Title Mai 2021

Ist es wahr, dass am letzten Tag die Welt wie ein Stück Papier zusammengefaltet und ins Feuer geworfen wird?

Antwort:
Nein — es gibt keinen Vers in der Bibel, der sagt, dass die Welt wie ein Stück Papier zusammengefaltet und ins Feuer geworfen wird. Diese Vorstellung beruht auf einem Missverständnis von bildlicher Sprache, die in der Bibel verwendet wird.

Ein oft zitierter Vers ist Jesaja 34,4, der ein starkes Gerichtsbild benutzt. In der Lutherbibel 2017 heißt es:

„Und alles Heer des Himmels wird dahinschwinden, und der Himmel wird zusammengerollt werden wie eine Buchrolle…“

Dieser Text spricht nicht von der Erde selbst, sondern von den Himmeln und nutzt die Metapher einer Buchrolle, die zusammengerollt wird, wie man es in der Antike von Schriftrollen kannte. Das Bild drückt aus, dass Gottes momentane Ordnung endet — nicht, dass die physische Erde wie ein Blatt Papier gefaltet und verbrannt wird.

Was sagen andere biblische Texte über die Endzeit?

Im Neuen Testament finden sich ähnliche Bilder, die kosmische Zeichen beschreiben, nicht wörtliche physische Zerstörung wie Papier. Zum Beispiel in Matthäus 24,29–30 (Lutherbibel 2017):

„Bald aber nach der Drangsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden … und die Sterne werden vom Himmel fallen … Und dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen am Himmel erscheinen…“

Hier spricht Jesus von dramatischen Veränderungen im Himmel kurz vor seiner Wiederkunft — wieder als symbolische Sprache, nicht als Beschreibung einer buchstäblichen Papierfalt‑Zerstörung.

Ein weiteres Beispiel ist Offenbarung 6,12–14, wo Johannes eine Vision beschreibt:

„…und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde … und der Himmel wich wie eine Schriftrolle, die zusammengerollt wird…“

Auch hier wird die Sprache bildlich gebraucht, um das Ende des gegenwärtigen himmlischen Zustands zu schildern, nicht um zu sagen, dass die Erde wie Papier gefaltet und ins Feuer geworfen wird.

Wie soll man die Bilder verstehen?

  • Die Bibel nutzt oft symbolische, bildhafte Sprache, besonders in prophetischen Texten über das Ende der Zeiten.
  • Bilder wie „zusammengerollt wie eine Buchrolle“ stammen aus der damaligen Welt mit Schriftrollen — sie beschreiben das Ende einer Ordnung, nicht das physische Zerknüllen eines Papiers.
  • Aussagen über Sonnen‑, Mond‑ oder Sternveränderungen sind kosmische Metaphern, keine wörtlichen mechanischen Beschreibungen.

Kurz gesagt: Die Bibel spricht von einem Ende der jetzigen Ordnung und von göttlichem Gericht, aber nicht davon, dass die Erde wie Papier gefaltet und in ein Feuer geworfen wird.


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War der Verfasser des Römerbriefs Paulus oder Tertius?

Römer 16,22:

„Ich, Tertius, der ich diesen Brief geschrieben habe, grüße euch in dem Herrn.“

ANTWORT:
In seiner Einleitung macht Paulus bereits deutlich, dass er derjenige ist, der den Brief an die Römer verfasst hat. Er richtet sich an die Glaubenden in Rom und stellt sich selbst vor:

„Paulus, ein Knecht Christi Jesu, berufen zum Apostel, ausgesondert, zu predigen das Evangelium Gottes…
An alle Geliebten Gottes und berufenen Heiligen in Rom: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!“
(Römer 1,1–7, Lutherbibel 2017)

Paulus nennt hier klar seinen Namen und seine Berufung und richtet den Brief an die Gemeinde in Rom. Deshalb ist klar: Paulus ist der Autor dieses Briefes.

Am Ende des Briefes begegnen wir jedoch der Bemerkung von Tertius:

„Ich, Tertius, der ich diesen Brief geschrieben habe, grüße euch in dem Herrn.“ (Römer 16,22, Lutherbibel 2017)

Das bedeutet jedoch nicht, dass Tertius der eigentliche Verfasser des Briefes ist. In der damaligen Zeit war es üblich, dass Apostel den Inhalt ihrer Briefe diktierten, und ein ausgebildeter Schreiber (= Sekretär) diesen aufschrieb. Tertius war genau dieser Schreiber: Er hat den Brief für Paulus niedergeschrieben, wahrscheinlich nach dessen Diktat.

Es gibt keine weiteren biblischen Hinweise über Tertius – er ist nur in diesem einen Vers erwähnt. Aber Paulus’ eigener Name und seine Autorität sind im ersten Kapitel fest verankert, was eindeutig zeigt, dass Paulus der Verfasser ist und Tertius lediglich die Rolle des Schreibers hatte.

Warum Paulus einen Schreiber benutzte, kann mehrere Gründe haben: Vielleicht war er körperlich angeschlagen, vielleicht fehlte ihm die Zeit oder er wollte den Brief besonders gut und fehlerfrei festhalten lassen. Tertius war offenbar ein vertrauenswürdiger und kompetenter Schreiber, und das machte es für die Empfänger einfacher, den Brief anzunehmen, ohne Zweifel an seiner Echtheit zu haben.

Dies lehrt uns auch etwas über christliche Zusammenarbeit: Selbst wenn eine Aufgabe „einfach“ erscheint, bedeutet das nicht, dass wir sie immer alleine machen müssen. Paulus nutzte die Gabe und Dienstbereitschaft von Tertius, um den Brief zu verfassen – ein Beispiel dafür, wie Christen gemeinsam im Dienst für andere stehen können.

Zusammengefasst:
@Der Römerbrief wurde von Paulus verfasst.
@Tertius war sein Schreiber und hat den Brief niedergeschrieben.

Der Herr segne dich.

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LERNE, IN JEDEM MOMENT MIT GOTT ZU SPRECHEN.

 


LERNE, IN JEDEM MOMENT MIT GOTT ZU SPRECHEN

Denk daran: Gott ist nicht nur in ruhigen Zeiten bei uns – Er ist auch mitten in Schwierigkeiten und Stürmen präsent. In allen Lebenslagen solltest du lernen, mit Gott zu sprechen und auf Seine Stimme zu hören.

Vielleicht fragst du dich: Warum erschien Gott Hiob im Wirbelwind und sprach mit ihm (Hiob 38,1), während Er Elija in einer Atmosphäre größter Ruhe begegnete? (1. Könige 19,11-13)

Die Antwort ist: Gott wollte Hiob nicht erschrecken. Er wollte ihm zeigen, dass Er selbst inmitten von Chaos, Stürmen, Leid, Krankheit oder Armut gegenwärtig ist – um mit ihm zu reden und ihm zu helfen. Die Bibel sagt:

Jeremia 1,3b: „…Der Herr hat seinen Weg im Wirbelwind und Sturm…“

Ebenso zeigte Er sich Elija in einer sanften, leisen Stimme. Gott wollte nicht beweisen, dass Er nur ruhig oder sanft sprechen kann – sondern dass Er auch in friedvollen Zeiten bei Seinen Menschen ist.

Am Anfang dachte Hiob, Gott habe ihn verlassen. Er fühlte sich unwürdig und erkannte nicht, dass Gott durch Elihu, den Sohn Barakels, zu ihm sprach. Hiob glaubte, Gott sei weit weg, und sagte sogar: „Hätte ich doch nur mit Gott streiten können!“ (Hiob 13,3). Doch in Wirklichkeit war Gott näher bei ihm, als er dachte.

Heute glauben viele Christen, Gott sei nur dort, wo Frieden und Erfolg herrschen. Sie meinen, man könne nur in Wohlstand, Gesundheit oder Respekt zu Gott kommen. Sobald Probleme, Stürme oder Schwierigkeiten auftreten, werfen sie Gott hinter sich und sagen: „Er kann hier nicht sein, Er hat mich verlassen.“

Die Bibel erinnert uns jedoch:

Jeremia 1,3b: „…Der Herr hat seinen Weg im Wirbelwind und Sturm…“

Gott ist also nicht nur in ruhigen Zeiten bei uns – Er ist auch mitten in Stürmen und Herausforderungen. Manchmal möchte Er uns genau so prüfen. Wenn du als Christ solche Zeiten erlebst, fürchte dich nicht.

Paulus erlebte Hunger, Not und gleichzeitig großen Wohlstand, doch er verließ den Herrn nie. Er sagte:

Philipper 4,12-13:
„Ich weiß, was es heißt, Mangel zu erleben, und ich weiß, was es heißt, Überfluss zu haben. In allen Lebenslagen habe ich gelernt, satt zu werden und Hunger zu ertragen, reich zu sein und Mangel zu leiden.
Ich kann alles durch den, der mir Kraft gibt.“

Können wir also mutig inmitten von Stürmen stehen und mit Gott sprechen? Ja! Der Herr möchte, dass wir unseren Glauben nicht aufgeben, auch wenn uns plötzliches Leid trifft. Gott verlässt uns nie.

Schalom.

Teile diese gute Nachricht unbedingt mit anderen.

 

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Beschuldigt Mose Menschen laut Johannes 5,45?

Lass uns zuerst den Bibeltext anschauen:

Johannes 5,45–47 (Lutherbibel 2017 / Einheitsübersetzung):
„Meint nicht, dass ich euch vor dem Vater verklagen werde; der euch verklagt, ist Mose, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. Denn wenn ihr Mose glaubtet, so würdet ihr auch mir glauben; denn er hat von mir geschrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?“

Auf den ersten Blick könnte es so wirken, als stünde Mose irgendwo im Himmel und klagte Menschen vor Gott an. Aber das ist nicht gemeint. Jesus spricht hier nicht davon, dass Mose als Person vor Gott steht und Anklage erhebt – vielmehr meint Er die Worte und Schriften Moses: das Gesetz, das Mose den Israeliten gegeben hat. Diese Worte beweisen und überführen die Menschen.

Das bedeutet: Moses Schriften selbst sind es, die Zeugnis ablegen und anklagen, nicht Mose als Person.

Denn Jesus sagt weiter: „Wenn ihr Mose glaubtet, so würdet ihr auch mir glauben; denn er hat von mir geschrieben.“ Damit macht Jesus klar, dass die Schriften des Mose auf Ihn hinweisen. Und wer diese Schriften ablehnt, weist letztlich auch Jesus zurück.


Wie richten biblische Worte heute und am Ende der Zeiten?

An einer anderen Stelle erklärt Jesus, wie Seine Worte Gericht sein werden:

Johannes 12,47–49 (in sinngemäßer deutscher Übersetzung):
Jesus sagt, dass Er nicht gekommen sei, um die Welt zu richten, sondern sie zu retten. Aber wer Seine Worte ablehnt, hat seinen Richter bereits: das Wort, das Er gesprochen hat, wird ihn am letzten Tag richten. Dies ist nicht Jesus als willkürlicher Richter, sondern Gottes Wahrheit, die spricht und richtet.

Das zeigt, dass Gottes Wort – ob im Alten oder Neuen Testament – Zeugnis für uns ablegt und Grundlage des Gerichts ist.

In ähnlicher Weise erklärt Paulus:

Römer 2,16:
„An jenem Tag wird Gott die Geheimnisse der Menschen durch Christus Jesus richten, gemäß meinem Evangelium.“

Das heißt: alle inspirierten Schriften – von Mose über die Propheten bis zu den Aposteln – sind Gottes Wort und werden maßgeblich für das Gericht sein.


Die Rolle der Schrift in unserem Leben heute

Paulus macht auch deutlich, dass geistliche Gaben und Wissen ohne Liebe wertlos sind (vgl. 1 Kor 13,1–2). Gottes Wort deckt nicht nur Sünde auf, sondern zeigt auch, wie wir lebendig im Glauben und in Liebe leben sollen.

Daher wirkt Gottes Wort bereits jetzt:

  • Es überführt uns von Sünde,
  • es führt uns zur Umkehr,
  • und es steht uns als Orientierung und Wahrheit in unserem alltäglichen Glaubensleben zur Seite.

Darüber hinaus kann Satan die Wahrheit von Gottes Wort (und unser eigenes Versäumnis, danach zu leben) im himmlischen Gericht als Anklage verwenden, wenn jemand behauptet, an Jesus zu glauben, aber bewusst weiterhin Gottes Gebote missachtet.


Wie funktioniert diese „Anklage“ konkret?

Stell dir ein Gericht vor: Jemand sagt, er sei gerettet, aber er lebt wissentlich in Sünde. Dann kann Gottes Wort selbst – das genaue, klare Wort der Bibel – vorgebracht werden, um zu zeigen, dass dieser Mensch Gottes Gebote verletzt hat.

Wenn jemand Gottes Wort kennt und trotzdem bewusst dagegen lebt, gibt es keine Ausrede vor Gott. Und genau darum kann Gottes Wort sowohl beruhigen als auch anklagen.


Das letzte Plädoyer

Die Bibel – die 66 vom Heiligen Geist inspirierten Bücher – ist der letzte Maßstab des Gerichts. Wenn du Christus noch nicht als deinen Retter angenommen hast, gibt Gott dir heute die Möglichkeit zur Umkehr.

Gott bietet jedem Vergebung, neues Leben und den Heiligen Geist an – an alle, die Jesus vertrauen, Buße tun und sich taufen lassen. So können wir sicher sein, im ewigen Leben bei Gott zu sein und der gerechten Anklage des Wortes zu entgehen.


Kernpunkte auf einen Blick

  • Mose klagt nicht als Person an; seine Schriften tun es.
  • Jesu Worte und die gesamte Heilige Schrift sind Gottes Zeugnis – sie werden richten.
  • Die Ablehnung des Wortes ist Ablehnung Christi selbst.
  • Gottes Wort überführt uns jetzt und wird am letzten Tag richten.
  • Satan kann Menschen mit diesem Wort anklagen, wenn sie bewusst sündigen.
  • Erlösung kommt nur durch Vertrauen und Gehorsam gegenüber Jesus.
  • Heute ist der Tag des Heils – nimm Jesus an.

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Bedeutung von „Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden“

(Mose 25,4 – Lutherbibel 2017)

Der Ausdruck „Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden“ bedeutet, dass der arbeitende Ochse – der beim Dreschen das Korn vom Spreu trennt – nicht daran gehindert werden soll, ein wenig von dem Korn zu fressen, während er arbeitet. Beim Dreschen gingen in der damaligen Zeit oft Körner verloren, die auf dem Boden lagen; das Gesetz wollte sicherstellen, dass der Ochse von diesen Körnern essen durfte.

Dieses Gebot gilt nicht nur für Tiere, sondern hat auch eine tiefere ethische Bedeutung: Wer hart arbeitet, soll einen gerechten Anteil an den Früchten seiner Arbeit bekommen. Diese Fürsorge Gottes erstreckt sich auf alle Geschöpfe – und soll uns zeigen, wie wir mit anderen umgehen sollen.


Theologische Bedeutung

Im Alten Testament unterstreicht dieses Gesetz Gerechtigkeit und Mitgefühl, sogar im Umgang mit Tieren. Es zeigt, dass Gott sich um das Wohl aller seiner Geschöpfe sorgt und dass harte Arbeit nicht umsonst sein soll.

Paulus greift diese Stelle im Neuen Testament auf, um sie auf den Dienst des Evangeliums anzuwenden. Er schreibt in 1. Korinther 9,9–14 (Lutherbibel 2017):

*„Denn im Gesetz des Mose steht geschrieben: ›Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden.‹ (…) Wer pflügt, soll auf Hoffnung pflügen; und wer drischt, soll in der Hoffnung dreschen, dass er seinen Teil empfangen wird. … Ebenso hat der Herr befohlen, dass die, die das Evangelium verkündigen, vom Evangelium leben sollen.“

Paulus macht klar: So wie der Ochse während seiner Arbeit fressen darf, so sollen die Verkündiger des Evangeliums unterstützt werden – nicht nur geistlich, sondern auch materiell durch die Gemeinschaft, der sie dienen.


Warum hat Gott dieses Gebot gegeben?

Gott wollte zeigen, dass Gerechtigkeit und Fürsorge grundlegende Prinzipien seines Handelns sind – selbst in scheinbar kleinen Dingen wie dem Dreschen von Getreide.
Wenn selbst der arbeitende Ochse nicht seines Anteils beraubt werden soll, wie viel mehr gilt das für Menschen, die für andere arbeiten oder dienen!


Übertragung auf Kirche und Dienst

Paulus geht im Neuen Testament noch einen Schritt weiter: Er argumentiert, dass diejenigen, die im geistlichen Dienst stehen, ebenfalls Unterstützung verdienen. In 1. Timotheus 5,18 (Lutherbibel 2017) heißt es dazu:

*„Denn die Schrift sagt: ›Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden‹, und: ›Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert.‹“

Diese Worte machen deutlich: Unterstützung für Diener des Wortes ist kein bloßer Vorschlag, sondern ein gerechtes und biblisches Prinzip. Dass der Diener auch materiell versorgt wird, entspricht dem Willen Gottes.


Praktische Bedeutung für heute

Dieses Prinzip ist auch für Christen heute relevant:

  • Wer geistlich genährt wird – durch Predigt, Lehre oder Dienst – trägt auch Verantwortung, diesen Dienst zu unterstützen.
  • Das kann durch finanzielle Unterstützung, ehrenamtliche Mitarbeit oder andere Formen der Wertschätzung geschehen.
  • Kirche und ihre Diener haben ein Recht auf Unterstützung, genauso wie jeder andere, der arbeitet und einen gerechten Lohn erwartet.

Aufruf zu Großzügigkeit und Mitgefühl

Schon im Alten Testament heißt es in Sprüche 12,10:

*„Der Gerechte sorgt für das Leben seines Viehs, aber das Herz der Gottlosen ist grausam.“

Das unterstreicht: Mitgefühl und Fürsorge sind Zeichen eines gerechten Herzens – nicht nur gegenüber Tieren, sondern besonders gegenüber Menschen, die uns dienen, lehren oder begleiten.


Fazit

Der Befehl, dem Ochsen beim Dreschen das Maul nicht zu verbinden, ist mehr als eine landwirtschaftliche Vorschrift – er ist ein Lehrstück über Gerechtigkeit, Fairness und Mitgefühl.

Er zeigt:

  • Gott sorgt für seine Schöpfung.
  • Harte Arbeit verdient Anerkennung und Anteil am Ergebnis.
  • Christen sind aufgerufen, diejenigen zu unterstützen, die im geistlichen Dienst stehen.

Wie Paulus in 1. Timotheus 5,18 zusammenfasst:

*„Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert.“

Das ist ein Ruf zu Großzügigkeit, Gerechtigkeit und biblischer Verantwortung

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Mit welchen großen Buchstaben habe ich euch mit meiner eigenen Hand geschrieben?

FRAGE:
Was meinte der Apostel Paulus, als er sagte:
„Seht, mit welchen großen Buchstaben ich euch mit meiner eigenen Hand geschrieben habe“?

ANTWORT:
Um das zu verstehen, müssen wir kurz den Hintergrund des Galaterbriefes betrachten. Dieses Schreiben richtete Paulus an die Christen in Galatien, eine Gemeinde, die er selbst für Christus gegründet hatte.

Paulus war zu einem früheren Zeitpunkt von ihnen weggegangen. Doch von weitem erfuhr er, dass viele Galater ihren ursprünglichen Glauben an die Gnade und Freiheit in Christus verlassen hatten. Stattdessen nahmen sie wieder jüdische Gesetzesforderungen an, besonders die Beschneidung, und lebten nach anderen religiösen Vorschriften, die dem Evangelium widersprachen.

Paulus war darüber tief besorgt. Deshalb schrieb er ihnen diesen Brief — nicht nur als theologisches Lehrstück, sondern als leidenschaftliche Warnung. Er fragte sogar: Wer hat euch so verwirrt?

„O ihr unverständigen Galater, wer hat euch bezaubert, der ihr Christus Jesus, den Gekreuzigten, vor Augen gesetzt worden seid?“ (Gal 3,1 LUT)

Die Galater hatten den Heiligen Geist empfangen und waren auf dem richtigen Weg. Doch nun kehrten sie zu alten jüdischen Praktiken zurück und hielten mancherlei Vorschriften, die Paulus klar ablehnte.

Am Ende des Briefes, nach vielen leidenschaftlichen Ermahnungen, kommt Paulus zu seinem Schlusswort:

„Seht, mit welchen großen Buchstaben ich euch mit meiner eigenen Hand geschrieben habe!“ (Gal 6,11 LUT)

Warum schreibt Paulus das?

In der damaligen Zeit diktierte Paulus seine Briefe oft einem Sekretär oder Schreiber. Hier jedoch nahm er selbst den Stift in die Hand und schrieb den Schlussteil eigenhändig. Durch das größere und betonte Schreiben wollte er zeigen:

Dass ihm das, was er sagt, außerordentlich wichtig ist.
Dass dies kein gewöhnlich diktiertes Schreiben ist, sondern eine persönliche, dringende Botschaft an die Galater.
Dass die Warnung vor einem anderen Evangelium nicht leicht genommen werden darf.

Paulus betont, dass das Evangelium nicht durch äußere religiöse Regeln gilt, sondern allein durch den Glauben an Jesus Christus und die neue Schöpfung in ihm (Gal 6,15).

Was bedeutet das für uns heute?

Paulus’ Warnung gilt nicht nur den Galatern damals, sondern hat auch heute Relevanz:

 Wenn Menschen besondere Tage, Rituale oder Regeln höher bewerten als das Evangelium selbst, lenkt das ab vom Kern der Botschaft.
 Die Bibel sagt, dass unser wahrer „Siegel der Heiligkeit“ der Heilige Geist ist (z. B. Epheser 4,30 in der Lutherbibel: „Und seid des Heiligen Geistes dienlich, durch welchen ihr versiegelt seid…“ – übersetzt sinngemäß).
 Wenn jemand behauptet, bestimmte Speisen seien unrein oder notwendig für Gott, dann ist das laut Paulus eine Rückkehr zu einem anderen Evangelium.

Darum:
Wir sind sicher, wenn wir uns an den Wortlaut und Sinn der Schrift halten — unabhängig davon, was einzelne Gemeinschaften oder Traditionen lehren.

 

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