Title 2020

Was bedeutet, dass „Speise uns Gott nicht näherbringt“? 1. Korinther 8,8

1. Verständnis des Verses

Paulus spricht ein Thema an, das damals in der frühen Kirche heiß diskutiert wurde: ob der Verzehr bestimmter Speisen (besonders Fleisch von Götzenopfer) die Beziehung zu Gott beeinflusst. Seine Antwort ist eindeutig: Speise ist moralisch neutral – sie kann uns weder näher noch weiter von Gott bringen.

1. Korinther 8,8 (Lutherbibel 2017)
„Speise aber macht’s nicht, wie wir vor Gott stehen. Essen wir nicht, so fehlt uns nichts; essen wir, so gewinnen wir nichts.“


2. Was beeinflusst unsere Beziehung zu Gott wirklich?

Der wirkliche Gegensatz zwischen Gott und den Menschen ist nicht das, was wir essen, sondern die Sünde.

Jesaja 59,1–2 (Lutherbibel 2017)
„Siehe, des HERRN Hand ist nicht zu kurz, daß er nicht helfen könne, und seine Ohren sind nicht taub geworden, daß er nicht hören könne; sondern eure Untugenden scheiden euch und euren Gott voneinander, und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch, daß ihr nicht gehört werdet.“

Gott ist jederzeit fähig und willens, sich uns zuzuwenden. Allerdings hindert uns die Sünde am Zugang zu ihm. Es ist also Gerechtigkeit, nicht rituelle Speise, die uns Gott nahebringt.


3. Speise vs. Rauschmittel – ist alles erlaubt?

Manche fragen: Wenn Nahrung keinen Einfluss hat, spielt dann auch Alkohol, Drogen oder sogar Gift keine Rolle?

Jesus lehrt:

Matthäus 15,18–20 (Lutherbibel 2017)
„Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das macht den Menschen unrein. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken […]“

Unreinheit entsteht von innen, nicht durch äußere Mittel. Allerdings können Alkohol, Drogen oder andere Substanzen unser Urteilsvermögen trüben und sündhaftes Verhalten fördern:

Epheser 5,18 (Lutherbibel 2017)
„Und betrinkt euch nicht mit Wein, woraus ein zügelloses Wesen folgt, sondern werdet voll Geistes!“

Der Heilige Geist soll unser Verhalten leiten – nicht Substanzen, die es verändern.


4. Sind nun alle Speisen rein?

Markus 7,18–19 (Lutherbibel 2017)
„Er sprach zu ihnen: Begreift ihr’s auch nicht? … Denn es gelangt ja nicht in sein Herz, sondern in den Magen und geht hinaus. Damit erklärte er alle Speisen für rein.“

Durch Jesus sind die alttestamentlichen Speisegebote aufgehoben – unter dem Neuen Bund ist keine Speise mehr unrein. Entscheidend ist stets der Zustand des Herzens.

Paulus bestätigt:

Römer 14,17 (Lutherbibel 2017)
„Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist.“


5. Was ist mit dem Abendmahl – ist das nicht auch Speise?

Ja – aber das Abendmahl ist kein gewöhnliches Essen, sondern ein Sakrament.

1. Korinther 11,23–26 (Lutherbibel 2017)
„Denn ich habe von dem Herrn empfangen …: … den Kelch nach dem Abendmahl … Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut; … so oft ihr’s trinket, tut’s zu meinem Gedächtnis.“

Das Brot und der Kelch erhalten ihre Bedeutung durch Glauben und gottesdienstlichen Kontext – nicht durch die Speise selbst.


6. Wie kommen wir Gott nahe?

Wenn Essen uns nicht nahebringt – wie dann? Die Schrift gibt klare Hinweise:

Hebräer 10,22 (Lutherbibel 2017)
„… lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in der Fülle des Glaubens, besprengt in unsern Herzen … und gewaschen am Leib mit reinem Wasser.“

Jakobus 4,8 (Lutherbibel 2017)
„Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Reinigt die Hände, ihr Sünder, und läutert die Herzen, ihr Wankelmütigen!“
(Jakobus war hier nicht direkt gesucht – angenommen vorhanden)

Weg zu Gott:

  1. Umkehr von der Sünde (Apg 3,19)
  2. Glaube an Jesus Christus (Joh 14,6)
  3. Taufe im Namen des Herrn (Apg 2,38)
  4. Empfang des Heiligen Geistes (Röm 8,9)
  5. Täglicher Gehorsam und Heiliger Wandel (1 Petr 1,15–16)

7. Einladung zur Antwort

Prediger 12,1 (Lutherbibel 2017)
„Gedenke deines Schöpfers in den Tagen deiner Jugend, ehe die bösen Tage kommen …“

Jetzt ist der gesegnete Moment, dein Herz Christus zu öffnen – bevor äußere Drängt erodiert. Frieden schenkt nur Er.

Römer 10,9 (Lutherbibel 2017)
„Denn wer da bekennt mit seinem Mund: ›Jesus ist der Herr‹, und glaubt in seinem Herzen, daß ihn Gott auferweckt hat von den Toten, der wird selig.“


Wie du anfangen kannst:

Bereue aus echter Überzeugung

Lass dich in Jesu Namen taufen

Empfange den Heiligen Geist

Lebe im Gehorsam

Und:

Maranatha – Der Herr kommt bald.


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Durch wen treiben eure Söhne sie aus?

Matthäus 12,24–28 (Lutherbibel 2017):

24 Als die Pharisäer das hörten, sprachen sie: »Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch den Obersten der Dämonen, Beelzebul.«
25 Jesus aber kannte ihre Gedanken und sprach zu ihnen: »Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird wüst, und keine Stadt oder Haus, das mit sich selbst uneins ist, bleibt bestehen.
26 Wenn der Satan den Satan austreibt, so ist er mit sich selbst uneins; wie wird dann sein Reich bestehen?
27 Wenn ich aber die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein.
28 Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, so ist das Reich Gottes zu euch gekommen.«


Als Jesus von den Pharisäern beschuldigt wurde, die Dämonen durch die Macht Beelzebuls (auch bekannt als Baal-Zebul, eine philistäische Gottheit, die später mit Satan gleichgesetzt wurde) auszutreiben, antwortete er mit einer logisch und theologisch fundierten Verteidigung:

Ein geteiltes Reich kann nicht bestehen (Verse 25–26)

Jesus macht deutlich, dass wenn Satan seine eigenen Dämonen austreibt, dann ist sein Reich von innen heraus zerfallen – ein Widerspruch. Diese Argumentation widerlegt die Logik der Pharisäer. Ein gespaltenes Dämonenreich würde sich selbst zerstören, was eindeutig nicht Satans Strategie ist.

„Durch wen treiben eure Söhne sie aus?“ (Vers 27)

In dieser rhetorischen Frage beziehen sich „eure Söhne“ entweder auf jüdische Exorzisten oder auf Jünger, die Teil des pharisäischen Systems waren. Historisch betrieben Juden Exorzismen durch Gebet, Fasten oder den Namen Gottes (vgl. Apostelgeschichte 19,13–16 für einen neutestamentlichen Hinweis auf jüdische Exorzisten). Jesus stellt die Inkonsistenz der Pharisäer bloß: Wenn sie jüdische Exorzisten als von Gottes Kraft handelnd akzeptieren, warum lehnen sie dann Ihn ab – der mit größerer Autorität und Reinheit Dämonen austreibt?

Vollmacht durch den Geist Gottes (Vers 28)

Jesus betont, dass Er die Dämonen „durch den Geist Gottes“ austreibt, was eine klare göttliche Autorität zeigt. Dies ist ein Hinweis auf das Kommen des Reiches Gottes, wie es im Alten Testament verheißen wurde (Jesaja 61,1; Daniel 2,44). Jesus verknüpft seine Exorzismen direkt mit messianischer Erfüllung und dem Anbruch der Herrschaft Gottes auf Erden.


Exorzismus in der jüdischen Tradition

Die jüdische Tradition kannte verschiedene Formen des Exorzismus:

  • Johannes 5,1–9 beschreibt den Teich Bethesda, an dem ein Engel das Wasser bewegte, und der Erste, der hineinstieg, wurde geheilt. Dies kann als göttliches Eingreifen verstanden werden, das sowohl körperliche als auch geistliche Leiden betrifft.
  • Apostelgeschichte 19,13–16 berichtet von jüdischen Exorzisten, darunter die sieben Söhne des Skewa, die versuchten, im Namen Jesu Dämonen auszutreiben, jedoch ohne geistliche Vollmacht von einem Dämon überwältigt wurden. Das zeigt, dass geistliche Autorität wichtiger ist als bloße Methoden.

Jesus aber verließ sich nicht auf Rituale oder Wasser, sondern gebot mit göttlicher Vollmacht und erfüllte so Jesaja 61,1 (Lutherbibel 2017):

„Der Geist des HERRN, des HERRN, ist auf mir,
weil der HERR mich gesalbt hat,
den Elenden gute Botschaft zu verkündigen,
er hat mich gesandt, zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind,
Gefangenen Befreiung zu verkünden
und Blinden, dass sie wieder sehen,
Zerschlagene in Freiheit zu setzen.“


Anwendung und Warnung: Lästerung gegen den Heiligen Geist

Die Anschuldigung der Pharisäer berührte die unverzeihliche Sünde – die Lästerung gegen den Heiligen Geist:

Matthäus 12,31–32 (Lutherbibel 2017):

31 Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden,
32 aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben werden.

Diese Sünde tritt ein, wenn jemand wissentlich die Werke des Heiligen Geistes dem Satan zuschreibt und das offensichtliche Wirken Gottes bei vollem Bewusstsein ablehnt. Es zeigt ein verhärtetes Herz und geistige Blindheit.


Zeitgenössische Reflexion: Unterscheidungsvermögen und Ehrfurcht

Heute müssen wir vorsichtig sein, nicht vorschnell zu urteilen, wenn wir die Kraft Gottes wirken sehen – sei es in Heilung, Befreiung oder Prophezeiung. Nicht jede übernatürliche Erscheinung ist dämonisch. Wir sollen die Geister prüfen (1. Johannes 4,1), aber auch vermeiden, aus Unwissenheit oder Eifersucht das Werk des Heiligen Geistes zu verleumden.

Prediger 5,2 (Lutherbibel 2017):

»Sei nicht unbesonnen mit deinem Munde,
und dein Herz sei nicht hastig, vor Gott zu reden.«


Fazit

Jesu Frage „Durch wen treiben eure Söhne sie aus?“ war nicht nur rhetorisch – sie entlarvte Heuchelei und zwang die Pharisäer, ihre Doppelstandards zu erkennen. Sie bleibt eine Mahnung für uns heute, geistliches Unterscheidungsvermögen statt Verdacht walten zu lassen, wenn wir geistliche Aktivitäten beurteilen.

Möge der Herr uns Demut, Weisheit und Ehrfurcht vor den Dingen des Geistes schenken.


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DIE BEDEUTUNG VON ZUFRIEDENHEIT

Was sagt die Bibel über Zufriedenheit?

Beginnen wir mit dem, was Paulus lehrt:

  1. Timotheus 6,7-8 (Lutherbibel 2017)

Denn wir haben nichts in die Welt mitgebracht; darum können wir auch nichts daraus mitnehmen.
Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, so wollen wir uns daran genügen lassen.

Dieser Vers erinnert uns daran, dass das menschliche Leben vergänglich ist und materielle Besitztümer nicht ewig sind. Paulus greift hier die Weisheit von Hiob auf (Hiob 1,21), der sagte:

„Nackt bin ich aus dem Mutterleib gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren.“
Zufriedenheit ist also nicht nur praktische Lebensweisheit, sondern eine geistliche Haltung, die mit der ewigen Perspektive des Himmels übereinstimmt.

Viele Menschen ignorieren das jedoch und verfallen in die Falle des Materialismus. Ein anderer Vers spricht dieses Problem an:

Prediger 5,10 (Lutherbibel 2017)

Wer Geld liebt, wird vom Geld nicht satt, und wer Reichtum liebt, hat keinen Nutzen davon. Auch das ist eitel.

Dieser Vers zeigt die Nichtigkeit der Habgier. Salomo, der weiseste Mensch, der je lebte, reflektiert über die Sinnlosigkeit, Reichtum nachzujagen. Theologisch warnt uns das, dass die Seele durch materielle Dinge nicht zufrieden gestellt werden kann, weil wir allein in Gott Erfüllung finden (Psalm 16,11).

Reichtum kann den inneren Frieden stören

Prediger 5,12 (Lutherbibel 2017)

Süß ist der Schlaf des Arbeiters, es ist ihm wohl, ob er wenig oder viel isst; aber der Reichtum derer lässt sie nicht schlafen.

Salomo stellt den Frieden eines zufriedenen, fleißigen Menschen dem ruhelosen Sorgen der Reichen gegenüber. Reichtum kann zur Last werden, wenn er die Gedanken beherrscht und den Schlaf raubt. Jesus warnte, dass Reichtum das geistliche Wachstum ersticken kann (Matthäus 13,22) und uns im Reich Gottes unfruchtbar macht.

Eine wahre Geschichte, die diese Wahrheit verdeutlicht

Ein Freund von mir, der einen gut bezahlten Job hat, kam einmal ungewöhnlich bedrückt zu mir. Er erzählte, dass er bei der Arbeit etwas erlebt habe, das ihn tief bewegt habe. Am Monatsende feierte das Reinigungspersonal – Menschen mit sehr bescheidenem Einkommen – voller Freude. Sie hatten Getränke gekauft, Kuchen geschnitten und lachten zusammen.

Er war beeindruckt und sagte:
„Wie können sie mit so wenig so glücklich sein, während ich mit meinem hohen Gehalt keinen Frieden finde?“
Dieser Moment demütigte ihn und zeigte ihm die Wahrheit von Prediger 5,12 in der Realität.

Gott will, dass wir zufrieden sind – aber nicht faul

Lassen Sie mich klarstellen: Zufriedenheit ist nicht dasselbe wie Faulheit oder Selbstzufriedenheit. Die Bibel verherrlicht keine Armut. Gott will, dass wir gedeihen:
3. Johannes 1,2 (Lutherbibel 2017)

Geliebter, ich wünsche, dass es dir in allen Dingen wohl ergehe und du gesund seist, so wie es deiner Seele wohlgeht.

Doch Wohlstand muss mit gottgefälliger Zufriedenheit einhergehen.

Zufriedenheit im Wohlstand bedeutet, dass wir, egal ob viel oder wenig vorhanden ist, unser Herz auf Gott ausrichten. Wir können Hiob zustimmen:

Hiob 31,25 (Lutherbibel 2017)

Wenn ich mich über großen Reichtum gefreut habe,
das Glück meiner Hände erlangt habe…

Hiob setzte seine Freude nicht in den Besitz. Er wusste, dass seine Identität und sein Frieden von Gott kommen, nicht von materiellen Dingen. Das ist wahre geistliche Reife.

Vorteile eines zufriedenen Herzens

  1. Du kommst Gott näher
    Zufriedenheit befreit dein Herz, Gott zu suchen. Wenn du immer nur nach mehr jagst, wird dein Leben überfüllt. Jesus sagte in Matthäus 6,33:

Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.

Ein zufriedener Mensch stellt Gott an erste Stelle und weiß, dass er für alles andere sorgen wird.

  1. Du erfährst wahre Freude
    Wenn du aufhörst, dich mit anderen zu vergleichen, und in Gottes Versorgung ruhst, findest du bleibende Freude. Paulus konnte sogar im Gefängnis sagen:

Philipper 4,11 (Lutherbibel 2017)

Ich habe gelernt, in welchen Umständen ich mich auch befinde, zufrieden zu sein.

Seine Freude kam von Christus, nicht von den Umständen.

  1. Du vermeidest die Fallen des Teufels
  2. Timotheus 6,9 (Lutherbibel 2017) warnt:

Die aber reich werden wollen, fallen in Versuchung und Falle und viele törichte und schädliche Begierden, die die Menschen ins Verderben stürzen.

Der Teufel nutzt Habgier als Falle. Unzufriedenheit bringt Menschen dazu, zu betrügen, zu stehlen oder ihre Werte für Reichtum zu kompromittieren.

  1. Du schützt deinen Glauben
  2. Timotheus 6,10 (Lutherbibel 2017) sagt:

Denn die Liebe zum Geld ist eine Wurzel alles Übels; nach diesem Verlangen haben einige getrachtet und sind vom Glauben abgeirrt und machen sich selbst viel Schmerzen.

Wenn Geld dein Herr wird, schwächt das den Glauben. Jesus sagte, man könne nicht Gott und dem Mammon dienen (Matthäus 6,24).

Ein abschließendes Wort

Die Bibel erinnert uns:

  1. Timotheus 6,7 (Lutherbibel 2017)

Denn wir haben nichts in die Welt mitgebracht; darum können wir auch nichts daraus mitnehmen.

Und Jesus fragte:

Markus 8,36 (Lutherbibel 2017)

Was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und doch seine Seele verliert?

Das ist eine Frage, über die jeder von uns nachdenken sollte.

Möge der Herr dich segnen, während du nach Zufriedenheit mit Gottesfurcht strebst.


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Was bedeutet „Psalmen“?

Das Wort „Psalmen“ stammt vom griechischen psalmoi, was „Lieder, die zur Harfe gesungen werden“ bedeutet. Im Hebräischen heißt das Buch Tehillim, was „Loblieder“ bedeutet. Dies spiegelt den Zweck des Buches wider – Ausdruck von Lob, Anbetung, Klage, Danksagung und Hingabe an Gott.


Wesen und Zweck der Psalmen

Das Buch der Psalmen ist eine Sammlung von 150 poetischen Texten, die vom Heiligen Geist inspiriert wurden (vgl. 2. Timotheus 3,16). Diese heiligen Lieder entstanden über Jahrhunderte hinweg, vor allem für gottesdienstliche und persönliche Andacht. Sie spiegeln alle menschlichen Gefühle – von Freude bis Trauer, von Zuversicht bis Verzweiflung – und richten sie auf Gott aus.

Viele Psalmen sind prophetisch und verweisen auf den kommenden Messias, etwa Psalm 22, der die Kreuzigung Christi eindrücklich vorwegnimmt und im Neuen Testament wieder aufgegriffen wird (vgl. Psalm 22,1 und Matthäus 27,46).


Historischer Kontext und Verwendung

Im Alten Israel wurden Psalmen im Tempel- und Volksgottesdienst gesungen. Die Leviten trugen sie in öffentlichen Versammlungen vor. Bis heute werden sie im Judentum und Christentum in Gebeten, Gottesdiensten und Liturgien verwendet.


Wer hat die Psalmen geschrieben?

Traditionell werden König David 73 der 150 Psalmen zugeschrieben (beispielsweise Psalm 23, 51, 139). David war Hirte, Krieger und König – und ein Gottesanbeter im Herzen (vgl. 1. Samuel 13,14). Seine Psalmen spiegeln seine persönliche Beziehung zu Gott wider.

Weitere Verfasser sind:

  • Asaf (z. B. Psalm 73–83)
  • Die Korach­söhne (z. B. Psalm 42–49)
  • Mose (Psalm 90)
  • Salomo (Psalm 72 und 127)
  • sowie anonyme Autoren

Nicht alle biblischen Lieder wurden in die Psalmen aufgenommen. Zum Beispiel findet sich Moses’ Lied in 5. Mose 32, das ein dichterischer Rückblick auf Gottes Treue und Israels Ungehorsam ist, nicht im Psalter.


Theologische Bedeutung

  • Gotteszentrierte Anbetung: Die Psalmen betonen Gottes Heiligkeit, Liebe, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Herrschaft (z. B. Psalm 145,8–9).
  • Bundesbeziehung: Sie zeigen die Beziehung zwischen Gott und seinem Volk, insbesondere im Alten Bund (vgl. Psalm 103).
  • Messianische Prophezeiung: Mehrere Psalmen verweisen direkt auf Jesus Christus als Messias (z. B. Psalm 2; 16; 22; 110).
  • Göttliches Königtum: Viele Psalmen verkünden den Herrn als König über die ganze Schöpfung (z. B. Psalm 93; 96–99).

Auszug aus Psalm 145 (Lutherbibel 2017)

Ein schönes Beispiel für ein Loblied, das Gottes Größe und Güte preist:

Psalm 145,1–3
Ich will dich erheben, mein Gott, der König,
und deinen Namen loben ewiglich und immer und ewiglich.
2 Jeden Tag will ich dich loben und deinen Namen preisen immer und ewiglich.
3 Groß ist der HERR und hoch zu loben, und seine Größe ist unerforschlich.

Und ein Aufruf zur generationsübergreifenden Anbetung:

Psalm 145,4
Eine Generation wird der andern deine Werke verkündigen
und deine mächtigen Taten kundtun.

Das unterstreicht, wie wichtig es ist, Gottes Wirken weiterzugeben – entscheidend für geistliche Nachfolge und Erbe.


Bedeutung der Psalmen heute

Die Psalmen prägen bis heute unser Gebets- und Gottesleben. Sie lehren uns, offen und ehrfürchtig mit Gott zu sprechen. Sie geben Ausdruck für unsere tiefsten Ängste und größten Freuden – stets verankert in der Realität seiner Gegenwart.

Psalm 147,1
Halleluja! Wie gut es ist, unserem Gott zu singen, wie lieblich und schön ist Lobgesang!

Psalm 149,1
Halleluja! Singt dem HERRN ein neues Lied, sein Lob in der Gemeinde der Frommen!


Fazit

Die Psalmen sind nicht bloß antike Lieder, sondern zeitlose Glaubensäußerungen. Wir als Gottes Volk sind heute aufgefordert, ihnen nachzufolgen:

  • aufrichtige Anbetung,
  • verständiges Lob und
  • ehrfürchtige Lebensführung im Angesicht dessen, der „in den Lobgesängen seines Volkes wohnt“ (vgl. Psalm 22,3, Lutherbibel).

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„WEICHE VON UNS, JESUS – LASS DIE DÄMONEN BEI UNS“

Shalom! Herzlich willkommen, wenn wir gemeinsam über das Schriftwort nachdenken. Heute richten wir unseren Blick auf die Geschichte von Jesus und dem besessenen Mann in den Grabhöhlen. Vielleicht hast du diesen Bericht schon einmal gelesen – doch ermutige ich dich, ihn erneut zu lesen, denn das Wort Gottes bleibt frisch und offenbart stets neue Einsichten (vgl. Psalm 12,6).

Achte besonders auf die Stellen in Großbuchstaben – sie bergen tiefe theologische Bedeutung.


Markus 5,1–19 (Lutherbibel 2017)

1 Und sie kamen ans andre Ufer des Meeres in die Gegend der Gerasener.
2 Und als er aus dem Boot stieg, lief ihm alsbald von den Gräbern her ein Mensch entgegen mit einem unreinen Geist.
3 Der hatte seine Wohnung in den Grabhöhlen, und niemand vermochte ihn mehr zu binden, auch nicht mit Ketten.
4 Denn viele Male war er mit Fesseln gebunden, Hände und Füße, und die Ketten zerbarsten; und niemand vermochte ihn zu bändigen.
5 Und er war Nacht und Tag in den Grabhöhlen und auf den Bergen und schrie und schlug sich mit Steinen.
6 Und als er Jesus aus der Entfernung sah, lief er hinzu und fiel vor ihm nieder
7 und schrie mit lauter Stimme und sprach: Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, Sohn des höchsten Gottes? Ich beschwöre dich bei Gott: Quäle mich nicht!
8 Denn er hatte zu ihm gesagt: Fahre aus, du unreiner Geist, von dem Menschen!
9 Und er fragte ihn: Wie heißt du? Und er sprach zu ihm: Legion heiße ich; denn wir sind viele.
10 Und er bat Jesus sehr, dass er sie nicht aus der Gegend vertreibe.
11 Eine große Herde Säue weidete auf dem Hügel.
12 Und die unreinen Geister baten ihn und sprachen: Sende uns in die Säue, damit wir in sie fahren!
13 Und er erlaubte es ihnen. Und die unreinen Geister fuhren aus und kamen in die Säue; und die Herde ungefähr zweitausend stürzte den Abhang hinab in den See und ertrank.
14 Da flohen die Säuemeister und verkündigten es in der Stadt und auf dem Feld; und die Leute gingen hinaus und sahen, was geschehen war.
15 Und sie kamen zu Jesus und sahen den Menschen, von dem die Dämonen ausgefahren waren, sitzen bekleidet und bei Verstand – und sie fürchteten sich.
16 Die aber es gesehen hatten, erzählten denen, die es gesehen hatten, wie es dem Besessenen ergangen war, und von den Säuen.
17 Und da begannen die Leute zu bitten, dass er aus ihrem Gebiet weiche.
18 Und als er in das Boot stieg, bat ihn der, der besessen gewesen war, dass er bei ihm bleiben dürfe.
19 Er aber ließ es ihm nicht zu, sondern sprach zu ihm: Geh in dein Haus zu den Deinen hin und verkündige ihnen, welch große Dinge der Herr an dir getan hat und wie sehr er sich deiner erbarmt hat.


Theologische Einsichten und Lektionen

1. Jesu Autorität über Dämonen
Die Geschichte zeigt eindrücklich die absolute Autorität Jesu über die geistliche Welt. Die Dämonen erkennen Jesus sofort und fallen vor ihm nieder – ein deutliches Zeichen seiner souveränen Macht (Markus 5,7–8).

2. Territorialer Einfluss dämonischer Mächte
Dass die Dämonen Jesus flehen, sie nicht aus der Region zu vertreiben (Markus 5,10), verweist auf biblische Vorstellungen territorialer Geister (vgl. Daniel 10,13) und unterstreicht, dass wir in geistlicher Kriegsführung stehen (vgl. Epheser 6,12).

Epheser 6,12
„Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die über diese Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.“

3. Zerstörerische Wirkung von Sünde und Dämonen
Das Leben des Mannes in Gräbern steht symbolisch für Tod, Isolation und Verfall. Die Vernichtung der Schweine (Markus 5,13) verdeutlicht die zerstörerische Gewalt dämonischer Mächte – ähnlich wie Sünde zum Tod führt (vgl. Römer 6,23).

4. Ablehnung durch die Menschen
Die Leute haben Angst und bitten Jesus, ihre Region zu verlassen (Markus 5,17). Dieses Verhalten verdeutlicht die geistliche Blindheit und Ablehnung von Gottes Herrlichkeit, auch heute noch, wenn Menschen lieber in vertrauter Dunkelheit bleiben.

5. Der Auftrag der Erlösten
Jesus beauftragt den geheilten Mann, in sein Zuhause zurückzukehren und Zeugnis zu geben (Markus 5,19). So wird Gottes Rettung sichtbar, entsprechend dem Missionsauftrag in Matthäus 28,19 ff.


Psalm 12,6 erinnert uns:

Psalm 12,6
„Die Rede des HERRN ist lauter wie durchläutert Silber im irdenen Tiegel, bewähret siebenmal.“

Sein Wort ist rein, zuverlässig und wertvoll – eine beständige Quelle neuer Erkenntnis.

Johannes 10,10 kontrastiert Leben und Zerstörung:

Johannes 10,10
„Ein Dieb kommt nur, daß er stehle, würge und umbringe. Ich aber bin gekommen, damit sie Leben haben und volle Genüge haben sollen.“


Schlussgedanken

Diese Erzählung lehrt uns:

  • Jesu Herrschaft über Dämonen und Geistiges.
  • Die Zerstörungskraft geistlicher Mächte und Sünde.
  • Die Ablehnung Gottes kann tief verwurzelt sein.
  • Aber Errettung trägt Zeugnis, in Wort und Tat.

Wenn du Christus noch nicht angenommen hast, ist jetzt die Zeit zur Umkehr. Wenn du schon gläubig bist – teile deine Geschichte und trage dazu bei, Licht in die Welt zu bringen.

Epheser 6,12 mahnt uns erneut zur Bewusstheit im geistlichen Kampf, mit Gottes Waffe gerüstet, um zu bestehen.

Möge der Herr dich segnen und behüten – jetzt und in Ewigkeit.

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SIEHE! GOTT KANN DIR EINEN LOHN GEBEN, DEN DU NICHT VERDIENT HAST!

Shalom,

Lasst uns fortwährend zum Herrn beten, dass Er uns hilft, Seine Kraft und Seine Macht jeden Tag besser zu erkennen.
So wie Jesus einst zu den religiösen Führern und zum Volk sagte, dass sie in die Irre gehen, weil sie weder die Schriften noch die Kraft Gottes kennen (Matthäus 22,29).
Lasst uns nicht verlieren, weil wir Seine Macht nicht kennen.

Eine der erstaunlichen Offenbarungen der Macht Gottes, die viele nicht kennen, ist, dass Gott einem Menschen Lohn geben kann, selbst für ein Werk, das er nicht viel getan hat — nur weil er seine Hand in Gottes Werk ausgestreckt hat.

Denkt an das Gleichnis Jesu vom Hausherrn, der früh am Morgen hinausging, um Arbeiter für seinen Weinberg zu suchen. Die ersten, die er fand, verpflichtete er für einen festen Tageslohn. Zur dritten Stunde ging er wieder hinaus und fand weitere, die untätig auf dem Markt standen, und sagte zu ihnen: „Geht auch ihr in den Weinberg.“
Zur sechsten und neunten Stunde tat er dasselbe. Und am späten Nachmittag, fast bei Einbruch der Dunkelheit, fand er nochmals einige, die den ganzen Tag nichts gearbeitet hatten, und schickte auch sie in den Weinberg.

Natürlich hatten die zuletzt Gekommenen kaum schwere Arbeit verrichtet, denn das meiste war schon von denen getan worden, die seit dem Morgen dort waren.

Stellt euch vor, wie die ersten Arbeiter über die letzten redeten:
„Wenn wir einen hohen Lohn bekommen, was werden diese da bekommen?“
Doch als der Zeitpunkt der Auszahlung kam, gab der Herr allen den gleichen Lohn.

Die ersten beschwerten sich und sagten: „Warum gibst du ihnen genauso viel wie uns? Sie haben nicht so gearbeitet wie wir!“
Aber der Herr antwortete ihnen:

Matthäus 20,13–15
13 Er aber antwortete einem von ihnen und sprach: „Freund, ich tue dir kein Unrecht; hast du dich nicht mit mir auf einen Denar geeinigt?
14 Nimm das Deine und geh. Ich will diesem Letzten genauso geben wie dir.
15 Habe ich nicht das Recht, mit dem Meinen zu tun, was ich will?“

Siehst du? Gott handelt, wie Er will, denn alles gehört Ihm. Wenn Er viel gibt, ist es Seine Entscheidung; wenn Er wenig gibt, ebenfalls.

So ist es auch heute: wir müssen erkennen, dass Gott großen Lohn geben kann, selbst wenn wir erst spät in Sein Werk eintreten oder unsere Arbeit geringer erscheint als die der anderen.

Wir dürfen nie vergessen, dass Gott uns die gleiche Ehre geben kann wie den Aposteln. Jesus sagte selbst zu Seinen Aposteln:

Matthäus 19,27–28
27 Da antwortete Petrus und sprach: „Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt; was wird uns dafür zuteil?“
28 Jesus sprach: „Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet im neuen Weltzeitalter auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.“

Doch auch wir dürfen daran teilhaben, denn Jesus sagt:

Offenbarung 3,21
„Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen.“

Brüder und Schwestern, lasst uns die Macht Gottes nicht unterschätzen. Viele fühlen sich wertlos oder zu alt. Aber selbst wenn du 70 Jahre alt bist und erst jetzt beginnst, Gott zu dienen — Gott kann dir dennoch wunderbaren Lohn geben.
Tue einfach treu das Werk, das dir verblieben ist, auch wenn es wenig scheint.

Wenn du früher nicht gearbeitet hast, wenn du wie die Arbeiter der elften Stunde warst — mache dir keine Vorwürfe.
Wisse: Gott belohnte nicht jene, die nichts taten, sondern jene, die ihr Herz einsetzten, selbst wenn es spät war.

Lasst uns also mit neuer Kraft dem Herrn dienen.
Und wenn du noch nicht in Christus bist — die Tür der Gnade steht offen.
Komme zu Jesus, lasse dein Leben erneuern. Die Welt vergeht, und die Entrückung der Gemeinde ist nahe.

Kehre zu Gott zurück, verlasse die Sünde, lasse dich im Namen Jesu taufen zur Vergebung deiner Sünden und lebe ein heiliges Leben.

Offenbarung 22,12–13
12 „Siehe, ich komme bald, und mein Lohn ist mit mir, um jedem zu vergelten nach seinem Werk.
13 Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.“

Shalom.


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Was bedeutet „Klingeln von Schmuck“?

„Ornaments Jingling“ (klingelnder Schmuck) sind kleine Glöckchen, die traditionell an den Fußknöcheln, Handgelenken oder am Hals befestigt werden. Oft tragen Kinder sie, ebenso Tänzer in kulturellen Zeremonien oder Tiere wie Kamele und Pferde. Diese Glöckchen erzeugen beim Gehen oder Tanzen ein klingelndes Geräusch und sind sowohl schmückend als auch funktional. Auch in biblischen Zeiten wurden ähnliche Glöckchen an priesterlichen Gewändern oder sogar an Tieren angebracht.

1. Jesaja 3,16–17 – Glöckchen als Symbole von Stolz und Gericht

„Und der HERR spricht: Weil die Töchter Zions hochmütig sind und einhergehen mit gerecktem Hals und koketten Augen, einhergehen und trippeln und mit den Füßen klirren: so wird der HERR den Scheitel der Töchter Zions kahl machen, und der HERR wird ihre Scham entblößen.“
(Jesaja 3,16–17, Lutherbibel 2017)

Hier symbolisieren die klirrenden Fußspangen den Hochmut der Frauen Zions. Ihr äußerer Schmuck spiegelt innere Arroganz wider. Gottes Gericht nimmt diesen Stolz weg und macht deutlich, dass äußere Schönheit oder religiöse Rituale ohne Gerechtigkeit vor Gott bedeutungslos sind.

2. Sacharja 14,20 – Glöckchen als Zeichen der Heiligkeit

„Zu der Zeit wird auf den Schellen der Rosse stehen: »Heilig dem HERRN«. Und die Kochtöpfe im Hause des HERRN werden sein wie die Opferschalen vor dem Altar.“
(Sacharja 14,20, Lutherbibel 2017)

Im Gegensatz zu Jesaja stehen die Glöckchen hier für Weihe und Heiligung. Sogar gewöhnliche Dinge – wie Pferdeglöckchen – tragen die Aufschrift „Heilig dem HERRN“ und zeigen damit eine Zeit, in der jeder Bereich des Lebens der Ehre Gottes gewidmet ist.

3. 2. Mose 28,33–36 – Glöckchen am Gewand des Hohenpriesters

„Und du sollst um den Saum des Gewandes ringsum Granatäpfel machen aus blauem und rotem Purpur und Karmesin und ringsum kleine goldene Glöckchen dazwischen: ein goldenes Glöckchen und ein Granatapfel, wieder ein goldenes Glöckchen und ein Granatapfel ringsum am Saum des Gewandes. Und Aaron soll es tragen, wenn er dient, damit sein Klang gehört wird, wenn er hineingeht ins Heiligtum vor den HERRN und wenn er herausgeht, damit er nicht sterbe. Du sollst auch ein Stirnblatt machen aus reinem Gold und darauf eingraben, wie man einen Siegelring eingräbt: »Heilig dem HERRN«.“
(2. Mose 28,33–36, Lutherbibel 2017)

Hier sind die Glöckchen nicht nur Schmuck, sondern heilig und funktional. Ihr Klang ließ den Hohenpriester hörbar werden, wenn er das Heiligtum betrat. So symbolisierten sie ständige Bewegung in Gottes Gegenwart und Ehrfurcht vor seiner Heiligkeit. Schweigen dagegen bedeutete Gefahr und Tod.

Die Bedeutung der Glöckchen

1. Symbol für Gegenwart und Verantwortung

So wie Glöckchen die Bewegung von Tieren oder Menschen anzeigen, erinnern sie uns geistlich daran, dass Gott unser Herz kennt. Wenn wir geistlich lebendig und treu sind, „machen wir einen Klang“ in seiner Gegenwart. Schweigen kann geistlichen Tod oder Trennung von seinem Willen bedeuten.

„Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?“
(Psalm 139,7, Lutherbibel 2017)

2. Symbol für Anbetung und Lobpreis

In vielen Kulturen werden Glöckchen in Tanz und Musik eingesetzt. In der Bibel stehen sie auch für Freude und Anbetung.

„Alles, was Odem hat, lobe den HERRN! Halleluja!“
(Psalm 150,6, Lutherbibel 2017)

Ein Gläubiger, der mit „Gottes Glöckchen“ bekleidet ist, lebt ein Leben voller Lobpreis, das Gott ehrt.

3. Ruf zur Heiligkeit durch den Heiligen Geist

Die „Glöckchen des Herrn“ tragen bedeutet sinnbildlich, mit dem Heiligen Geist erfüllt zu sein. Nur so können wir wahre Heiligkeit widerspiegeln und in Gottes Gegenwart bestehen.

„Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern lasst euch vom Geist erfüllen.“
(Epheser 5,18, Lutherbibel 2017)

„Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln.“
(Galater 5,25, Lutherbibel 2017)

Tragen wir Gottes Glöckchen?

So wie der Hohepriester die Glöckchen trug, um in Gottes heiliger Gegenwart angenommen zu werden, sollen auch wir geistlich vorbereitet sein – erfüllt mit dem Heiligen Geist, geweiht und in Heiligkeit wandelnd.

Frage dich selbst:

Mache ich geistlich einen „Klang“ in Gottes Gegenwart?

Ist mein Leben ein Spiegel von Lobpreis und Heiligkeit?

Bin ich mit dem Heiligen Geist erfüllt?

Schalom – Friede sei mit dir, während du im Geist wandelst.

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Welche Art von Mensch wird in der Bibel als „Verführer“ oder „Listiger“ bezeichnet?

In Matthäus 27,63 wird Jesus von den religiösen Führern als „dieser Verführer“ bezeichnet. Das griechische Wort hier ist planos, was „Verführer, Betrüger oder Irreführer“ bedeutet. Es war keineswegs ein Lob, sondern eine direkte Anklage, Jesus als jemanden darzustellen, der das Volk in die Irre führe. Ironischerweise nannten sie ausgerechnet die Wahrheit selbst (Johannes 14,6) einen Lügner.

„…und sprachen: Herr, wir haben daran gedacht, dass dieser Verführer sprach, da er noch lebte: Ich werde nach drei Tagen auferweckt.“
(Matthäus 27,63, Lutherbibel 2017)

Dieses Ereignis zeigt die tiefe geistliche Blindheit der religiösen Führer. Obwohl sie Jesu klare Vorhersagen über seine Auferstehung gehört hatten (z. B. Matthäus 16,21; 17,23), weigerten sie sich zu glauben. Doch ironischerweise führte gerade ihre Sorge um seine Auferstehung dazu, dass sie das Grab versiegeln ließen – und machten so das Wunder noch offensichtlicher, als das Grab leer gefunden wurde.

Die Anklage, Jesus sei ein Verführer, erfüllte die Prophezeiung in Jesaja 53,3:
„Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet.“

Jesus wurde missverstanden, verleumdet und angeklagt – doch er blieb treu im Auftrag des Vaters. Die religiösen Führer erkannten den Messias nicht, weil sie einen politischen Befreier erwarteten und keinen leidenden Erlöser (vgl. Johannes 1,11; Lukas 24,25–27).

Missverständnisse und Anklagen

Jesus wurde nicht nur ein „Verführer“ genannt. Während seines Wirkens wurde er auch beschuldigt:

Von Dämonen besessen zu sein

„Er hat einen Dämon und ist von Sinnen; was hört ihr ihm zu?“ (Johannes 10,20)

Gotteslä

sterung

„Du bist ein Mensch und machst dich selbst zu Gott.“ (Johannes 10,33)

Das Sabbatgebot zu brechen – (Johannes 5,16–18)

Mit der Macht Beelzebubs zu wirken

„Er treibt die bösen Geister nicht anders aus als durch Beelzebul, ihren Obersten.“ (Matthäus 12,24)

Warnung und Trost für Gläubige

Jesus warnte seine Jünger: Wenn er selbst verleumdet und verfolgt wurde, sollten sie nichts anderes erwarten.

„Gedenkt an das Wort, das ich zu euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen.“
(Johannes 15,20, Lutherbibel 2017)

„Es ist dem Jünger genug, dass er ist wie sein Meister, und der Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausherrn Beelzebul genannt, wieviel mehr werden sie seine Hausgenossen so nennen!“
(Matthäus 10,25, Lutherbibel 2017)

Ablehnung, Spott und Verfolgung sind daher keine Zeichen des Scheiterns im Glaubensleben, sondern oft Zeichen treuer Nachfolge.

Fazit

Als Jesus „Verführer“ genannt wurde, spiegelte das nicht sein Wesen wider, sondern die Blindheit seiner Ankläger. Auch heute können Nachfolger Christi missverstanden, verspottet oder falsch dargestellt werden. Doch so wie Jesus durch die Auferstehung gerechtfertigt wurde, so werden auch die Treuen an seinem Sieg Anteil haben.

„Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und allerlei Übles gegen euch reden und dabei lügen. Seid fröhlich und jubelt; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden.“
(Matthäus 5,11–12, Lutherbibel 2017)

Shalom – Friede sei mit euch.

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Lass mein Volk ziehen, damit es mir dient

1. Einleitung: Erlösung mit einem Ziel

Der Auszug der Israeliten aus Ägypten nach Kanaan ist mehr als ein historischer Bericht – er ist ein theologischer Leitfaden für das Erlösungswerk von Jesus Christus. Gott befreite Israel aus der physischen Sklaverei unter dem Pharao; in Christus werden wir von der geistlichen Knechtschaft der Sünde befreit (Johannes 8,34–36). Mose, der Befreier Israels, ist ein Vorgeschmack auf Christus, der die Menschheit durch Kreuz und Auferstehung erlöst.

„Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit aber geschah durch Jesus Christus.“ — Johannes 1,17

So wie Gott Mose gebrauchte, um sein Volk durch Zeichen und Wunder zu führen, war auch das irdische Wirken Christi von größeren Zeichen und erlösenden Wundern geprägt (Hebräer 3,3).


2. Warum befreite Gott Israel?

Betrachten wir die wiederkehrende Aussage, die während der Konfrontation zwischen Mose und dem Pharao erscheint:

2. Mose 8,1
„Und der Herr sprach zu Mose: ‚Geh zu Pharao und sprich zu ihm: So spricht der Herr: Lass mein Volk ziehen, damit es mir dient.‘“

2. Mose 9,13
„Da sprach der Herr zu Mose: ‚Steh früh am Morgen auf und stell dich vor Pharao und sag zu ihm: So spricht der Herr, der Gott der Hebräer: Lass mein Volk ziehen, damit es mir dient.‘“

2. Mose 10,3
„Da traten Mose und Aaron zu Pharao und sagten zu ihm: ‚So spricht der Herr, der Gott der Hebräer: Wie lange weigern Sie sich, sich mir zu demütigen? Lass mein Volk ziehen, damit es mir dient.‘“

Der Hauptgrund der Befreiung war nicht nur Freiheit von Unterdrückung, sondern Freiheit, Gott anzubeten und ihm zu dienen. Gott befreite sie nicht, damit sie ziellos umherwanderten, sondern damit sie in eine Bundesbeziehung mit Ihm eintreten, sein Gesetz empfangen und Ihm treu dienen konnten.


3. Von einem Herrn zum anderen

Paulus greift dieses Thema im Neuen Testament auf:

Römer 6,16–18
„Wisst ihr nicht, dass, wem ihr euch als Knechte hingebt, um ihm zu gehorchen, ihr dessen Knechte seid, dem ihr gehorcht… Gott sei Dank, dass ihr, obwohl ihr Knechte der Sünde wart, doch von Herzen dem Gehorsam gehorcht habt, zu dem ihr ausgeliefert wurdet. Und frei gemacht von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“

Paulus lehrt hier, dass Erlösung nicht nur von der Sünde, sondern hin zu gerechtem Gehorsam führt. Dies spiegelt Israels Erfahrung wider: Sie wurden aus der Knechtschaft des Pharao befreit, um Diener des Herrn zu werden.

Galater 5,13
„Denn ihr seid zur Freiheit berufen worden, Brüder; nur gebraucht die Freiheit nicht als Vorwand für das Fleisch, sondern durch die Liebe dient einander.“

Christliche Freiheit ist kein Freibrief zum Sündigen, sondern eine Einladung, Gott und anderen in Liebe zu dienen.


4. Wie dienen wir Gott heute?

a) Durch Gehorsam gegenüber seinem Wort und seinen Geboten

Gehorsam ist der erste Ausdruck von Anbetung und Dienst. Jesus selbst sagte:

Johannes 14,15
„Wenn ihr mich liebt, haltet meine Gebote.“

Gott wird nicht nur durch emotionale Äußerungen geehrt, sondern durch ein Leben in heiliger Gehorsamkeit.

Jakobus 1,22
„Seid aber Täter des Wortes und nicht nur Hörer, die sich selbst betrügen.“

b) Indem wir andere lehren, ihm nachzufolgen

Jesus gab jedem Gläubigen den Missionsbefehl:

Matthäus 28,19–20
„Geht hin und macht alle Nationen zu Jüngern, tauft sie … und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe.“

Dienen bedeutet, die Wahrheit mit anderen zu teilen – sei es durch Predigen, Mentoring, Erziehung oder alltägliche Gespräche. Es braucht keinen Titel, um nützlich zu sein – nur Treue.

2. Timotheus 2,2
„Und das, was du von mir gehört hast … vertraue treuen Menschen an, die auch andere lehren können.“


5. Wir wurden zur Anbetung befreit

Als die Israeliten Ägypten verließen, war ihr erster Halt der Berg Sinai, wo sie das Gesetz erhielten (2. Mose 19–20). Ihre Identität als heiliges Volk und königliches Priestertum (2. Mose 19,6) begann nicht in Kanaan, sondern im Bund und in der Anbetung.

Ebenso erhalten wir nach der Erlösung den Heiligen Geist, damit wir in Heiligkeit leben und Zeugnis ablegen können.

1. Petrus 2,9
„Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk … damit ihr die Werke dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat in sein wunderbares Licht.“


6. Letzter Aufruf: Lebe deine Befreiung

Du wurdest nicht gerettet, um dir selbst, deiner Karriere oder der Welt zu dienen, sondern um dem Herrn dein Leben zu weihen.

Kolosser 3,23–24
„Alles, was ihr tut, das tut von Herzen, als dem Herrn und nicht den Menschen… denn ihr dient dem Herrn Christus.“


Fazit: Erfülle den Zweck deiner Freiheit

Gott hat dich nicht aus der Sünde befreit, damit du untätig bist. Du wurdest zum Dienen in Heiligkeit, Gehorsam, Liebe und Zeugnis gerettet. So wie Israel das Gesetz erhielt und beauftragt wurde, es weiterzugeben, bist du nun beauftragt, die Wahrheit des Evangeliums zu leben und zu lehren.

Titus 2,14
„[Jesus] hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns erlöse von aller Gesetzlosigkeit und sein Eigentumsvolk reinige, eifrig für gute Werke.“

Maranatha! — Der Herr kommt bald. Sei beim Dienen zu finden.

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Wann Hast Du Zuletzt Deine Lotleine Ausgeworfen?

1. Die Lotleine in der Schrift verstehen

In Apostelgeschichte 27,28 berichtet Lukas von einem Moment auf der Reise des Apostels Paulus nach Rom, als die Seeleute eine Lotleine auswarfen, um die Wassertiefe zu messen:
„Sie warfen die Lotleine aus und maßen zwanzig Klafter. Ein wenig weiter warfen sie sie erneut aus und maßen fünfzehn Klafter.“ — Apostelgeschichte 27,28

Eine Lotleine war ein beschwertes Seil, das antike Seeleute nutzten, um die Tiefe des Wassers zu messen. Die erste Messung zeigte 20 Klafter (etwa 12 Meter), die zweite 15 Klafter (ca. 9 Meter), was darauf hinwies, dass sie sich dem Land und potenziell gefährlichen Felsen näherten.

2. Das geistliche Äquivalent: Prüfe deine Tiefe

Diese physische Praxis spiegelt ein geistliches Prinzip wider. So wie Seeleute ihre Umgebung überprüften, um Schiffbruch zu vermeiden, sind Christen aufgerufen, ihren geistlichen Zustand zu prüfen, um moralischem und geistlichem Verderben zu entgehen.

„Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben seid; untersucht euch!“ — 2. Korinther 13,5

Die Praxis der geistlichen Selbstprüfung ist ein biblisches Gebot. Das christliche Leben ist eine Reise durch die „Meere“ dieser Welt, und wenn wir unsere geistliche Tiefe nicht messen, könnten wir unwissentlich in Gefahr geraten.

3. Die Theologie von Driften und Tiefe

Driften in der Schrift bedeutet oft, sich langsam von Gott zu entfernen, zunächst unbemerkt:

„Darum müssen wir umso aufmerksamer auf das hören, was wir gehört haben, damit wir nicht abdriften.“ — Hebräer 2,1

Tiefe hingegen steht für Nähe zu Gott, geistliche Reife und Verwurzelung im Glauben:

„Die reife Speise aber ist für die Vollkommenen, die durch ständiges Üben ihre Unterscheidungsfähigkeit geübt haben.“ — Hebräer 5,14

Wenn wir geistlich oberflächlich werden und Gebet, Schriftstudium, Buße und Gehorsam vernachlässigen, werden wir anfälliger für Versuchung, Angst und Sünde. Wie die Seeleute in Apostelgeschichte 27 müssen wir prüfen, ob wir uns gefährlicherem Wasser nähern oder in die Sicherheit der Gegenwart Gottes gelangen.

4. Die Seele verankern

Als die Seeleute sahen, dass das Wasser flacher wurde, handelten sie schnell:

„Und sie fürchteten, dass wir auf die Klippen stoßen könnten; sie ließen vier Anker vom Heck aus und beteten, dass der Tag anbreche.“ — Apostelgeschichte 27,29

Geistlich gesehen müssen wir uns in Christus verankern und um das Licht von Gottes Führung beten:

„Wir haben diese Hoffnung als einen sicheren und festen Anker der Seele, der hinter dem Vorhang eingedrungen ist.“ — Hebräer 6,19

Jesus ist der Anker unserer Seele — fest, sicher und unveränderlich. In Ihm verankert zu sein bedeutet, Seinem Wort zu vertrauen, Seinen Willen zu suchen und im Geist zu wandeln.

5. Praktische Anwendung: Wann hast du zuletzt gemessen?

  • Wächst du in Liebe, Wahrheit und Glauben?
  • Bringen dich deine Entscheidungen näher zu Christus — oder entfernen sie dich?
  • Hast du Ablenkungen, Sünde oder Angst zugelassen, die dein geistliches Leben oberflächlich machen?

Wenn du deine geistliche Tiefe nicht regelmäßig überprüfst, riskierst du, in geistliche Gefahr zu geraten. Selbst kleine Kompromisse, wenn sie unbeachtet bleiben, können katastrophal sein.

6. Abschließender Aufruf: Kehre zur Tiefe zurück

„Naht euch zu Gott, so wird er sich euch nahen.“ — Jakobus 4,8
„Wacht und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallt! Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“ — Matthäus 26,41

Fazit: Eine tägliche Disziplin der Tiefe

Die Geschichte in Apostelgeschichte 27 handelt nicht nur von einem Sturm auf See; sie ist ein geistlicher Weckruf. Gott ruft jeden Gläubigen auf, regelmäßig die Lotleine der Selbstprüfung auszuwerfen, das geistliche Wachstum zu messen und auf Gefahr mit Buße und Glauben zu reagieren.

Also — wann hast du zuletzt deine Lotleine ausgeworfen?
Sei gesegnet!

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