Seid herzlich gegrüßt im Namen über allen Namen, unseres Herrn Jesus Christus. Willkommen auch diesmal, wenn wir gemeinsam in die Worte des Lebens eintauchen.
Als unser Herr Jesus gekreuzigt wurde und die Sonne sich bereits dem Untergang näherte, lebten einige der Gekreuzigten noch. Da gingen die Juden zu Pilatus und baten ihn, ihnen die Beine brechen zu lassen, um ihren Tod zu beschleunigen. Man muss bedenken, dass es nach jüdischem Gesetz als verunreinigend galt, den Leichnam eines Verbrechers über Nacht am Kreuz hängen zu lassen – besonders vor dem Sabbat.
Das wird im Gesetz (der Tora) erklärt. In 5. Mose 21,22–23 (Luther 2017) heißt es:
„Wenn jemand eine Sünde getan hat, die den Tod verdient, und man ihn tötet und an ein Holz hängt, so soll sein Leichnam nicht über Nacht an dem Holz bleiben, sondern du sollst ihn noch an demselben Tage begraben; denn ein Gehängter ist ein von Gott Verfluchter.“
Die jüdischen Führer wollten diese Verunreinigung unbedingt vermeiden, vor allem weil der Sabbat ein heiliger Tag war. Deshalb baten sie Pilatus, die Beine der Gekreuzigten zu brechen, um ihren Tod zu beschleunigen.
Theologische Einsicht:In der Antike war die Kreuzigung eine langsame und äußerst qualvolle Hinrichtungsart. Der Verurteilte konnte stunden- oder sogar tagelang am Kreuz hängen und starb allmählich durch Ersticken oder Blutverlust. Das Brechen der Beine verhinderte, dass sich das Opfer zum Atmen hochdrücken konnte, und beschleunigte so den Tod.
Ohne diese Maßnahme ließ die römische Praxis die Gekreuzigten oft so lange hängen, bis sie von selbst starben – ein bewusst grausames Vorgehen. Die Leichname wurden häufig erst abgenommen, wenn Raubvögel oder andere Tiere sich daran zu schaffen gemacht hatten.
Johannes 19,31–36 (Luther 2017):
31 Weil Rüsttag war und die Leiber nicht am Kreuz bleiben sollten über den Sabbat – denn dieser Sabbat war ein hoher Festtag –, baten die Juden Pilatus, man möge ihnen die Beine brechen und sie abnehmen.32 Da kamen die Soldaten und brachen dem ersten die Beine und auch dem andern, der mit ihm gekreuzigt war.33 Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht,34 sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich kam Blut und Wasser heraus.35 Und der es gesehen hat, der hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr; und er weiß, dass er die Wahrheit sagt, damit auch ihr glaubt.36 Denn dies ist geschehen, damit die Schrift erfüllt würde: „Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen.“
THEOLOGISCHE EINSICHT:
Im Neuen Testament erfüllt der Leib Jesu die alttestamentliche Vorankündigung des Passahlammes. Dass kein Knochen Jesu zerbrochen wurde, steht in direktem Zusammenhang mit den Anweisungen Gottes an Israel beim Passah.
WARUM ALSO WURDEN SEINE KNOCHEN NICHT ZERBROCHEN? UND WELCHE BEDEUTUNG HAT DAS IN DER SCHRIFT?
Es gibt zwei zentrale theologische Gründe:
Als die Israeliten sich auf den Auszug aus Ägypten vorbereiteten, gab Gott genaue Anweisungen für das Passahlamm: Es musste ohne Fehler sein, und kein Knochen durfte an ihm zerbrochen werden. Dies war ein prophetisches Bild, das auf das vollkommene, sündlose Opfer Jesu Christi hinwies.
2. Mose 12,45–46 (Luther 2017):
„Kein Fremdling noch Mietling soll davon essen.In einem Hause soll man’s essen; du sollst nichts von dem Fleisch hinaus vor das Haus tragen, und ihr sollt keinen Knochen daran zerbrechen.“
Diese Vorschrift war prophetisch. Sie machte deutlich, dass der Messias, das wahre Lamm Gottes, ohne Makel sein würde und dass sein Leib unversehrt bleiben sollte – zur Erfüllung des Passahgesetzes.
Johannes 1,29 (Luther 2017):
„Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!“
Die ungebrochenen Knochen Jesu erfüllen somit die Prophetie des Passahlammes und bekräftigen, dass Jesus das wahre Passahlamm ist, das die Sünde der Welt wegnimmt.
Obwohl Jesus die unaussprechlichen Qualen des Kreuzes erduldete – Spott, Geißelung und das Annageln –, blieb sein Leib unversehrt. Darin liegt eine geistliche Wahrheit: Auch wenn die Gemeinde Leid erfährt, bleibt der Leib Christi als Ganzes ungebrochen.
Epheser 5,30 (Luther 2017):
„Denn wir sind Glieder seines Leibes.“
Diese Lehre betont die Einheit des Leibes Christi. So wie der physische Leib Jesu bewahrt blieb, soll auch der geistliche Leib Christi – die Gemeinde – in Einheit bestehen. Jeder Gläubige ist aufgerufen, mit Christus und miteinander verbunden zu bleiben, ungeachtet aller Prüfungen.
Auch wenn Gläubige durch Leid und Anfechtungen gehen, sollen sie in Liebe vereint bleiben, so wie der Leib Christi in seinem Leiden ganz blieb. Die Schrift macht deutlich: Der Leib Christi ist nicht zerbrochen – und auch der Leib seiner Gemeinde soll nicht durch Spaltungen zerbrochen werden.
Johannes 17,22 (Luther 2017):
„Ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind.“
Diese Stelle unterstreicht die Bedeutung der Einheit in der Gemeinde. Jesus selbst betete dafür, dass seine Nachfolger eins sein sollen, so wie er und der Vater eins sind. Die Spaltung des Leibes Christi widerspricht diesem göttlichen Prinzip direkt.
Jesu Gebet um Einheit unter den Gläubigen steht im Zentrum des Gemeindelebens. Uneinigkeit widerspricht dem Wesen Gottes, der selbst in der Dreieinigkeit vollkommen eins ist. Wo die Gemeinde gespalten ist, wird das Zeugnis Christi in der Welt geschwächt.
Shalom.
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