schüler sein.
Und genauso ist es auch bei unserem HERRN JESUS CHRISTUS. Lass uns das mal genauer anschauen:

1. UNTERRICHT
Kein Schüler unterrichtet sich selbst – er braucht einen Lehrer.
Genauso musst du, um vom HERRN JESUS selbst unterrichtet zu werden, „sich selbst verleugnen“. Und wenn du nicht vom Herrn unterrichtet wirst, wirst du in den Prüfungen des Lebens scheitern, einschließlich der Zeiten des Mangels und der Zeiten der Versuchung.
In der Bibel sehen wir einen Mann, der gut vom Herrn JESUS unterrichtet wurde und es verstanden hat: Paulus. Er wurde darin unterrichtet, wie man in allen Lebensphasen lebt (in Hunger und Überfluss, in Mangel und Fülle).

Philipper 4,12-13: „Ich weiß, wie man in Armut lebt, und ich weiß, wie man im Überfluss lebt. In allem und in jedem Fall bin ich unterrichtet: satt zu sein und Hunger zu leiden, Überfluss zu haben und Mangel zu erleiden.
13 Ich vermag alles durch den, der mich stärkt.“

2. LERNEN
Das zweite Merkmal eines jeden Schülers ist das Lernen. Im Glauben muss er als Jünger Christi lernen…
Wenn wir die Bibel wirklich verstehen wollen, müssen wir uns selbst verleugnen, unser Kreuz auf uns nehmen und dem Herrn JESUS nachfolgen. (Es gibt keinen anderen Weg.)
Es ist kein Wunder, dass es heute so schwer ist, die Bibel zu verstehen, wenn wir sie lesen. Der einzige Grund dafür ist, dass wir uns nicht selbst verleugnen, das Kreuz auf uns nehmen und dem Herrn JESUS nachfolgen. Wir lieben oft das „sanfte Christentum“, das keine geistlichen Konsequenzen hat.

3. PRÜFUNGEN ABLEGEN
Das dritte Merkmal eines Schülers ist, dass er Prüfungen ablegt.
Ebenso müssen wir als Jünger des Herrn JESUS Prüfungen durch den Herrn selbst bestehen. Der Zweck dieser Prüfungen ist es, unseren Glauben zu stärken.

Jakobus 1,2-3: „Meine Brüder, haltet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Versuchungen fallt,
3 weil ihr wisst, dass die Bewährung eures Glaubens Geduld wirkt.“

Wenn wir nicht in den Prüfungen des HERRN JESUS bestehen, wird unser „Abschluss“ ausbleiben, und am Ende fehlt uns das Zeugnis.

4. ABSCHLUSS
Ein Absolvent ist jemand, der alle Prüfungen abgelegt und bestanden hat. (Er erhält ein Zeugnis.) Dieses Zeugnis ist eine besondere Anerkennung, ein Privileg und eine bleibende Ehre für diesen Schüler.
Ebenso wird jemand, der ein wahrer Jünger des HERRN JESUS ist, nach dem Bestehen aller Prüfungen und dem Überwinden derselben das Zeugnis erhalten: die Krone des Lebens.

Jakobus 1,12: „Selig ist der Mann, der in Versuchung standhält; denn wenn er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben.“

Frage dich selbst: Bist du ein Schüler des HERRN JESUS oder nur ein Anhänger? … Viele haben dem Herrn JESUS gefolgt, aber nur sehr wenige wurden seine echten Schüler. Alle anderen waren lediglich Anhänger, entweder wegen der Wunder oder der Politik. Aber die, die wirklich zur Schule des Herrn JESUS gingen, waren sehr wenige.
Das Prinzip, in diese Schule des Herrn JESUS einzutreten und sein Schüler zu werden, ist genau das: „Sich selbst verleugnen und das Kreuz tragen.“

Lukas 14,27: „Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, kann nicht mein Jünger sein.

Und erinnere dich: Es gibt keine andere Definition von Christentum oder ein „Christus“ zu sein als das „Schülertum“.

Apostelgeschichte 11,26: „… und die Jünger wurden in Antiochia zum ersten Mal Christen genannt.“

Also, wenn du wissen willst, ob du ein Christ bist oder nicht, dann frage dich, ob du bereits ein Schüler des HERRN JESUS geworden bist. Wenn du diese oben genannten Merkmale eines Schülers noch nicht erfüllst, dann bist du noch kein CHRIST.
Möge uns der HERR JESUS helfen.


DAS VERSTÄNDNIS DER WIEDERKUNFT JESU

Viele von uns haben schon gehört, dass Jesus wiederkommen wird. Doch wenn man sagt, dass Er wiederkommt, bedeutet das, dass Er bereits einmal gekommen ist. Und wie wir wissen, kam unser Herr Jesus Christus nur ein einziges Mal auf diese Welt – vor fast zweitausend Jahren. Er lebte, starb, wurde begraben, ist auferstanden und in den Himmel aufgefahren. Während Seines Wirkens auf Erden versprach Er jedoch Seinen Jüngern immer wieder, dass Er erneut kommen werde.

Darum ist diese Lehre sehr wichtig. Sie hilft uns zu verstehen, auf welche Weise Jesus selbst Seine Wiederkunft beschrieben hat, damit wir nicht ohne Erkenntnis bleiben. Viele Menschen verfehlen den Kern, wenn sie Jesu Worte deuten. Ich bitte dich, diese Lehre ruhig und aufmerksam bis zum Ende zu lesen.

Zwei Arten der Wiederkunft Jesu

Wenn Jesus über Seine Wiederkunft sprach, tat Er dies zu verschiedenen Zeiten und beschrieb sie auf zwei unterschiedliche Weisen:

  1. Seine Wiederkunft als Geist
  2. Seine Wiederkunft wie ein Dieb

Lasst uns diese beiden Arten genauer betrachten, besonders die zweite.


1. Jesu Wiederkunft als Geist

Zu Seinen Aposteln sagte Jesus:

Johannes 14,18–20 (Lutherbibel 2017)

„Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch. Es ist noch eine kleine Zeit, dann sieht mich die Welt nicht mehr; ihr aber seht mich, denn ich lebe, und ihr sollt auch leben. An jenem Tage werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch.“

Diese Worte wiederholt Jesus auch in Johannes 16,16.

Die Jünger dachten zunächst, dass sie Jesus nach Seinem Weggang nie wieder sehen würden. Doch am Tag Seiner Himmelfahrt, zehn Tage später, waren sie alle an einem Ort versammelt. Da kam der Heilige Geist über sie, und sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt.

Von diesem Moment an wusste jeder Gläubige, dass Jesus in seinem Herzen lebt. Niemand fragte mehr: „Wo ist Jesus?“ Das Gefühl des Verlassenseins verschwand völlig. Erst da verstanden sie die wahre Bedeutung Seiner Worte.

So erkennen wir, dass Jesu erste Wiederkunft nach der Himmelfahrt in der Form des Heiligen Geistes geschah. Und bis heute lebt Christus im Herzen aller, die an Ihn glauben und den Heiligen Geist empfangen haben.


2. Jesu Wiederkunft wie ein Dieb

In anderen Aussagen sprach Jesus von Seiner Wiederkunft auf eine ganz andere Weise:

Matthäus 24,43–44 (Lutherbibel 2017)

„Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausvater wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, so würde er wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen. Darum seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr’s nicht meint.“

Beachte genau: Jesus sagte nicht, dass Er wie ein Soldat oder Kaufmann kommen werde, sondern wie ein Dieb.

Um das richtig zu verstehen, müssen wir betrachten, wie die Bibel einen Dieb beschreibt:

Johannes 10,10 (Lutherbibel 2017)

„Ein Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge.“

Der hier beschriebene Dieb ist kein harmloser Taschendieb, sondern ein gewalttätiger Räuber – jemand, der kommt, um zu zerstören, zu töten und zu rauben.

Genauso wird Jesu Wiederkunft in den letzten Tagen drei Merkmale haben:


1. Er wird STEHLEN

Er wird zu einer Stunde kommen, die niemand erwartet, und das Wertvollste von der Erde nehmen – Seine Heiligen. Hier beginnt das, was als die Entrückung bezeichnet wird.

Matthäus 24,40–41 (Lutherbibel 2017)

„Dann werden zwei auf dem Felde sein; der eine wird angenommen, der andere wird preisgegeben. Zwei Frauen werden mahlen mit der Mühle; die eine wird angenommen, die andere wird preisgegeben.“


2. Seine Wiederkunft wird mit GERICHT verbunden sein

Wenn jemand die Entrückung verpasst, wird die Welt in die Zeit der Zorngerichte Gottes eintreten. Am Ende wird Christus sichtbar und leibhaftig erscheinen, um alle Nationen zu vernichten, die sich im großen Krieg von Harmagedon gegen Ihn versammeln.

Offenbarung 19,11–16 (Lutherbibel 2017)

„Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit … Und er trägt einen Namen geschrieben auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte: König aller Könige und Herr aller Herren.“

Dies wird eine Zeit ohne Erbarmen sein – voller Reue, Weinen und Zähneknirschen. Niemand sollte sich wünschen, diesen Tag zu erleben.


3. Schließlich wird Er ZERSTÖREN

So wie ein Dieb einbricht und alles durcheinanderbringt, wird auch diese Welt vollständig erschüttert werden. Alle Systeme werden zusammenbrechen, alles wird aufgedeckt und neu geformt werden – am Tag des Herrn.

2. Petrus 3,10–12 (Lutherbibel 2017)

„Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb; dann werden die Himmel zergehen mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden ihr Urteil finden.“

(Lies dazu auch Offenbarung 16,17–21.)


Schlusswort

Brüder und Schwestern, die Zeit, in der Jesus wie ein Dieb kommt, ist sehr nahe. Sie beginnt mit der Entrückung. Der Herr ruft uns dazu auf, geistlich wach zu bleiben, damit uns dieser Tag nicht unvorbereitet trifft und wir auf der Erde zurückbleiben.

1. Thessalonicher 5,2–6 (Lutherbibel 2017)

„Denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht … So lasst uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein.“

Möge der Herr uns Augen geben, um dies zu erkennen.

Hast du Jesus in dein Leben aufgenommen? Hat Er deine Sünden vergeben? Wenn nicht – worauf wartest du? Du weißt nicht, was der morgige Tag bringt. Du weißt nicht, ob Er heute zurückkehrt.

Kehre jetzt um. Glaube an Ihn. Empfange die Vergebung deiner Sünden, und du wirst die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.

Der Herr segne dich.
Shalom.